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Jahresrückblick 2013

Für Aktienanleger war 2013 ein gutes Jahr.

Aktien setzten ihren seit dem Frühjahr 2009 laufenden Bullenmarkt fort – und das trotz vieler Krisen-Themen.

Ich möchte Ihnen heute zum Jahresabschluss einen kleinen Rückblick auf das Börsenjahr 2013 geben.

Aktienmärkte trotzen den Krisen

In diesem Jahr hätten Sie beim auf den ersten Blick allen Grund gehabt, nicht am Aktienmarkt investiert zu sein. Die Medien haben sich alle Mühe gegeben, jedes Krisen-Thema auszuschlachten.

Zu Beginn des Jahres drohte der US-Wirtschaft der Sturz vor der „Fiskalklippe“. Doch der Konjunktureinbruch blieb aus. Als nächstes Stand Ende Februar die Italien-Wahl auf der „Krisen-Agenda“. Doch das befürchtete Chaos blieb aus.

Ebenso bei der Zypern-Krise im Frühjahr. Das erneute Aufkeimen der Euro-Krise ist nicht eingetreten. Im Herbst stand mit dem vermeintlichen Staatsbankrott der USA dann das wohl bedeutendste Ereignis des Jahres an.

Letztlich wurde auch hier nicht so heiß gegessen, wie es vorher gekocht wurde: US-Präsident Obama einigte sich doch noch mit den Republikanern über eine Anhebung der Schuldenobergrenze.

Ich habe es im Jahresverlauf immer wieder betont: Der Konjunkturaufschwung in den USA und Europa wird weiterhin unterschätzt und wird die Aktienmärkte steigen lassen. Letztlich ist es so gekommen.

Global sehr unterschiedliche Entwicklung

Dabei haben sich die einzelnen Aktienmärkte global sehr unterschiedlich entwickelt. Der DAX konnte bis gestern um sehr erfreuliche 26% zulegen.

Noch deutlich besser haben sich die Werte aus der zweiten Reihe entwickelt: Ein Plus von 39% steht hier zu Buche.

Den Vogel abgeschossen hat allerdings Japan. Unter den großen Industrienation sticht der dortige Aktienmarkt deutlich heraus: Um ganze 55% ging es hier nach oben.

Doch auch Verlierer brachte das Jahr 2013 mit sich. Vor allem die Schwellenländer enttäuschten. Der russische RTS gab um 5% nach.

Noch schlimmer erwischte es den chinesischen CSI 100 (-14%), den brasilianischen Bovespa (-15%) oder den türkischen ISE National 100 (-18%).

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Positiv für Goldpreis: COMEX-Bestände stabilisieren sich

Die Abwärtsdynamik beim Goldpreis hat nach den Crash-artigen Abwärtsbewegungen aus dem Frühjahr und Sommer deutlich nachgelassen.

Nach den Preistiefs Ende Juni und im Dezember hat der Goldpreis hat jetzt die Chance einen Doppelboden im Chart auszubilden.

Doch eine Chart-Formation allein wird nicht ausreichen, um eine nachhaltige Erholungsbewegung beim Goldpreis auszulösen. Neben fundamentalen Faktoren, wie einer ansteigenden Inflationsrate, wäre eine Rückkehr der Investment-Nachfrage hilfreich.

Der Verlauf des Goldpreises lädt nach dem Blutbad bis zur Jahresmitte auf den ersten Blick nicht dazu ein, neue Investoren anzulocken. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die Investment-Nachfrage nach dem gelben Edelmetall wieder zunimmt.

Goldbestände an der COMEX geben Aufschluss über Investment-Nachfrage

Ein Indikator, um die Nachfrage von Spekulanten nach Gold zu messen, sind die eingelagerten Goldbestände bei der New Yorker Rohstoffbörse COMEX.

Neben dem Handel bietet die COMEX als zusätzlichen Service auch die Einlagerung von Gold an. Dieser Service wird vor allem von Banken in Anspruch genommen. Die Goldbestände können somit z.B. zwischen Kunden der Bank sehr einfach transferiert werden.

Die Goldbestände bei der COMEX werden allerdings auch für die Abrechnung von Terminkontrakten auf Gold genutzt. Dazu müssen die Bestände als „registered“ (registriert) gemeldet sein.

Sind sie nicht registriert, dann sind die Bestände lediglich „eligible“ (qualifiziert). Diese Bestände können anders als die registrierten Bestände nicht zur Abrechnung von Terminkontrakten genutzt werden.

Die registrierten Bestände sind also eher dazu geeignet, Aufschluss über die spekulative Investment-Nachfrage nach Gold zu geben.

Investment-Nachfrage nach Gold steigt wieder

Was sagen die Goldbestände bei der COMEX nun also darüber aus, ob der Goldpreis die Chance auf eine Trendwende hat? Werfen Sie hierzu einen Blick auf den folgenden Chart:

Goldpreis vs. COMEX-Goldbestände

COMEX_Gold_2013_12

Oben sehen Sie in orange den Verlauf des Goldpreises. Darunter sehen Sie in hellgrün die Entwicklung der qualifizierten Goldbestände. Wichtiger für uns ist allerdings die Entwicklung der registrierten Goldbestände in dunkelgrün.

Wie Sie sehen, wurde das letzte bedeutende Hoch des Goldpreises im September 2011 nicht mehr durch ein neues Hoch in der Investment-Nachfrage bei den registrierten Goldbeständen bestätigt (roter Kreis).

Ein steiler Aufwärtstrend des Goldpreises benötigt auch eine gesteigerte Nachfrage. Dass die spekulative Nachfrage damals nicht mehr mit der Dynamik des Goldpreises mithalten konnte, war ein ernsthaftes Warnzeichen.

Und heute? Wie Sie am rechten Rand des Charts sehen, stabilisiert sich die Investment-Nachfrage nach Gold wieder auf niedrigem Niveau (gelber Kreis). Noch sind die Erholungstendenzen „ein zartes Pflänzchen“.

Doch angesichts des Katastrophen-Jahres 2013 beim Goldpreis, wäre eine noch stärkere Zunahme der Investment-Nachfrage schon sehr verwunderlich.

Fakt ist jedoch: Mit der Stabilisierung der Goldbestände an der COMEX erhalten wir ein weiteres positives Zeichen dafür, dass der Goldpreis seine laufende Bodenbildung erfolgreich abschließen kann.

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Risikoprämien: Droht Gefahr für den Aktienmarkt?

Das Thema Schuldenkrise hat zunächst seinen großen Schrecken verloren.

Bereits im Sommer 2012 habe ich Sie in meinen Artikeln darauf hingewiesen, dass an den Kreditmärkten auf absehbare Zeit erst einmal wieder Entspannung angesagt ist.

Von dieser Entwicklung hat auch der Aktienmarkt profitiert – und auf dem Weg nach oben viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, die ihr Depot zu lange auf den „Krisen-Modus“ mit hohen Tages- und Festgeldquoten ausgerichtet haben.

Inzwischen wird der unterschätzte Konjunkturaufschwung von immer mehr Marktteilnehmern anerkannt. Doch gerade wenn die Märkte gut laufen, sollten Sie mögliche Risiko-Quellen im Blick behalten.

Losgelöst von der Schuldenkrise in Europa weisen die Kreditmärkte meistens schneller auf anstehende Krisenereignisse hin als der Aktienmarkt. Für Sie als Aktienanleger ist dies eine gute Nachricht.

Denn so können Sie durch die Entwicklung der Risikoprämien am Kreditmarkt frühzeitig erkennen, wann Sie Ihre Aktienquoten in Ihrem Depot reduzieren sollten.

Was sind Risikoprämien am Kreditmarkt?

Der Zinssatz von verschiedenen Anleihen ist neben der Laufzeit maßgeblich von der Bonität des Schuldners abhängig.

Gute Schuldner mit hoher Bonität müssen für ausgegebene Anleihen einen niedrigeren Zins zahlen als schlechte Schuldner mit niedriger Bonität. Länder wie die USA zahlen daher einen niedrigeren Zins als beispielsweise hoch verschuldetet Unternehmen.

Die Differenz zwischen den Zinssätzen von Anleihen unterschiedlich „guter“ Schuldner wird als Risikoprämie bezeichnet.

So ist z.B. die Risikoprämie zwischen Staatsanleihen der USA und den Unternehmensanleihen eines krisengeschüttelten, hochverschuldeten Stahlkonzerns sehr hoch, zwischen Staatsanleihen der USA und der BRD hingegen sehr niedrig.

Wie ist die Entwicklung der Risikoprämien zu interpretieren?

Um Ihnen zu erläutern, wie Sie aus den Risikoprämien aufziehende Gefahren für den Aktienmarkt erkennen können, möchte ich Ihnen den folgenden Chart erläutern:

Risikoprämien am Kreditmarkt

Risikoprämien_2013_12

In blau sehen Sie den Verlauf der US-Aktienmarkts (S&P 500) seit Anfang der 90er Jahre. Die farbigen Linien zeigen den Verlauf der Risikoprämien – in der Legende oben als Spreads bezeichnet – für verschiedene Anleihensegmente:

  • Gelb: Unternehmensanleihen schlechter Bonität – Sichere Staatsanleihen der USA
  • Rot: Unternehmensanleihen schlechter Bonität – Unternehmensanleihen guter Bonität
  • Grün: Unternehmensanleihen guter Bonität – Sichere Staatsanleihen der USA

Wenn die Renditen für riskante Papiere stärker steigen als für sichere Titel, so steigt auch die Risikoprämie an. Wie Sie in dem Chart sehen, kam es im Vorfeld der beiden großen Aktien-Bärenmärkte von 2001 bis 2003 und in 2008 zu einem Anstieg der Risikoprämien.

Besonders gut zu erkennen ist dieses Gefahrenzeichen beim Spread zwischen Unternehmensanleihen schlechter Bonität und den sicheren Staatsanleihen (gelb).

Hier war es in den 90er Jahren zunächst ruhig, bevor es ab Mitte 1998 und dann vor allem in 1999/2000 zu einem deutlichen Anstieg der Risikoprämien kam.

Vor dem anschließenden Bärenmarkt hätten Sie als mittel- bis langfristig orientierter Aktienanleger also rechtzeitig ihre Aktienquoten reduzieren können.

Ähnlich vor dem Bärenmarkt in 2008: Auch hier kam es zuvor im Herbst 2007 zu einem steilen Anstieg der Risikoprämien.

Derzeit keine Gefahr für den Aktienmarkt

Wenn Sie Ihren Blick jetzt auf den rechten Rand des Charts werfen, dann sehen Sie die aktuell fallenden Risikoprämien.

Das Fazit für Sie als Anleger: derzeit gehen vom Kreditmarkt keine objektiv messbaren Gefahren für Ihre Aktien-Positionen aus.

Sollten doch irgendwann wieder dunkle Wolken am Kreditmarkt aufziehen, so werde ich Sie an dieser Stelle rechtzeitig informieren.

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