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Warren Buffett finanziert Übernahmepläne von Burger King

In dieser Woche beherrschte die geplante Übernahme der kanadischen Restaurantkette Tim Hortons durch Burger King die Schlagzeilen in den US-amerikanischen Börsenmedien.

Am Montag verzeichneten die Aktien beider Unternehmen zwischenzeitlich Kursaufschläge von jeweils rund 20%. Gestern ging es bei Tim Hortons-Aktie nochmals um fast 10% nach oben.

Bei dem Deal spielt das Thema Steuern eine entscheidende Rolle. Denn durch die Übernahme von Tim Hortons kann Burger King, die ihren Sitz in den USA hat, eine Schwachstelle im amerikanischen Steuersystem ausnutzen

Der US-Regierung um Präsident Barack Obama dürfte der Deal somit negativ aufstoßen. Ausgerechnet der erfolgreiche Großinvestor Warren Buffett spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Burger King & Tim Hortons: Das neue Unternehmen im Kurzprofil

Zusammen würden beide Unternehmen einen Börsenwert von fast 22 Milliarden $ repräsentieren: Nach den jüngsten Kursanstiegen weist Burger King einen Marktwert von 11 Milliarden $ auf. Mit 10,8 Milliarden $ ist Tim Hortons nur unwesentlich weniger wert.

Derzeit ist Tim Hortons die größte kanadische Restaurantkette. Burger King ist hinter McDonald’s weltweit die Nr. 2 im Fast-Food-Geschäft mit den beliebten Hamburgern.

Zusammen würden es beide Unternehmen auf einen Jahresumsatz von rund 22 Milliarden $ bringen. Die 18.000 Läden sind in über 100 Ländern vertreten.

Burger King will sich dem US-Fiskus entziehen

Ein Hauptargument für den Übernahme-Deal stellt aus Sicht von Burger King die Steuerersparnis dar.

Zum Hintergrund: Steuerquote für Unternehmen liegt in Kanada bei 26,5%. In den USA liegt die Steuerquote mit 40% deutlich darüber. Wenn Burger King seinen Sitz juristisch nach Kanada verlegt, kann das Unternehmen den kanadischen Steuersatz in Anspruch nehmen.

Voraussetzung dafür ist, dass sich nach dem Zusammenschluss mindestens 20% der Anteile an dem fusionierten Unternehmen im Besitz der ausländischen Aktionäre befinden. Der amerikanische Fiskus würde somit in die Röhre schauen.

Warren Buffett will den Deal mitfinanzieren

Der Großinvestor Warren Buffett spielt bei der geplanten Übernahme von Tim Hortons eine wichtige Rolle – und verdient an dem Deal mit.

Zwar hält seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway derzeit selbst keine Aktien an Burger King oder Tim Hortons, jedoch will Buffett´s Holding 25% der rund 11 Milliarden $ schweren Übernahme finanzieren – und kassiert dafür natürlich Zinsen.

Mitglieder der US-Regierung um Präsident Obama haben zu dem geplanten Vorgehen bereits ihren Unmut geäußert. Doch Burger King ist nicht das erste US-Unternehmen, das durch eine Übernahme eines ausländischen Unternehmens und der anschließenden Verlagerung des Geschäftssitzes in Ausland Steuern sparen will.

Zuvor haben sich u.a. bereits der Bananenhändler Chiquita und der Pharmariese Pfizer bemüht, auf diese Weise ihre Steuerlast zu reduzieren.

Solange sich Demokraten und Republikaner bei wichtigen Steuer-Themen weiter uneins sind, dürften die genannten Beispiele auch weiterhin Schule machen.

Ich werde Sie über die weiteren Entwicklungen hierzu auf dem Laufenden halten.

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