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US-Aktienmarkt: Kann der S&P 500 die 2.000er-Marke überwinden?

Der US-Aktienmarkt zeigt sich im Vergleich zum europäischen Aktienmarkt auch in diesem Jahr von seiner Starken Seite.

Angesichts der besseren Konjunkturaussichten wird das in den nächsten Quartalen wohl auch so bleiben. Mit US-Aktien werden Sie als Anleger weiterhin besser fahren.

Derzeit notiert der wichtige US-Leitindex S&P 500 knapp unter der 2.000-Punkte-Marke, nachdem er diese Hürde vor kurzem bereits zwischenzeitlich genommen hatte.

Solche runden Marken üben auf die Anleger seit jeher eine gewisse Faszination aus. Was empfinden Sie, wenn Sie lesen, dass der S&P 500 erstmals bei 2.000 Punkten notiert?

Fühlt es sich so an, als wären die Märkte „oben angekommen“ und stünden kurz vor der großen Korrektur? Oder haben Sie eher den Eindruck, dass nun der Weg zu neuen Höchstständen frei ist?

Ich möchte der Frage heute im Detail nachgehen – und Ihnen aufzeigen, dass das erreichen solcher Marken mittelfristig ein positives Zeichen für den weiteren Marktverlauf darstellt.

Die Psychologie der runden Marken

Die Frage nach der Bedeutung von runden Preismarken spielt nicht nur an den Finanzmärkten eine wichtige Rolle. Marketing-Experten sind sich einig, dass runde Marken psychologisch sehr bedeutend sind.

Ist Ihnen auch aufgefallen, dass bei Produkten im Supermarkt z.B. € 9,95 oder € 1,99 auf dem Preisschild steht, nie aber die entsprechenden runden Marken von € 10 oder € 2 ?

Das liegt daran, dass unser Gehirn unterbewusst einen Preis von € 0,99 als wesentlich günstiger empfindet als einen Preis € 1, obwohl die Differenz in Wirklichkeit nur sehr gering ist.

Tun wir uns entsprechend auch leichter, den S&P 500 bei 9.600 Punkten zu kaufen als bei 2.000 Punkten?

Wie geht es weiter nach dem Erreichen von runden Marken?

Es existieren in den USA einige akademische Studien, die das Thema behandeln.

Die Untersuchungen zeigen, dass Aktien oder Rohstoffe nach dem Erreichen von bedeutenden runden Marken wie 100, 1000, 5000, etc. in der Zeit danach solche Marken oft mehrfach von oben und unten durchschreiten.

Kurzfristig bleiben Märkte also häufig erst mal an solchen Marken hängen.

Schauen wir uns einmal im Detail an, wie sich der Dow Jones in der Vergangenheit weiterentwickelt hat, nachdem er zum ersten Mal eine bedeutende runde Marke erreicht hat.

Widerstand hält nur kurzfristig

Kurzfristig, d.h. in den folgenden Tagen, ist die Performance nach dem “Knacken” der runden Marken im Durchschnitt wenig eindeutig. Häufig pendeln die Kurse um diese Marken herum, ohne dass sich ein klarer Trend abzeichnet.

Hier scheint der Markt für die Anleger plötzlich nicht mehr so billig zu sein, als dass die Kurse einfach durch die runden Marken „durchschießen“ könnten. Wir können hier also eine Parallele zu unseren Preisen im Supermarkt feststellen.

Doch über die Zeit scheinen sich die Anleger an die neuen, hohen Preisniveaus zu gewöhnen und sich auch noch viele höhere Kurse vorstellen zu können.

Davon müssen wir jedenfalls ausgehen, wenn wir uns vor Augen führen, wie sich der Markt nach dem Erreichen der runden Marken in der Historie weiterentwickelt hat.

Nach 6 Monaten steht hier im Durchschnitt ein Plus von 3,9% zu Buche. Nach 12 Monate legte der Dow Jones im Schnitt sogar um 10,0% zu.

Für Sie als Anleger bedeutet also das Erreichen von runden Marken in wichtigen Indizes wie dem S&P 500, dass die mittelfristigen Perspektiven für ihre Aktien-Positionen weiterhin sehr gut aussehen.

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Allianz Aktie: Star-Fondsmanager Bill Gross hört auf

Am Freitag konnten Sie beobachten, wie der Kurs der Allianz-Aktie um über 6% eingebrochen ist.

Ursächlich für den deutlichen Kursrückgang waren nicht etwa schlechte Geschäftsergebnisse oder ein schwacher Ausblick des Versicherungskonzerns, sondern die Nachricht über den Weggang eines Fondsmanagers.

Dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Fondsmanager, sondern um Bill Gross, das bisherige Aushängeschild der amerikanischen Allianz-Tochter Pimco.

Unmittelbar nach der Nachricht über den Ausstieg von Gross bei Pimco hätten institutionelle Großinvestoren am Freitag bereits über 10 Milliarden US-Dollar an Geldern bei Pimco abgezogen.

Welche Auswirkungen hat der Abschied von Bill Gross für Sie als Allianz-Aktionär und für Ihre sonstigen Aktien-Positionen?

Bill Gross: Der König der Anleihen

Ich möchte Ihnen den Mann vorstellen, der offensichtlich bedeutend genug ist, um den Kurs der Allianz-Aktie an einem einzigen Handelstag um über 6% einbrechen zu lassen.

Bill Gross galt lange Zeit als bester Fondsmanager für das Anleihen-Segment. Mit Aktien hatte er hingegen nichts am Hut. Gross hat einige der erfolgreichsten Anleihefonds für Pimco – und damit für die Allianz – verwaltet.

Sein Anlageerfolg hat Gross den Spitznamen „König der Anleihen“ eingebracht. Und Gross wurde zuletzt auch königlich bezahlt. Im letzten Jahr betrug sein Jahreseinkommen rund 200 Millionen US-Dollar.

Doch seine Krone hat in den letzten Jahren Staub angesetzt. Gross konnte nicht mehr an die Leistungen vergangener Tage anknüpfen.

Gerüchte um interne Querelen zwischen Gross und anderen Top-Managern von Pimco machten bereits seit Monaten die Runden. Bereits vor dem Gross-Abschied bei der Allianz haben Investoren über 65 Milliarden US-Dollar bei Pimco abgezogen.

Gerüchten zufolge werden aufgrund der aktuellen Unsicherheiten bei Pimco nach dem Gross-Rücktritt wohl über 100 Milliarden US-Dollar an bislang von Pimco verwalteten Geldern folgen.

Gross-Rücktritt als Schwäche-Signal für den Anleihe-Markt

Kritiker von Bill Gross weisen darauf hin, dass der Star-Fondsmanager ohnehin sehr stark vom Anleihe-Boom der vergangenen Jahrzehnte profitiert hätte. Ohne seine Leistung schmälern zu wollen: Mindestens ein Quäntchen Glück war für seine Erfolge in der Vergangenheit wohl mitverantwortlich.

Da der Anleihemarkt aufgrund der Mini-Zinsen weder über attraktive laufende Renditen noch über das große Kurssteigerungspotenzial der Vergangenheit verfügt, weiß wohl auch Gross selbst, dass auch bei einer herausragenden Leistung seinerseits seine besten Tage hinter ihm liegen.

Der Anleihemarkt ist inzwischen zu unattraktiv geworden, um in diesem Segment als Fondsmanager noch glänzen zu können.

Die gute Nachricht für Sie als Aktien-Anleger: Profiteuer dieser Entwicklung dürfte in den kommenden Jahren vor allem der Aktienmarkt sein. Denn erstens ist der Aktienmarkt angesichts der Mini-Zinsen relativ zum Anleihemarkt weiterhin sehr günstig bewertet.

Und zweitens wird das niedrige Zins-Niveau auch weiterhin dafür sorgen, dass sich Aktiengesellschaften sehr günstig finanzieren können.

Welche Auswirkungen der Abgang von Bill Gross speziell für die Allianz-Aktie haben wird, ist derzeit noch unklar. Abhängig davon, wie viele Gelder Pimco in den kommenden Monaten tatsächlich verliert, wird auch das Geschäftsergebnis der Allianz hierdurch belastet werden.

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USA schieben steuermotivierten Übernahme-Deals einen Riegel vor

Das US-Finanzministerium hat in dieser Woche die Steuerrichtlinien verschärft, um die steuermotivierte Abwanderung heimischer Unternehmen zu stoppen.

Dadurch sollen US-amerikanische Unternehmen davon abgehalten werden, ihren Firmensitz ins steuerlich günstigere Ausland zu verlagern.

Die Anzahl an US-Unternehmen, die aus Steuersparmotiven Fusionen oder Übernahmen im Ausland getätigt haben, nahm im Vorfeld der Gesetzesänderung immer weiter zu.

Zwar sind solche Deals auch weiterhin möglich, allerdings werden sie aus steuerlichen Gesichtspunkten deutlich unattraktiver.

So wird es z.B. schwieriger, liquide Mittel zu nutzen, die sich im Ausland ansammeln, was bislang zu einem Steuerspareffekt geführt hat.

Das steckt hinter einer „Inversion“

Die Wahl eines neuen Firmensitzes in einem steuerlich entgegenkommenderen Land wie Großbritannien oder Irland aus rein steuerlichen Gründen nennt man Inversion.

Um solch eine Inversion durchzuführen, übernimmt ein US-Unternehmen ein ausländisches Unternehmen oder leitet eine Fusion ein. Bei dem Übernahme- oder Fusionsziel handelt es sich in aller Regel um ein kleineres Unternehmen.

Anschließend werden die Steuerflüsse umgekehrt, was netto zu einer – oft deutlich – geringeren Steuerlast führt.

Dabei verlagert das jeweilige US-Unternehmen häufig nur den Firmensitz ins Ausland, das operative Geschäft wird meistens weiterhin in den USA betrieben.

Beispiel: Burger King & Tim Hortons

Im August hat die US-amerikanische Fast-Food-Kette Burger King im Rahmen einer Übernahme die kanadische Restaurantkette Tim Hortons geschluckt.

Ein Hauptargument für den Übernahme-Deal stellt aus Sicht von Burger King die Steuerersparnis dar.

Zum Hintergrund: Die Steuerquote für Unternehmen liegt in Kanada bei 26,5%. In den USA liegt die Steuerquote mit 40% deutlich darüber.

Wenn Burger King seinen Sitz juristisch nach Kanada verlegt, kann das Unternehmen den kanadischen Steuersatz in Anspruch nehmen.

Voraussetzung dafür ist, dass sich nach dem Zusammenschluss mindestens 20% der Anteile an dem fusionierten Unternehmen im Besitz der ausländischen Aktionäre befinden. Der amerikanische Fiskus schaut hierbei in die Röhre.

Diese Deals sind betroffen

Während die Übernahme von Tim Hortons durch Burger King wohl noch nicht von der Gesetzesänderung betroffen ist, wirken sich die neuen Richtlinien auf eine Reihe bereits geplanter Deals aus.

Hierzu zählt die geplante Übernahme des irischen Medizingeräte-Herstellers Covidien durch Medtronic oder die Akquisition eines Bereichs der italienischen Cosmo Pharmaceuticals durch Salix Pharmaceuticals.

Für das Pharma-Unternehmen AbbVie könnte es teuer werden, wenn es aufgrund der Gesetzänderung den eigentlich schon sicheren Übernahme-Deal des irischen Konkurrenten Shire doch noch platzen lässt.

In dem Fall wäre eine Strafzahlung von 1,6 Mrd. US$ an Shire fällig.

Die eingeplante Steuerersparnis könnte für das ein oder andere Unternehmen somit einen kostspieligen Ratenschwanz nach sich ziehen.

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Adidas Aktie: Gerüchte um Einstieg von Hedge-Fonds machen die Runde

In der vergangenen Woche konnten Sie in den Börsenmedien vom angeblich geplanten Einstieg mehrerer Hedge-Fonds beim deutschen Sportartikelhersteller Adidas lesen.

Zu den Kauf-Interessenten zählten demnach die angelsächsischen Hedge-Fonds Third Point, Knight Vinke und der Childrens Investment Fund (TCI).

Die genannten Großinvestoren haben in der Vergangenheit durch ihre Beteiligung an Unternehmen bereits mehrfach Einfluss auf die jeweilige Firmenpolitik genommen.

Angesichts der anhaltend schwachen Geschäftsentwicklung bei Adidas ist im Fall eines tatsächlichen Einstiegs auch bei dem Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach eine Einflussnahme durch die Hedge-Fonds wahrscheinlich.

Gerüchte um eine mögliche Ablösung von Adidas-Chef Herbert Hainer auf Druck der Hedge-Fonds machen die Runde. Offiziell hat Eric Knight, Gründer von Knight Vinke, allerdings ein Interesse an Adidas dementiert.

Es verbleiben Third Point und der Childrens Investment Fund. Ich möchte Ihnen heute diese beiden erfolgreichen Hedge-Fonds vorstellen, die hinter der angeblichen Einflussnahme bei Adidas stehen.

Third Point

Der amerikanische Hedge-Fonds Third Point wird von dem berüchtigten aktivistischen Investor Daniel Loeb geführt. Seit Anfang 2000 haben seine Aktienpositionen den US-Aktienmarkt um über 500% geschlagen.

Bei seinen Investments geht er nicht gerade zimperlich mit Unternehmensvorständen und Aufsichtsräten um, falls diese durch schlechte Arbeit nicht in der Lage sind, den Wert eines Unternehmens zu steigern.

Das hat 2011 auch der Yahoo!-Gründer Jerry Yang zu spüren bekommen. Loeb warf ihm vor, sich auf Kosten der Aktionäre an dem Unternehmen zu bereichern.

Des Weiteren warf Loeb damals dem Yahoo!-Aufsichtsrat vor, dass aufgrund dessen Unfähigkeit kein herausragendes IT-Talent mehr für Yahoo! arbeiten wolle.

Im Anschluss sind gleich mehrere Wunschkandidaten von Loeb in den Yahoo!-Aufsichtsrat aufgerückt. Diese haben die Internet-Ikone Marissa Mayer von Google abwerben und zur neuen Yahoo!-Chefin machen können.

Der Einfluss von Loeb bei Yahoo! Hat die Trendwende bei der damals arg gebeutelten Yahoo!-Aktie herbeigeführt. Unter anderem hat sein Druck dafür gesorgt, dass Yahoo! eine Sonderdividende ausschüttet sowie eigene Aktien zurückkauft.

Childrens Investment Fund (TCI)

Auch wenn der Hedge-Fonds Childrens Investment Fund unter der Führung seines Gründers Chris Hohn in Großbritannien angesiedelt ist, liegt sein Investment-Fokus in den USA. Ein Einstieg bei Adidas wäre also eher die Ausnahme als die Regel.

Seit Beginn der Finanzkrise in 2008 legten seine Aktien-Investments um fast 300% zu – knapp 240% mehr als der wichtige US-Leitindex S&P 500 im gleichen Zeitraum.

Auffällig: Chris Hohn hat in der Vergangenheit häufig in Unternehmen investiert, bei denen es anschließend zu Übernahmen, Fusionen oder anderen bedeutenden Ereignissen kam.

Interessant: Chris John gilt als „Robin Hood“ der Hedge-Fonds-Branche. Er führt einen Teil der jährlichen Gewinne des Childrens Investment Funds direkt an eine wohltätige Einrichtung ab.

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