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Air Berlin-Aktie: Deutschlands zweitgrößte Airline mit Rekordverlust

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin kommt einfach nicht vom Fleck. Für Anleger ist die Aktie ein wahres Trauerspiel. Die Höchstkurse von knapp über 20 Euro aus 2007 sind in weite Ferne gerückt. Aktuell dümpelt der Wert der Anteilsscheine bei nur noch 1,22 Euro.

Air Berlin steckt wegen eines übereilten Expansionskurses tief in der Krise. Ohne den arabischen Investor Etihad wäre der Konzern längst am Ende. Die Araber kauften 2011 knapp 30% der Anteile und halten die Berliner seither mit Geldspritzen über Wasser. Mittlerweile versucht sich mit Pichler der dritte CEO an der Sanierung.

Überkapazitäten drücken auf das Geschäft

Das vergangene Jahr war desaströs. Überkapazitäten und enormer Wettbewerb haben den Konzern noch weiter in die Verlustzone getrieben. Trotz leicht gestiegener Erlöse  sackte der Verlust nach vorläufigen Angaben auf 361,7 bis 386,7 Mio. Euro ab. Schuld waren hohe Restrukturierungskosten.

Mit dem Ergebnis wird der größte Verlust in der gesamten Firmengeschichte eingefahren. Die Zahlen lagen klar unter den ursprünglichen Erwartungen. Air Berlin steckt schon lange in der Krise.

Der letzte Gewinn wurde 2012 ausweisen. Selbst dieser Erlös war in erster Linie darauf zurückzuführen, dass der Flugkonzern Etihad seinerzeit das Vielfliegerprogramm von Air Berlin aufgekauft hatte.

Neuausrichtung soll Trendwende einleiten

Konzernchef Pichler setzt auf einen neuen Billigtarif und ein erweitertes Angebot für Geschäftsreisende. Zudem wollen sich die Berliner auf ertragreiche Strecken fokussieren und die Drehkreuze in Düsseldorf und Berlin ausbauen.

Generell will sich Air Berlin stärker der Kundenzufriedenheit widmen. Ab Juni startet eine neue Serviceoffensive. Damit sollen Kundenanfragen und insbesondere Beschwerden deutlich schneller bearbeitet werden.

Damit geht das Unternehmen ein altbekanntes Problem an. In der Vergangenheit gab es häufig negatives Kundenfeedback. Bearbeitungsstau gehörte zur Tagesordnung.

Ist die Rettung noch möglich

Derzeit hängt Air Berlin weiter am Tropf des Etihad-Konzerns, der über eine Wandelanleihe 300 Mio. Euro in die Airline investiert hat. Damit halten die Araber knapp 30% an dem Konzern. Eine theoretische Aufstockung der Anteile auf 70% wäre zwar möglich.

Dies würde aber zu Problemen führen. Sobald ein ausländischer Aktionär mehr als 50% hält, werden der Fluglinie wichtige Start- und Landerechte in Deutschland entzogen.

Damit bleibt dem Konzern die Hoffnung auf die Neuausrichtung. Ein erster Lichtblick war die Auslastung der Flüge im Februar. Mit einer Belegungsquote von 84,6% wurde eine Steigerung um 2,9% zum Vormonat erreicht.

Ob der Trend allerdings nachhaltig ist, muss sich erst noch zeigen. Dass  die Margen im Luftfahrtgeschäft äußerst dünn sind und das Geschäft stark zyklisch ist, können Sie auch an dem deutlich größeren Wettbewerber Lufthansa immer wieder beobachten.

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Blackberry-Aktie: Smartphone-Pionier kommt mit Sanierung voran

Können Sie sich noch daran erinnern, als die Telefone von Blackberry trendy waren und zur Standardausrüstung jedes Managers zählten? Heutzutage streicheln die Entscheidungsträger lieber ihr Iphone oder eines der neuen Samsung-Modelle.

Neue Smartphones mit High-Tech-Touch-Screens und hochauflösenden Kameras haben die Blackberrys designmäßig schon lange abgehängt. Die kantigen Geräte der Kanadier wirken geradezu altbacken und wenig sexy. Auch den boomenden Markt mit erfolgreichen Apps hat der Konzern total verschlafen.

Die nachlassende Beliebtheit spiegelt sich auch im Aktienkurs wieder. Vom Höchstkurs bei 150 US-Dollar kollabierte der Wert der Anteilsscheine auf unter 6 US-Dollar in 2013, bevor eine Stabilisierung einsetzte. Mittlerweile hat sich der Kurs wieder erholt und bei knapp 10 US-Dollar eingependelt.

Ist die gestiegene Zuversicht der Anleger gerechtfertigt? Hat Blackberry die Trendwende bereits geschafft?

Quartalsgewinn lässt Anleger aufatmen

Der einstige Börsenliebling (Kursgewinn von 2002 bis Juni 2008: 3.500%) ist auf seinem Sanierungskurs in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Die kanadische Firma verbuchte im vierten Quartal einen Gewinn von 28 Mio. US-Dollar.

Im Vorquartal hatte der Handy-Pionier noch 148 Mio. US-Dollar verbrannt. Im Vorjahresquartal summierten sich die Verluste sogar auf 423 Mio. US-Dollar.

Der Konzern hat seine Kosten dramatisch reduziert und sich stärker auf umsatzträchtige Bereiche wie Software und Services für Unternehmen konzentriert. Mit dieser Strategie versucht Blackberry dem harten Kampf im Smartphone-Massenmarkt zu entkommen.

Umsatzschwund noch nicht gestoppt

Die Nachfrageprobleme bekommen die Kanadier aber nach wie vor nicht in den Griff. Im Jahresvergleich sanken die Quartalsumsätze um ein Drittel auf 660 Mio. US-Dollar. Damit wurden die Schätzungen der Analysten deutlich verfehlt. Im Vorfeld der Zahlen lagen die Erwartungen bei 794 Mio. US-Dollar.

Insgesamt verkaufte Blackberry 1,6 Mio. Telefone. Auch hier ein deutlicher Rückgang zum vorherigen Quartal. Hier wurden noch 1,9 Mio. Smartphones abgesetzt. Einen kleinen Lichtblick gab es aber doch. Der durchschnittliche Gerätepreise konnte von 180 US-Dollar auf immerhin 211 US-Dollar verbessert werden.

Restrukturierung noch lange nicht beendet

Auch wenn die Zahlen einen ersten Hoffnungsschimmer geben. Der Konzern ist noch meilenweit vom Optimalzustand entfernt. Sie müssen sich die Entwicklung mal vor Augen führen. Im ersten Quartal 2009 hatte Blackberry einen weltweiten Marktanteil von 20%.

Im vergangenen Quartal lag dieser nur noch bei marginalen 0,40%. Blackberry war einst ein führender Player im Smartphone Markt, hat aber den Anschluss an Apple & Co. vollkommen verloren.

Konzernchef Chen bezeichnet selbst die Sanierung erst als zur Hälfte abgeschlossen. Neben einem strammen Kostenmanagement, neuen Produkten und Partnerschaften sieht der Konzernlenker die Zukunft vor allem im Softwaregeschäft.

Er setzt dabei auf das Geschäft mit Unternehmen und Sicherheitsangebote. Die Übernahme des deutschen Verschlüsselungsspezialisten Secusmart geht auf das Konto der neuen Strategie.

Mittlerweile liegt der Börsenwert der Kanadier wieder bei fast 5 Mrd. US-Dollar. Jetzt muss der Konzern zeigen, ob der Turnaround wirklich gelingt. Mit knapp 2,7 Mrd. US-Dollar Cash ist die Produktentwicklung vorerst gesichert. Viel Zeit dürfte Blackberry im schnelllebigen Smartphone-Geschäft allerdings nicht bleiben.

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Kraft Foods-Aktie: Starinvestor Warren Buffett fädelt neuen Milliarden-Deal ein

Das Übernahmekarussell dreht sich immer weiter. Diese Woche wurde ein neuer Milliarden-Deal angekündigt.  Gemeinsam mit dem brasilianischen Finanzinvestor 3G will Warren Buffett den Lebensmittelriesen Kraft mit seiner Beteiligung Heinz zusammenführen.

Mit dem Zusammenschluss des Ketchup-Herstellers Heinz und Kraft Foods entsteht der drittgrößte Nahrungsmittel- und Getränkekonzern Nordamerikas. Mit Umsätzen von rund 28 Mrd. US-Dollar belegt der neue Gigant weltweit den fünften Platz. Auf Platz eins liegt unverändert der Schweizer Riese Nestle mit umgerechnet 95 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz.

Das Sagen im fusionierten Unternehmen werden die Heinz-Aktionäre haben: Sie erhalten 51% der Anteile. An der Spitze des Konzerns soll Heinz-Chef Bernardo Hees stehen.

Die Kraft-Aktionäre werden mit 49% beteiligt sein. Sie sollen zusätzlich zu einer Vergütung in Aktien eine Dividende von insgesamt rund zehn Mrd. US-Dollar in bar von den Heinz-Eigentümern erhalten.

Hohes Synergiepotenzial erwartet

“Das ist meine Art einer Transaktion: zwei Unternehmen von Weltklasse zu vereinen und Shareholder-Value zu schaffen”, erklärte Buffett in der Mitteilung. Er zeigte sich  begeistert über die Aussichten für das kombinierte Unternehmen.

An Synergiepotenzial rechnen 3G und Berkshire unter anderem mit Kosteneinsparungen von etwa 1,5 Mrd. Dollar bis Ende 2017. Ab 2017 wird ein positiver Beitrag zum Gewinn je Aktie erwartet. Die beiden Unternehmen wollen mit der Fusion insbesondere das Wachstum ankurbeln.

Das neu formierte Unternehmen hat alleine 8 Marken, die mehr als 1 Mrd. US-Dollar Umsatz einfahren, während 5 Marken zwischen 500 Mio. und 1 Mrd. US-Dollar liegen.

Lebensmittelmarkt wird anspruchsvoller

Die großen Hersteller kämpfen mit neuen Branchentrends, denn immer mehr Verbraucher setzen auf Gesundheitsnahrung und Naturprodukte.

Kraft selbst hatte sich im Jahr 2012 in zwei Teile aufgespalten. Die Snacksparte und das internationale Geschäft mit bekannten Marken wie Milka und Jacobs wurden unter dem Namen Mondelez ausgegliedert.

Kraft behielt dagegen das kleinere nordamerikanische Geschäft. Hierzu zählten  unter anderem die US-Getränke- und Käsesparte sowie das Fertigprodukte-Geschäft. Trotz einer Reihe etablierter Marken tat sich Kraft zuletzt schwer damit, das Umsatzwachstum anzukurbeln.

Nicht der erste Deal von Buffett und 3G Capital

Die Transaktion ist nicht die erste Zusammenarbeit der beiden Investoren. Buffett hatte sich vor 2 Jahren bereits mit den Brasilianern zusammengetan, um Heinz zu erwerben. Im Nachgang unterstützte der Milliardär 3G Capital dabei, deren Burger King Beteiligung mit der kanadischen Doughnut-Kette Tim Hortons zusammenzubringen.

Hinter 3G Capital steht der schweizerisch-brasilianische Milliardär Jorge Paulo Lemann. Zu seinen Beteiligungen gehört auch die Brauereigruppe Anheuser-Busch, zu deren Marken auch das deutsche Becks Bier gehört.

In einer ersten Reaktion zeigten sich die Anleger geradezu euphorisch. Der Aktienkurs von Kraft Foods stieg um 40% auf 86 USD.

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Tesla-Aktie: Elektroautohersteller bringt sich mit Autopilot-Funktion in Stellung

Sie kennen bestimmt die Erfolgsstory des Elektroautoherstellers Tesla. Der Technologiekonzern wurde erst vor 12 Jahren gegründet. Die Mission war denkbar einfach: Elektroautos sollten massenfähig gemacht werden. In den letzten Jahren entwickelte sich das kleine Startup zu einem gefragten Weltkonzern. Von Juli 2010 bis September 2014 explodierte der Aktienkurs förmlich von 16 US-Dollar auf in der Spitze 286 US-Dollar. Mittlerweile scheint der Höhenflug  vorerst gestoppt. Der Kurs bröckelte zuletzt auf unter 200 US-Dollar. Dennoch ist der Elektroautopionier mit gut 25 Mrd. US-Dollar an der Börse bewertet. Was können Sie in Zukunft von Tesla erwarten? Kann sich der Konzern gegen die große Konkurrenz behaupten? Spiegelt die Bewertung die Wachstumsperspektiven wider?

Softwareupdates mit innovativen Funktionen

Tesla übt derzeit den Spagat zwischen Softwarekonzern und Autobauer. Dabei wirken die sehr designorientierten E-Autos bereits vielmehr wie Hightech-Computer auf Rädern. In der Reihe Model S wurde gerade das jüngste Update übers Internet eingespielt. Damit versucht der Autobauer dem Reichweitenproblem Herr zu werden. Die neue Funktion “Range Assurance” warnt den Fahrer bevor er außer Reichweite der nächstmöglichen Ladestation gerät. Mit dem Update schlägt Tesla gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Denn zusätzlich werden die E-Autos um Sicherheitsfunktionen wie Notfallbremse und Seitenkollisionswarnung erweitert.

Tesla macht Fortschritte beim autonomen Fahren

Der Konzern arbeitet weiter am Image des Innovationsführers. Das Erkennen von Verkehrsschildern und automatische Geschwindigkeitsregulierung waren bereits lange bekannt. Doch damit nicht genug. In einigen Monaten sollen die Autos erste Funktionen für (semi-) autonomes Fahren bekommen. Der Fahrer bleibt dabei zwar am Steuer, kann aber Hände vom Lenkrad und den Fuß vom Gaspedal nehmen. Auch eine Funktion für komplett fahrerloses Fahren ist geplant.

Absatzzahlen unter Erwartungen

Zuletzt hatte Tesla mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Besonders gravierend waren die Erlösrückgänge in Kalifornien (-27%). Doch damit nicht genug. In China sollen 30% der Stellen gekürzt werden. Ein massiver Rückschlag für Tesla. Die Erwartungen an das Zukunftsland waren hoch. Im letzten Quartal machte der Konzern insgesamt 108 Mio. US-Dollar Verlust. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr 294 Mio. US-Dollar. Gründe für die roten Zahlen waren insbesondere die hohen Entwicklungskosten, der Bau einer riesigen Batteriefabrik und natürlich der Ausbau des Unternehmens.

Konkurrenz nimmt spürbar zu

Bislang hat Tesla das einzige wirklich langstreckentaugliche Elektroauto am Markt. Mit der Reichweite von bis zu 500 Kilometern pro Akkuladung liegt Tesla im Vergleich ganz weit vorne. Elektroautos wie der BMW i3 der Nissans Leaf oder VWs eUp schaffen nicht mal die Hälfte. Doch das dürfte sich in absehbarer Zeit ändern: Ein Elektro-SUV von Audi mit mehr als 400 Kilometer Reichweite dürfte 2018 auf den Markt kommen. Porsche und Mercedes tüfteln an ähnlichen Modellen. In der Oberklasse dürfte Teslas Technik-Vorsprung damit tendenziell zusammenschmelzen. Schlimmer noch: Auch in der Mittelklasse zieht die Konkurrenz nach. Die Bewertung von Tesla ist unverändert sportlich. Bei Jahresumsätzen von zuletzt knapp 3,2 Mrd. US-Dollar ist die Aktie mit dem 7,8-Fachen der Erlöse bewertet. Auf Gewinne müssen Anleger vor dem Hintergrund der hohen Investitionen wohl noch eine ganze Weile warten.
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