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Intel-Aktie: Chip-Gigant meldet Gewinneinbruch

Die Berichtssaison ist jetzt im vollen Gange. Fast täglich legen die Unternehmen ihre Quartalsbilanzen vor. Besonders spannend wird es immer bei internationalen Großkonzernen, deren Ergebnisse mit Argusaugen verfolgt werden.

Denn hier erhoffen sich die Anleger Informationen über die gesamte Branche, ja sogar zum Teil über den Zustand der Weltwirtschaft im Allgemeinen. So dürften auch viele Anleger gespannt auf Intel geblickt haben. Der weltgrößte Chiphersteller gibt mit seinen Zahlen immer einen tiefen Einblick in den hart umkämpften Halbleitermarkt.

In einer ersten Reaktion zeigten sich die Anleger enttäuscht aber von dem Geschäftsverlauf und drückten die Aktie deutlich ins Minus bevor eine Stabilisierung einsetzt.

Höherer Umsatz aber weniger Gewinn

Der Umsatz des weltweit größten Chipherstellers kletterte um 2,5% auf 13,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn halbierte sich allerdings auf nur noch 1,33 Milliarden Dollar.

Dies lag hauptsächlich an den Sonderkosten für den Konzernumbau. Denn die Neuausrichtung des Konzerns geht erst einmal mächtig ins Geld. Intel will mit dem Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen immerhin 11% seiner kompletten Belegschaft nach Hause schicken.

Höhere Preise im sinkenden PC-Markt

Die gute Nachricht vorweg. Im schrumpfenden PC-Markt konnte der Halbleitergigant sogar seine Preise erhöhen. Obwohl die Umsätze um 15% wegbrachen konnte Intel den durchschnittlichen Verkaufspreis um 13% erhöhen. Damit konnte der Chipkonzern seine Umsätze in der wichtigen Sparte mit Chips für PCs mit 7,3 Milliarden Dollar (Vorjahr: 7,5 Milliarden Dollar) annähernd stabil halten.

Auch das zweite wichtige Standbein – das Geschäft mit Chips für Rechenzentren – zeigte sich erfreulich stabil. Hier stiegen die Erlöse von 3,8 auf 4 Milliarden Dollar. Die Sparte verdiente mit 1,76 Milliarden Dollar aber operativ etwas weniger als ein Jahr zuvor.

Hoffnungsgeschäft kommt nicht in die Gänge

Vielmehr als die Ergebnisse der Traditionssparten hat die Anleger aber das schwache Abschneiden der neuen Geschäftssparte geärgert. Intel will mit Chips für das sogenannte „Internet der Dinge“ seine Abhängigkeit vom schwindenden Stammgeschäft mit Halbleitern für PCs verringern. Bisher gelingt es dem Unternehmen aus Santa Clara aber noch nicht, sich ein starkes zweites Standbein aufzubauen.

In der neuen Sparte wuchs der Umsatz im Jahresvergleich nur von 559 auf 572 Millionen Dollar. Das operative Ergebnis der Sparte sank sogar von 145 auf 89 Millionen Dollar. Nachdem Intel das Geschäft mit Prozessoren für Smartphones und Tablets an Technologie des Chipentwicklers ARM verlor, will der Konzern nun unbedingt im „Internet der Dinge“ punkten.

Intel muss jetzt liefern

Für die Aktie wird die Entwicklung des neuen Geschäftsbereichs von entscheidender Bedeutung sein. Zwar erzielt der Konzern mit über 55 Milliarden Dollar Jahresumsatz und 11,4 Milliarden Dollar Gewinn im letzten Jahr noch eine beeindruckende Gewinnmarge von 20,63%.

Aber der Markt für Halbleiter gilt als hart umkämpft und extrem schwierig. Zudem hat Intel das Geschäft mit Chips für Smartphones und Tablets nahezu komplett verschlafen. Damit dürften sich die Blicke der Anleger nach vorne richten. Die Analysten sind bislang positiv gestimmt und rechnen mit einem Gewinnanstieg von 2,46 Dollar in 2016 auf 2,67 Dollar in 2017.

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Ebay-Aktie: Online-Plattform sendet Lebenszeichen

Damit haben die Anleger offenbar nicht gerechnet. Denn die Aktie fristete nach der Abspaltung des erfolgreichen Zahlungsanbieters Paypal eher ein Schattendasein. Wachstum billigte dem Online-Pionier so gut wie niemand mehr zu. Zu angestaubt erschien das Image, zu abgedroschen das Format.

Doch mit seinen jüngsten Zahlen hat der Pionier der Online-Auktionen nochmals seine Muskeln spielen lassen und die Aktionäre überrascht. Entsprechend positiv fiel die Kursreaktion aus. Allein im Juli belaufen sich durch den Kurssprung die Gewinne auf über 30%.

Es gibt ein Leben nach Paypal

Drei, zwei, eins meins – so titelte Ebay einst und brannte sich in das Gedächtnis der Nutzer ein. Doch in den vergangenen Jahren wandelte sich das Online-Auktionshaus mit ehemals Flohmarktcharakter eher zu einem schwachen Schatten des Online-Giganten Amazon.

Mit immer mehr Festpreisangeboten von Gewerbetreibenden verlor Ebay für viele seinen Charme und entwickelte sich zu einem weiteren „normalen“ Onlinehändler mit einer breiten Produktpalette. Lange profitierte Ebay von seiner Tochter Paypal, die mit stetig steigenden Gewinnen die Ebay-Bilanz aufpolierte.

Entsprechend groß waren die Sorgen der Anleger, ob der Konzern nach der Abspaltung des Zahlungsdienstleisters im harten Online-Geschäft bestehen kann.

Neuer Internetauftritt und Fokus auf Kleinverkäufer zahlt sich aus

Aber offenbar nutzte der Internetkonzern die Zeit ohne Paypal, um sich über seine Positionierung Gedanken zu machen. Ebay begegnete dem sich abschwächenden Wachstum in seinem Kerngeschäft mit einer Neugestaltung des Internet-Auftritts und konzentrierte sich wieder stärker auf Kleinverkäufer.

Das scheint sich jetzt auszuzahlen. Die Zahl der aktiven Käufer legte binnen drei Monaten von 162 auf 164 Millionen zu. Insgesamt setzte Ebay Waren für 20,9 Milliarden Dollar ab – ein Zuwachs von 4% zum Vorjahresquartal. Besonders schnell wuchs dabei die Ticket-Tochter StubHub – ihr Umsatz sprang um 40% auf 225 Millionen Dollar in die Höhe.

Unterm Strich stiegen damit die Erlöse im Gesamtkonzern um 6% auf 2,23 Milliarden Dollar. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft legte von 430 auf 437 Millionen Dollar zu.

Prognose wird erhöht

Auch für die Zukunft zeigt sich der Konzern optimistisch und hebt seine bisherige Jahresprognose an. Für das Gesamtjahr rechnet Ebay jetzt mit einem Umsatz zwischen 8,85 und 8,95 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von 6 bis 7% bei gleichbleibenden Währungskursen entspräche.

Zuvor war die Konzernführung noch von 8,6 bis 8,8 Milliarden Dollar ausgegangen. Im laufenden Quartal sollen die Erlöse mit 2,16 bis 2,19 Milliarden Dollar ebenfalls über den Erwartungen der Analysten von im Schnitt 2,14 Milliarden Dollar ausfallen.

Aktienrückkäufe angekündigt

Zugleich hat der Online-Riese einen milliardenschweren Aktienrückkauf angekündigt. Insgesamt will der Konzern Aktien im Gegenwert von 2,5 Milliarden Dollar am Markt zurückkaufen. Damit verringert sich die Anzahl ausstehender Aktien und der Gewinn je Anteilsschein erhöht sich zusätzlich.

Das hat auch die Aktionäre gefreut, die nach der Meldung den Kurs um über 10% nach oben getrieben haben. Damit hat der US-Konzern wieder einen Marktwert von über 36 Milliarden Dollar erreicht.

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Visa-Aktie: Kreditkartenanbieter meldet milliardenschwere Kooperation

Kreditkarten Firmen erfreuen sich insbesondere bei wertorientierten Anlegern einer hohen Beliebtheit. Schon die Investmentlegende Warren Buffett setzte früh auf den Kreditkartenkonzern American Express und verdiente damit ein Vermögen. Dabei gelten die Geschäftsmodelle als äußerst stabil und schwer kopierbar. Das macht neuen Konkurrenten das Leben schwer.

Zugleich profitieren die Unternehmen von einem anhaltenden Trend  – immer weniger Geschäfte werden nämlich wirklich mit Bargeld bezahlt. Bei jeder getätigten Kartentransaktion verdienen die Kreditkartenfirmen also mit.

Margenstarkes Geschäft

Ein Blick auf den Chart verrät Ihnen, dass auch bei Visa die Geschäfte glänzend laufen oder sich die Anleger zumindest immer stärker für das Geschäftsmodell begeistern. Immerhin legte der Aktienkurs um über 350% in den vergangenen fünf Jahren zu. Aber auch die Geschäftsentwicklung ist durchaus beeindruckend.

Lag der Umsatz im Jahr 2003 noch bei gut 8 Milliarden Dollar, waren es im vergangenen Geschäftsjahr bereits 56,3 Milliarden Dollar. Noch imposanter sieht allerdings die Gewinnentwicklung aus. Mit zuletzt 25,6 Milliarden Dollar Gewinn erzielte der Kreditgartenspezialist eine Gewinnmarge von stolzen 45,59%.

Integration des Europa-Geschäfts belastet kurzfristig

Im gerade abgelaufenen Quartal musste Visa allerdings einen Dämpfer hinnehmen. Zwar kletterten die Erlöse weiter um 3,2%, beim Gewinn mussten allerdings deutlich Abstriche gemacht werden. Hier belastet die Integration des Europa-Geschäfts die Profite mit 1,9 Milliarden Dollar, wodurch der Gesamtgewinn spürbar gedrückt wurde.

Kooperation mit Paypal ist wichtiger Meilenstein

Damit haben viele wahrscheinlich nicht gerechnet. Aber jetzt machen die zwei ehemaligen Konkurrenten gemeinsame Sache und melden eine milliardenschwere Kooperation. PayPal-Nutzer sollen künftig im Einzelhandel an allen Karten-Terminals bezahlen können, die kontaktloses Zahlen mit Visa-Karten bieten.

Ein Deal, von dem beide etwas haben. PayPal kann so besser mit anderen digitalen Geldbörsen konkurrieren, wie mit Apple Pay auf iPhones oder Samsung Pay auf Smartphones des südkoreanischen Marktführers. Kunden werden es leichter haben, ihre PayPal-Konten im Einzelhandel einzusetzen. Für PayPal ist es der bisher größte Vorstoß, auch zum Zahlen in Läden genutzt zu werden.

Alte Streitigkeiten werden damit ad acta gelegt

Für Visa bedeutet der  Deal deutlich höhere Einnahmen. Zu der Vereinbarung gehört auch, dass PayPal den Banken, die Visa-Karten ausgeben, mehr Daten über Transaktionen geben wird. Paypal und Visa beenden damit auch einen langjährigen Konflikt.

In der Vergangenheit hatte Visa kritisiert, dass Paypal Kunden dazu verleitete, ihre Accounts beim Online-Dienst direkt mit ihren Bankkonten statt mit ihren Kreditkarten zu verbinden. Damit entging dem Konzern ordentliches Geschäft. Zugleich rückte Visa selbst ins Geschäft mit Online-Zahlungen und digitalen Brieftaschen vor und machte damit Paypal Konkurrenz.

Analysten rechnen mit weiterem Wachstum

Unterdessen zeigen sich die Analysten optimistisch. Die Experten erwarten für dieses Jahr einen Gewinn je Aktie von 2,77 Dollar, für nächstes Jahr sollen dann bereits 3,27 Dollar je Anteilsschein hängen bleiben.  Damit dürfte sich die Wachstumsgeschichte weiter fortsetzen. Beim Kursziel sehen die Experten mit 88,90 Dollar aktuell ein Aufwärtspotenzial von 11%.

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Starbucks-Aktie: Kaffeehauskette schaltet beim Wachstum Gang zurück

Wenn Sie seit dem Börsengang bei dem Kaffeespezialisten Starbucks bereits investiert sind, werden Sie die jüngsten Quartalszahlen wahrscheinlich nicht so sehr jucken. Denn seit dem Sprung aufs Parkett im Jahr 1992 haben die Starbucks-Papiere über 15.000% an Wert zugelegt.

Doch langsam scheint das Unternehmen an die Grenzen des Wachstums zu stoßen. Die erfolgsverwöhnten Aktionäre mussten gerade erfahren, dass der US-Konzern einmal nicht mit zweistelligen Zuwächsen glänzen konnte.

Wachstumsstory par excellence

Die 1971 gegründete Kaffehaus-Kette zählt heute mehr als 24.000 Cafés weltweit. Der Kaffeeriese ist in mehr als 70 Ländern weltweit vertreten – von Johannesburg bis Peking und Rio de Janeiro. Dabei ist die Wachstumsgeschichte wahrlich beeindruckend.

Alleine seit 2001 steigerte Starbucks die Umsätze von 2,64 Milliarden Dollar auf 19,16 Milliarden Dollar. Der Gewinn vervielfachte sich im Gegenzug von 181 Millionen Dollar auf 2,75 Milliarden Dollar. Zuletzt erzielte der Kaffe-Gigant also eine Gewinnspanne von 14,39% – für einen Einzelhandelskonzern eine in der Tat beeindruckende Marge.

Mehr als nur Kaffee

Dabei setzt Starbucks nicht nur auf Kaffee. Seit 2012 ist die Kaffeehauskette auch im Teegeschäft aktiv. Für 620 Millionen Dollar hat Starbucks den US-Teehändler Teavana damals geschluckt. Mittlerweile versucht der Konzern mit Snacks und Alkohol auch den Umsatz außerhalb des Kerngeschäfts anzukurbeln.

Einstellige Wachstumsraten im zweiten Quartal

Das hat den Anlegern aber nicht geschmeckt. Denn die Erfolgsgeschichte bekommt erste Flecken. Im abgelaufenen Quartal hat der US-Konzern „nur“ noch eine Umsatzsteigerung um 7% auf 5,25 Milliarden Dollar hingelegt. Was für andere Unternehmen dieser Größenordnung schon für einen Begeisterungssturm auslösen würde, lässt Starbucks-Aktionäre völlig kalt.

Auch die Analysten hatten mit Erlösen von 5,35 Milliarden Dollar gerechnet. Besonders enttäuschend fiel dabei die Bilanz der neu eröffneten Läden aus. Die seit 13 Monaten bestehenden Filialen legten nur um 4% zu (Vorjahr: 7%).

Gewinnmarge zeigt hingegen keine Schwäche

Beim Gewinn gab sich Starbucks aber keine Blöße. Denn der erzielte Profit war mit 754 Millionen Dollar in nur einem Quartal rekordverdächtig. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies immerhin einer Steigerung um fast ein Fünftel. Unterdessen zeigt sich Firmenchef Howard Schultz optimistisch.

Mit seinen Aussagen, dass China in einigen Jahren die USA als den größten Absatzmarkt ablösen könnte, weckte er wieder Hoffnungen bei seinen Anlegern. Damit dürfte die Wachstumsstory also nicht zu Ende sein. Alleine im vergangenen Jahr wurden über 450 neue Läden eröffnet. Sogar im Mutterland des Kaffees, in Italien, plant der Kaffeeriese den Markteintritt im nächsten Jahr.

Ambitionierte Bewertung

Die rasante Wachstumsstory hat an der Börse allerdings ihren Preis. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Firmenchef Schultz mit einer Steigerung des Gewinns auf 1,88 bis 1,89 Dollar je Aktie (Vorjahr: 1,82 Dollar). Das liegt in etwa auch im Rahmen der Analystenerwartungen. Bei einem aktuellen Börsenwert von knapp 86 Milliarden Dollar wird der Konzern mit dem 30-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet.

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