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Toshiba-Aktie: Elektronik-Riese warnt vor Milliardenloch und sorgt für kollabierenden Aktienkurs

Die Kursbewegung war wirklich beeindruckend. So schnell konnten Sie gar nicht schauen wie die Aktie des Elektronik- und Mischkonzerns Toshiba in den letzten Tagen in den Keller rauschte. Um gut ein Drittel krachten die Papiere ein.

Damit verflüchtigten sich mal schnell mehr als 5 Milliarden Euro Börsenwert. Schuld waren massive Bilanzprobleme des Unternehmens, die für den rasanten Abschwung sorgten.

US-Übernahme kommt Toshiba teuer zu stehen

Der Grund allen Übels sind die aus dem Ruder gelaufenen Kosten des von dem US-Versorger Chicago Bridge & Iron (CB & I) übernommenen Atomgeschäfts. Das erwartete Milliardenloch in der Bilanz geht nun auf die Bewertung der Vermögen zurück.

Toshiba bewertete den mit der Übernahme eingebuchten Goodwill (alles die Differenz zwischen Kaufpreis und dem Nettovermögen) zu Jahresbeginn noch mit 87 Mrd. Dollar. Doch im Jahresverlauf explodierten die Kosten bei Atomkraftwerkprojekten in den USA regelrecht.

Jetzt fordert die Toshiba-Sparte Westinghouse von CB&I zwei Mrd. Dollar an Nachzahlungen zurück, da das Betriebsvermögen geringer sein soll als angenommen. CB&I reagierte auf die Vorwürfe mit einer Klage.  Jetzt soll ein unabhängiger Gutachter für Klarheit sorgen. Auch wenn das Ergebnis noch nicht bekannt ist, so stellt sich Toshiba offenbar schon auf eine signifikante Neubewertung der Vermögenswerte ein.

Kleine Kernschmelze im Atom-Segment überschattet Boom bei Speicherchips

Die Pläne waren einst ambitioniert. Toshiba übernahm vor zehn Jahren Westinghouse für 5,4 Mrd. Dollar und wollte damit an dem französischen Erzrivalen, dem Atomkonzern Areva, vorbeiziehen. Doch der japanische Großkonzern hatte zunehmend Probleme neue Aufträge an Land zu ziehen.

Für das Gesamtjahr sieht die Prognose der Konzernführung jetzt düster aus. Ursprünglich sollte auf Grund des Booms bei NAND-Speicherchips ein Gewinn von rund 1,2 Milliarden Euro hängen bleiben.

Nach den ersten sechs Monaten hatte der Konzern bereits rund 996 Mio. Euro verdient. Dazu hatte unter anderem der Verkauf der Sparte für Haushaltsgeräte an die chinesische Midea Gruppe und Einsparungen im Halbleiterbereich beigetragen.Mit den drohenden Bilanzproblemen erscheint die Planung nunmehr wenig realistisch.

Dabei hatten die Japaner gerade erst eine milliardenschwere Bilanzmanipulation hinter sich gebracht. Der Konzern reagierte mit massiven Stellenstreichungen und Verkäufen von Geschäftsbereichen. Der neue Fokus lag auf Halbleitern, dem Infrastruktur- und Atomgeschäft. Auf Grund der Probleme fiel im letzten Jahr ein beachtlicher Verlust von 3,7 Mrd. Euro an.

Kapitalerhöhung wird immer wahrscheinlicher

Nach dem desaströsen zurückliegenden Geschäftsjahr und dem drohenden Milliardenverlust wird es eng. Denn die relevante Eigenkapitalquote schmolz schon im Zuge des Bilanzskandals auf mickrige 7,5% zusammen.

Damit wird klar, dass die Bilanzdecke zu dünn ist, um eine erneute Belastung aus eigenen Stücken durchzustehen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass der Elektronik-Konzern den Kapitalmarkt anzapfen und die Anleger um Hilfe bitten wird.

Die Anleger spielen unterdessen schon mal gedanklich das Überschuldungsszenario durch. Ob es soweit kommt ist unklar. Denn die genaue Höhe der Wertberichtigung wird der 1875 gegründete Traditionskonzern erst im kommenden Februar veröffentlichen. Bis dahin dürfte der Aktienkurs weiterhin hohen Schwankungen unterliegen.

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Kapsch-Aktie: Telematik-Konzern kappt Gewinnziel

Vielen von Ihnen ist die Kapsch-Aktie wahrscheinlich noch kein Begriff. Bei dem österreichischen Familienunternehmen handelt es sich aber um einen führenden Telematik-Spezialisten, der einen beeindruckenden Turnaround hingelegt hat. Immerhin kletterten die Erlöse in den letzten zehn Jahren um gut 350% auf 526,1 Mio. Euro. Nach drei Jahren mit durchwachsenen Margen schnellte auch die Gewinnrendite zuletzt auf 5,91% in die Höhe.

Kein Wunder also, dass sich auch die Aktie in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt hat. Doch jetzt kam die Aufwärtsbewegung ins Stocken. Für Verunsicherung sorgte auch das reduzierte Gewinnziel der Konzernführung.

Was es damit auf sich hat und wie die langfristigen Perspektiven des Konzerns aussehen, erfahren Sie jetzt.

Kapsch im Porträt

Die Kapsch TrafficCom AG ist ein Anbieter von Verkehrstelematik-Lösungen. Das Unternehmen entwickelt vorrangig elektronische Mautsysteme und bietet den technischen und kommerziellen Betrieb dieser Systeme an.

Außerdem bietet die Firma Verkehrsmanagement-Lösungen mit den Schwerpunkten Verkehrssicherheit und Verkehrssteuerung, elektronische Zutrittskontrollsysteme, vollautomatische Videodetektion und Systeme zur Parkraumbewirtschaftung an.

Viel mehr als nur Mautsysteme

Die Entwicklung der österreichischen Firma ist dabei durchaus beeindruckend. Zu Beginn hat sich der Konzern als Lieferant für Mautsysteme für Autobahnen positioniert. Später wurde das Produktportfolio um Verkehrsleitsysteme für Autobahnen, Tunnels und Brücken ergänzt.

Weil Mautsystem und Verkehrsmanagement immer stärker zusammenwachsen, ist es logisch, dass mittlerweile auch Lösungen für intelligente Mobilität in der Stadt angeboten werden. Seit 2007 beschäftigen sich Kapsch mit der Kommunikation zwischen Fahrzeugen sowie zwischen Fahrzeug und Infrastruktur.

Hohe wiederkehrende Erlöse

Der Charme in dem Geschäftsmodell von Kapsch liegt in der guten Planbarkeit der Erlöse. Denn wenn ein Mautsystem erst installiert ist, dann rollen jedes Jahr Erlöse für den Betrieb und die Wartung der Systeme in die Kassen der Österreicher. So wurden in den vergangenen Jahren z. T. mehr als 70% der Umsätze mit wiederkehrenden Erlösen erzielt.

Schneider-Deal belastet Gewinnrendite

Um sich stärker in den Städten zu positionieren, übernahm Kapsch im Frühjahr dieses Jahres die Transportation-Sparte von Schneider Electric. Mit dem Zukauf haben die Österreicher jetzt die passenden Produkte, den Verkehr durchzulotsen – sei es über die Steuerung von Ampelsystemen, Verkehrsinformationszentralen oder über intelligente Parksuchhilfen.

Durch den Schneider-Deal sind bei dem börsennotierten Mautsystemanbieter rund 900 Mitarbeiter und 110 Mio. Euro Umsatz dazugekommen. Allerdings liegt die Rendite des übernommenen Geschäfts noch unter den Margen der Kapsch-Gruppe. Damit ist klar, dass der Zukauf des ehemaligen Schneider-Geschäfts, nicht zuletzt auch wegen der hohen Integrationskosten, vorrübergehend belasten wird.

Konstante Dividendenpolitik

Wie hoch die Gewinne ausfallen werden, ist noch unklar, da die Konzernführung keine konkrete Prognose gegeben hat. Auf lange Sicht sehen die Aussichten aber unverändert gut aus. Ende November hat das Unternehmen den neuerlichen Zuschlag für das österreichische Mautsystem erhalten. Weitere Ausschreibungen stehen in den Startlöchern.

Unterdessen kündigte Kapsch an, an seiner Dividendenpolitik festzuhalten. Mindestens ein Drittel des Gewinns soll an die Aktionäre in Form von Dividenden fließen, dabei wird eine Basisdividende von 1 Euro je Papier angepeilt. Damit ergibt sich auf dem aktuellen Kursniveau eine Dividendenrendite von knapp 2,8%.

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Bertrandt: Entwicklungsdienstleister nach Zahlen unter Druck

Liebe Leser,

wie gewonnen so zerronnen. Denn die Kursgewinne bei der Aktie des deutschen Ingenieursdienstleisters Bertrandt aus dem Oktober und November haben sich nach den vorgelegten Zahlen wieder komplett in Luft aufgelöst. Dabei waren die Eckdaten des abgelaufenen Geschäftsjahres schon einige Wochen bekannt.

Wie es um die Zukunft des Konzerns steht und wie Bertrandt das Wachstum wieder anzukurbeln versucht und das für Sie als Anleger bedeuten könnte erfahren Sie jetzt.

Führender Entwicklungsdienstleister für die Automobilindustrie

Bertrandt ist mit weltweit 52 Standorten einer der führenden Engineering-Partner in Europa. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Automobilindustrie. Das Leistungsspektrum in der Automobilindustrie reicht dabei von der Entwicklung einzelner Komponenten über komplexe Module und Systeme bis hin zu Derivaten mit umfassenden, an die Entwicklung angrenzenden Dienstleistungen.

Zu den Kunden zählen nahezu alle europäischen Hersteller sowie bedeutende Systemlieferanten. Das Geschäft mit Kunden aus der Medizintechnik, dem Anlagenbau oder Versorgern befindet sich noch im Aufbau.

Aufgrund der eigenen Projektverantwortung unterscheidet sich das Geschäftsmodell von Zeitarbeitsfirmen. Bertrandt wird nur im Auftrag tätig. Die Vergütung erfolgt als Fixpreis oder nach geleisteten Stunden. Das starke Wachstum des Unternehmens ist auf stetig steigende Entwicklungsausgaben und vermehrtes Outsourcing (der Automobilindustrie) zurückzuführen.

Keine Abhängigkeit von Zyklik des PKW-Geschäfts

Treiber der Nachfrage sind die zunehmende eMobilität (Reduzierung von Abgasemissionen), zunehmende Modellvielfalt, regulatorische Anforderungen und die Gewichtsreduktion von Pkw und Flugzeugen. Dabei deckt Bertrandt das komplette Spektrum ab. Von kleinen Aufträgen (3-6 Monate) über Mittel- bis zu Großaufträgen (bis zu 4 Jahre), was eine durchschnittliche Visibilität von 18-24 Monaten gewährleistet.

Hohe Wettbewerbsqualität

Abhängig vom Aufgabenfeld ist Bertrandt stets unter den ersten drei Anbietern im Markt positioniert. Dabei bietet das Unternehmen die größte Leistungsvielfalt im Markt und ist somit bei komplexen Projekten erste Wahl.

Neben langjährigen Kundenbeziehungen profitiert Bertrandt auch von seiner starken Bilanzposition (Eigenkapitalquote: 49%). Im Marktvergleich erzielt Bertrandt Spitzenmargen (EBIT-Marge >9%) aufgrund einer strikten Kostenkontrolle, exzellenter Kapazitätssteuerung und langjähriger Erfahrung bei der Angebotskalkulation. Im Vergleich zu Komponentenlieferanten besitzt Bertrandt eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Kunden, da Ingenieurskapazitäten ein knappes Gut darstellen.

Geschäfte leicht unter Plan

Zuletzt liefen die Geschäfte allerdings etwas schwächer als erwartet. So kletterten die Erlöse zwar um 6,1% auf 992,7 Mio. Euro, aber eben etwas weniger als die prognostizierten 7 bis 10% Zuwachs. Das operative Ergebnis verbesserte sich im Gegenzug um 1,3% auf 92,8 Millionen Euro.

Damit konnte sich auch Bertrandt nicht komplett dem harten Wettbewerb entziehen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Vorsteuermarge leicht um 0,3% auf 9,1% zurück.

Nur minimale Anhebung der Dividende

Auch bei der Dividende hatten die Anleger offenbar mehr erwartet. Um 5 Cent auf 2,50 Euro je Anteilsschein soll die Ausschüttung ansteigen. Damit liegt die Dividendenrendite (Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs) aber immer noch bei ansehnlichen 2,6%.

Selektive Zukäufe denkbar

Unterdessen kann sich Firmenchef Dietmar Bichler auch ausgewählte Zukäufe vorstellen, um das Wachstum wieder anzukurbeln. Auf Grund des steigenden Entwicklungsaufwands in der Automobilindustrie rechnet Bichler mit einer zunehmenden Marktkonsolidierung, von der auch Bertrandt profitieren möchte. Das könnte auch dem Aktienkurs wieder auf die Beine helfen.

Herzliche Grüße

Ihr Richard Mühlhoff

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Hornbach: Baumarktkette überzeugt Dank starkem Online-Geschäft

Bei vielen Geschäftsmodellen kommt es auf Grund der zunehmenden Digitalisierung zu drastischen Veränderungen. Besonders im Einzelhandel. Hier spüren immer mehr Händler die scharfe Konkurrenz durch den Online-Riesen Amazon. So auch die deutsche Baumarktkette Hornbach.

Um das schwächelnde Geschäft wieder anzukurbeln, hat der Konzern seine Investitionen kräftig nach oben gefahren. Allein im vergangenen Geschäftsjahr hat die Baumarkt-Tochter der Hornbach-Holding 50 Mio. Euro in die Digitalisierung investiert. Wie die jüngsten Zahlen zeigen, scheint der Plan aufzugehen.

Hornbach im Porträt

Die  Hornbach-Baumarkt  AG  umfasst  das  wesentliche  operative  Geschäft  der  separat  notierten  Hornbach  Holding  Gruppe. Die Hornbach Holding hält nämlich einen Anteil von 76,4% an der Hornbach-Baumarkt AG. Mit 154 Standorten in 9 Ländern und einem Umsatz von rund 3 Mrd. Euro betreibt Hornbach die fünftgrößte Baumarktkette in Europa. Seit 1996 (Markteintritt Österreich) wurde das Auslandsgeschäft kontinuierlich ausgeweitet (u.a. 1997 Markteintritt Niederlande, 1998 Tschechien, 2002 Schweiz, 2003 Schweden, 2007 Rumänien).

Mindestens  50%  der  Baumarkt-Verkaufsfläche  wird  jeweils  im  eigenen  Immobilieneigentum  des  Hornbach  Holding  Konzerns gehalten. Rund 26% der Verkaufsfläche sind im Eigentum der Hornbach-Baumarkt AG.

Hohe Markenbekanntheit, starke Kundenbindung und Servicequalität

Mit diesen Punkten versucht sich die Heimwerkerkette vom immer schärfer werdenden Wettbewerb abzugrenzen. Zugleich bietet das Unternehmen das umfangreichste Sortiment im deutschen Baumarktsektor.

Immerhin haben 85% der Standorte eine Verkaufsfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern. Mit der klaren Fokussierung auf organisches Wachstum konnte Hornbach seinen Marktanteil an den deutschen Baumarkt-Umsätzen in den letzten 15 Jahren kontinuierlich von 4,9% auf 11,0% steigern.

Starker Herbst rettet Jahresplanung

Im dritten Quartal belebte sich die Nachfrage nach Heimwerker-Artikeln. Immerhin kletterten die Erlöse auf 900,9 Mio. Euro – ein Plus von 4,4% zum Vorjahresquartal. Während sich die Erlöse in Deutschland um flächenbereinigt um 2,2% verbesserten, konnte das Auslandsgeschäft noch dynamischer zulegen.

Besonders erfreulich lief es im Teilsegment Baustoffe. Hier liefert Hornbach vor allem an professionelle Kunden und steigerte die Absätze um 8,4% auf 67,4 Mio. Euro. Hierfür dürfte der Bauboom in Deutschland einen guten Teil beigetragen haben.

Online-Geschäft wird immer wichtiger

Die wichtigsten Treiber der Geschäftsentwicklung waren ein striktes Kostenmanagement und ein florierendes Online-Geschäft. Denn immer mehr Kunden nutzen die Möglichkeit, online Artikel zu ordern und die Waren entweder im Markt ihrer Wahl abzuholen oder sie nach Hause liefern zu lassen. Auch wenn Hornbach keine genauen Zahlen zum Online-Absatz nannte, dürften die Internetbestellungen einen steigenden Anteil zu den Konzernerlösen beigetragen haben.

Jahresziele in Sichtweite

Nach neun Monaten kann Hornbach einen Umsatzanstieg von 4,4% auf 2,96 Mrd. Euro aufweisen. Dabei legte das Vorsteuerergebnis ähnlich stark (+4,5%) auf 133 Mio. Euro zu. Damit ist das Unternehmen auf dem besten Weg, seine Jahresziele zu erreichen.

Sowohl in der Holding als auch in der Baumarktkette sollen die Erlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Das bereinigte Vorsteuerergebnis wird mit 99 Mio. Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.

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