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Amazon Aktie: Der Online-Händler will Google-Geschäftsmodell angreifen

Beim Surfen durch das Internet sind Ihnen sicherlich schon oft die vielen Werbe-Links aufgefallen, die auf die unterschiedlichsten Produkte und Firmen aufmerksam machen.

Verantwortlich für die Platzierung solcher Werbebanner sind vor allem die Internetsuchmaschinen, die einen Großteil Ihrer Einnahmen durch kommerzielle Werbeeinnahmen erzielen.

Hier hat sich in den vergangenen Jahren in erster Linie der führende Internet-Suchmaschinendienst Google hervorgetan. Nicht umsonst bezeichnen einige Analysten Google als größte Werbeagentur der Welt.

Jetzt will auch der Online-Händler Amazon in diesen lukrativen Markt einsteigen und damit Google Konkurrenz machen.

Amazon will Kundendaten für zielgerichtete Werbebanner nutzen

Amazon betreibt bereits in kleinem Umfang das Geschäft mit der Platzierung von Werbung auf fremden Websites. An den Umfang von Google mit seinen mehr als 50 Milliarden $ Werbeinnahmen pro Jahr kommt Amazon bei weitem nicht heran.

Doch Amazon hat noch etwas in der Hinterhand, um in diesem Werbesegment Fuß zu fassen: Das Wissen über das Konsumverhalten seiner weltweit rund 250 Millionen aktiven Nutzer. Amazon weiß genau, welche Produkte über seinen Online-Versand-Shop gekauft und welche Suchbegriffe dabei verwendet werden.

Für kommerzielle Kunden, die zukünftig über Amazon Werbe-Links platzieren möchte, kann dieses Wissen von hohem Nutzen sein, um die Werbung möglichst zielgerichtet zu schalten.

Amazon hat seinen möglichen Werbepartnern bereits mitgeteilt, dass die entsprechende Plattform noch im Laufe dieses Jahres getestet wird. Im laufenden Jahr will Amazon bereits über eine Milliarde $ durch die Platzierung von Werbebannern verdienen – rund 50% mehr als noch im Vorjahr.

Amazon hat einen langen Weg vor sich

Auch wenn sich die neuen Pläne mit dem Werbegeschäft zunächst gut anhören, hat Amazon einen langen und steinigen Weg vor sich.

Denn AdWords, die entsprechende Plattform von Google, ist bereits seit dem Jahr 2000 am Markt und zählt inzwischen mehr als eine Millionen kommerzielle Kunden, die regelmäßig Werbung durch Google platzieren.

Die Platzierung der Werbebanner im Auftrag seiner Kunden auf externen Websites lässt der Suchmaschinenanbieter sich einiges kosten. In 2013 beliefen sich die Ausgaben hierfür auf rund 9 Milliarden $.

Um hier ernsthaft anzugreifen, muss Amazon also viel Geld in die Hand nehmen. Angesichts der Verluste bzw. niedrigen Gewinne des Unternehmens in den vergangenen Jahren wird dies nicht leicht.

Den jüngsten Quartalszahlen von Amazon folgte bereits der Kurseinbruch der Aktie. Die Aktionäre verlieren langsam die Geduld mit Amazon. Es ist daher fraglich, ob diese die neue Wachstums-Idee des Amazon-Managements mittragen würden.

Auch wenn sich die Meldung über die neuen Pläne von Amazon auf den ersten Blick gut liest, sollten Sie sich als Anleger davon also nicht zu einem leichtfertigen Kauf der Aktie verleiten lassen.

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