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Amazon Aktie: Die Gründe für den Absturz

Stellt die Aktie des Online-Händlers für Sie als Anleger ein Investment mit gutem Chance-Risiko-verhältnis dar? Oder ist der Titel doch viel eher ein riskantes Spekulationsobjekt?

Das Unternehmen im Kurzporträt

Amazon ist der weltgrößte Online-Händler. Der Umsatz in 2013 betrug fast 75 Milliarden $. Das sind rund 7% des globalen E-Commerce-Markts, der mittlerweile über eine Billionen $ schwer ist.

Dabei verkauft Amazon einerseits Produkte aus dem eigenen Bestand. Andererseits wird Amazon aber auch für Dritthändler als Marktplatz genutzt, die hierüber ihre Produkte an Konsumenten absetzen.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt weiterhin in den USA. Die Umsätze über Websites in Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Japan, China, Mexiko, Indien, Brasilien und Australien machen derzeit rund 40% aus.

Neben dem traditionellen Kerngeschäft des Online-Handels setzt Amazon inzwischen verstärkt auf den Aufbau das Geschäftsfeld Cloud-Computing (Auslagern von Daten in der virtuellen „Datenwolke“).

Hier kauft Amazon eine Vielzahl von kleineren Unternehmen auf, um in diesem Bereich zu wachsen. Mittel- bis langfristig strebt Amazon sogar an, mit Cloud-Computing mehr Umsatz und Gewinn zu machen, als mit dem Online-Handel.

Wachstumsstrategie könnte zum Stolperstein werden

Doch genau diese aggressive Wachstumsstrategie könnte für Amazon zum Verhängnis werden. Die hohen Investitionen im Zusammenhang mit diesen Übernahmen drücken den Gewinn des Unternehmens.

Nachdem in den beiden vorangegangenen Quartalen jeweils noch ein kleiner Gewinn unter dem Strich verblieb, mussten Amazon-Aktionäre für das 2. Quartal 2014 einen Verlust von 0,27 $ pro Aktie zur Kenntnis nehmen – deutlich mehr als der von den Wall-Street-Analysten im Vorfeld erwartete Verlust von 0,15 $ pro Aktie.

Das schwache Ergebnis ließ die Amazon-Aktie am vergangenen Donnerstag nach Veröffentlichung der Zahlen nachbörslich um 10% fallen.

Bislang hat das Amazon-Management Verluste resultierend aus den Kosten für die getätigten Übernahmen immer mit den zukünftigen Gewinnen argumentiert – und mit dem hohen Umsatzwachstum, das durch die zugekauften Unternehmen auch klar messbar war.

Der Konzernumsatz wuchs zwar gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 19,3 Mrd. $. Doch der Posten „Sonstiges“, unter dem bislang auch der Bereich des Cloud-Computing verbucht wird, wuchs nur noch mit einer Rate von 38% nach zuvor 60%.

Es kommen also erste Zweifel darüber auf, ob die hohen Investitionen im Bereich Cloud-Computing im Hause Amazon auch wirklich die gewünschten Früchte tragen.

Aufgrund der offenen Fragen über den weiteren Geschäftserfolg und die aggressive Wachstumsstrategie sollten Sie sich als Anleger vor Augen führen, dass es sich bei der Amazon-Aktie in jedem Fall um ein hochriskantes Spekulationsobjekt handelt – nicht um ein Investment mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis.

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