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Avago-Aktie: Megafusion in der Chipbrachne?

Die Erfolgsgeschichte von Apple kennen Sie alle. Die Entwicklung der zahlreichen Zulieferer des Tech-Giganten ist nicht weniger beeindruckend. So auch bei Avago, einem der beliebtesten Halbleiterwerte der vergangenen Jahre. Mit einem Kursplus von fast 700% in den letzten 5 Jahren hat Avago selbst Apple locker abgehängt (+360%). Mittlerweile kommt der Konzern auf einen Börsenwert von 36 Milliarden Dollar. Jetzt hat der Chiphersteller offenbar seine Fühler nach dem Wettbewerbers Broadcom ausgestreckt. Damit könnte sich die größte Übernahme der Geschichte im Halbleiterbereich anbahnen.

Avago mit bewegter Vergangenheit

Der Chipgigant selbst hat eine interessante Vergangenheit hinter sich. Häufige Eigentümerwechsel standen auf der Tagesordnung. Bis 1999 gehörte das in Singapur beheimatete Unternehmen noch zu Hewlett Packard. In 2005 wurde die Gesellschaft von Agilent abgespalten und 2005 von den Private Equity-Firmen Kohlberg Kravis Roberts & Co. und Silverlake aufgekauft. Trotz der bewegten Vergangenheit etablierte sich Avago als feste Größe und legte ein strammes Wachstum hin. Die Erlöse stiegen von 1,5 Milliarden Dollar in 2007 bis auf 4,2 Milliarden Dollar in 2014. Seit fünf Jahren ist Avago profitabel.

Übernahme unter Gleichen

Derzeit sind noch nicht allzu viele Details bekannt. Sicher ist jedoch, dass es sich bei Broadcom um ein absolutes Schwergewicht handelt. Auf die Gerüchte hin sprang der Aktienkurs von Broadcom um mehr als 20% nach oben. Damit liegt der Börsenwert des auf Drahtloschips spezialisierten Konzerns mit 34 Milliarden Dollar immerhin in gleicher Größenordnung wie Avago. Bezahlt werden soll offenbar teils in Cash teils in Aktien.

Avago mit starken Zahlen

Mit den letzten Jahreszahlen übertraf Avago die Analystenschätzungen. Der Technologiekonzern meldete für das erste Quartal einen Umsatzanstieg um 131% auf 1,63 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg auf 351 Millionen Dollar. Pro Aktie blieb damit ein Gewinn von 2,09 Dollar hängen – erwartet wurde von Experten lediglich 1,94 Dollar. Für das laufende Quartal rechnet Avago allerdings mit einem Rückgang der Erlöse von bis zu 4 %. Um sein Portfolio im Bereich Speicherlösungen für Geschäftskunden zu stärken, gab Avago im Februar die Übernahme von Emulex für 606 Millionen Dollar bekannt. Damit setzt der Halbleiterkonzern seine Strategie mit Übernahmen zu wachsen konsequent fort. Erst Ende 2013 schluckte Avago den Speicher-Chiphersteller LSI Corp für 6,6 Milliarden Dollar in bar.

Konsolidierung der Chipbranche in vollem Gange

Mit der Mega-Übernahme setzt sich die Branchenkonsolidierung ungebremst fort. Die Übernahmeaktivitäten hatten in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Grund sind angestrebte Skaleneffekte und eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Großkunden. Erst im März ging der Chiphersteller Freescale Semiconductor für 11,8 Milliarden Dollar über die Theke – Käufer war NXP Semiconductors. Produktseitig gäbe es zwischen Avago und Broadcom wenig Überschneidungen. Großes Potenzial liegt bei Kosteneinsparungen in der Herstellung. Denn wie üblich lassen die Unternehmen der Chipbranche einen Großteil von externen Zulieferern fertigen. Mit zunehmenden Abnahmevolumen kann Avago seine Margen deutlich verbessern. Die Anleger scheinen von der Sinnhaftigkeit des Deals offenbar überzeugt. Denn auch Avagos Anteilspreis reagiert auf die Gerüchte mit einem starken Kursplus von 7% und markiert ein neues Jahreshoch.
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