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Banken- und Finanz-Aktien machen 45% des Hang Seng Index aus

Lohnt sich ein Einstieg in den chinesischen Aktienmarkt für Sie als Anleger?

Angesichts der hohen Wachstumsraten der chinesischen Volkswirtschaft von immer noch über 7% und der Schwellenländer-Wachstumsstory üben chinesische Aktien seit Jahren einen großen Reiz auf Investoren aus.

In den letzten Monaten wurde das „Thema Finanzblase“ in China immer mal wieder von den Medien aufgegriffen.

Ich möchte heute für Sie der Frage nachgehen, ob ernsthafte Warnzeichen für solche eine Blase in China erkennbar sind, die Sie vor einem Investment in chinesische Aktien berücksichtigen sollten.

Chinesischer Finanzsektor: Eine Blase?

Die immer noch hohen BIP-Wachstumsraten werden langfristig sicherlich nicht anhalten, sollte es zu massiven Schwierigkeiten im Banken- und Finanzsektor kommen.

Seit Jahren halten sich hartnäckig Gerüchte, dass das chinesische Kreditsystem sich bereits in einer Blase befindet.

Die exzessive Kreditvergabe hat die Immobilien-Preise mancherorts in teilweise absurde Höhen getrieben. Doch hier exakte Zahlen zu erhalten, gestaltet sich schwierig. Viele Beobachter des Landes trauen den offiziellen Statistiken der chinesischen Regierung nicht.

Finanzsektor macht fast die Hälfte des Hang Seng Index aus

Bei der Suche nach Indizien auf eine Finanzmarktblase abseits der offiziellen Zahlen wurde ich fündig. Ich habe mir die Zusammensetzung des Hang Seng China Enterprises Index – dem wichtigsten chinesischen Aktienindex – einmal näher angesehen.

Dass der Finanzsektor im Verhältnis zu anderen Branchen einen Großteil des chinesischen Aktienmarkts ausmacht, habe ich zwar bereits geahnt

Doch dass Banken und andere Finanztitel ganze 45% (!) des Aktienindex ausmachen, war eine faustdicke Überraschung.

Hohe Gewichtung der Finanz-Aktien sind kein gutes Zeichen

Wenn ein einzelner Sektor einen zu hohen Anteil am Aktienmarkt ausmacht, ist das langfristig nicht gesund und deutet auf eine Blase hin. Lassen Sie mich zum Vergleich einige historische Beispiele vom US-Aktienmarkt heranziehen.

Anfang der 80er Jahre machte der Energie-Sektor – angeheizt durch die Inflation der 70er Jahre – gemessen am Börsenwert mehr als 20% des US-Aktienmarkts aus. Energie-Aktien entwickelten sich dann lange Zeit schlechter als der Markt, sodass sich die Ungleichgewichte ohne große Marktturbulenzen bereinigten.

Zu größeren Marktturbulenzen kam es allerdings zu Beginn des letzten Jahrzehnts. Die Jahrtausendwende brachte das Platzen der Technologie-Blase mit sich. Der Einsturz der Tech-Aktien riss den gesamten Aktienmarkt mit in die Tiefe. Zum Hochpunkt der Blase hat auch der Technologie-Sektor mehr als 20% des US-Aktienmarkts ausgemacht.

Kurz vor dem Krisenjahr 2008 hatte sich auch der Anteil der Banken- und Finanz-Aktien am gesamten Börsenwert des Aktienmarkts auf mehr als 20% aufgebläht. Was anschließend in 2008 mit Banken-Aktien passierte, ist bekannt. Auch hier wurde der Gesamtmarkt während des Crashs mit hinuntergezogen.

China-Aktien: Seien Sie kritisch

Die hohe Gewichtung der Banken und anderer Finanztitel im Hang Seng Index sollte Sie als Anleger skeptisch machen.

Historische Beispiele zeigen, dass eine Gewichtung eines einzelnen Sektors von 45% langfristig nicht gesund ist. Hier könnten Risiken schlummern, die derzeit vom Markt noch wenig beachtet werden.

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