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Bilfinger-Aktie: Baukonzern mit weiteren Horrormeldungen

Schlimmer geht immer. Das Motto passt bei dem Dienstleistungs- und Baukonzern Bilfinger derzeit wie die Faust aufs Auge. Seit Juni letzten Jahres hat der Konzern schlappe fünf Mal seine Prognose gesenkt.

Nicht verwunderlich, dass dies auch am Aktienkurs nicht spurlos vorbeigeht. Auf Sicht der vergangenen 12 Monaten sitzen Anleger immerhin auf einem Kursverlust von über 50%.

Roland Koch gescheitert

In der Vergangenheit war der Baukonzern ein Garant für steigende Gewinne. Auch der Aktienkurs machte den Anlegern ordentlich Freude. Um mehr als 600% ging es seit dem Jahr 2000 nach oben.

In der Spitze erreichte der Kurs sein Hoch bei knapp 93 Euro. Nach den jüngsten Horrornachrichten stürzte der Wert der Anteilsscheine im Tief bis auf 37 Euro ab.

Nach jahrelangem Erfolg trat im Juli 2011 der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch in den Vorstand ein. Seitdem ging es aber kontinuierlich bergab. 2012 fiel der Gewinn um 30%.

In 2013 ging es um weitere 37% in den Keller und 2014 stand sogar ein Verlust von 74 Mio. Euro auf der Uhr. Ein harter Absturz, wenn Sie überlegen, dass Bilfinger sogar im Hoch der Finanzkrise 2009 noch profitabel war.

Roland Koch ist inzwischen nicht mehr da – aber auch sein Interims-Nachfolger Herbert Bodner kämpft weiter mit strukturellen Problemen.

Jahresauftakt mit Verlust

Die Negativserie setzte sich zum Jahresbeginn lückenlos fort. Baustellen hat der Konzern derzeit genug. Die schwache Entwicklung des Öl- und Gasgeschäfts in den USA führte zu Belastungen. Zusätzlich drückte die sinkende Nachfrage im Kraftwerksgeschäft aufs Ergebnis.

Das Geschäft mit der Projektierung und dem Bau und der Wartung von Kraftwerken und Stromnetzen kommt einfach nicht vom Fleck. Unterm Strich stand ein Verlust von 8 Mio. Euro in den Büchern. Die Umsätze konnten hingegen leicht um 2,3% auf 1,76 Mrd. Euro verbessert werden.

Weitere Sparmaßnahmen geplant

Im Zuge des schwachen Jahresbeginns musste die Konzernführung abermals von ihren Jahreszielen abrücken. Sowohl bei den Erlösen und beim Gewinn sind die Planungen hinfällig. Zudem warnte Bilfinger vor weiteren Abschreibungen.

Übergangschef Bodner versucht mit Kostensenkungen gegenzusteuern. Das Energiegeschäft soll grundlegend neu ausgerichtet werden. In der Kraftwerkssparte soll zusätzlich gespart werden.

Neuer Vorstand soll es richten

Ab Juni wird ein neuer Chef sein Glück bei Bilfinger versuchen. Erwartet wird, dass der Norweger Per H. Utnegaard, das Ruder in die Hand nimmt. Utnegaard vor zuvor langjähriger Vorstand des Bodenabfertigungs-Unternehmens Swissport.

Fazit: Der schwedische Finanzinvestor Cevian steht als Großaktionär (25,62% der Anteile) ebenso ratlos da wie viele Kleinaktionäre, die dem einstigen Familienunternehmen die Treue halten.

Wie es weiter geht, ist ungewiss. Ob der neue Vorstand die Trendwende bringt, bleibt abzuwarten. Zwar hat Utnegaard Erfahrungen bei Baudienstleistungen. Diese beschränkten sich in der Vergangenheit aber auf Flughäfen.

Auf Grund der Querelen notierte Bilfinger zeitweise unter dem Buchwert. Dies könnte einige Investoren anlocken. Für langfristig steigende Kurse muss es aber erstmal operativ wieder aufwärts gehen.

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