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Depot-Verluste verleiten zu Fehlern

Was denken Sie, unterscheidet erfolgreiche Anleger von durchschnittlichen Anlegern?

Klar, zum einen sind es die Fähigkeiten, die richtigen Investment-Chancen aufzuspüren.

Doch es existieren noch andere Gründe dafür, warum der langfristige Erfolg von unterschiedlichen Anlegern sehr deutlich auseinanderklafft. Und diese Gründe liegen oft in der Psyche der Anleger. Dabei ist uns oft gar nicht bewusst, welche mentalen Prozesse in uns ablaufen.

Heute möchte ich für Sie auf einen typischen Anlagerfehler näher eingehen. Es ist der richtige Umgang mit Verlusten. Ich will Ihnen den richtigen Umgang mit Verlusten ausführlich erläutern, damit Sie gut gerüstet sind, um Ihre Performance in der Zukunft noch verbessern zu können.

Wir hassen Verluste mehr als wir Gewinne lieben

Verluste im Depot tun weh. Leider sind sie ab und zu unvermeidbar. Gewinne hingegen sind schön. Wenn Sie einen Gewinn verbuchen, verspüren Sie Freude – so weit so gut.

Leider hat die moderne Hirnforschung inzwischen nachgewiesen, dass der Verlust von z.B. € 1.000,- uns mehr Schmerzen bereitet als der Gewinn des gleichen Betrags uns Freude bereitet. Und wenn wir Verluste erlitten haben, wollen wir Sie wieder ausbügeln – koste es, was es wolle!

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie haben zwei Aktien im Depot. Die eine Aktie ist gestiegen. Ihr Buchgewinn beträgt € 1.000,-. Die andere Aktie ist gefallen. Ihre Position steht mit € 1.000,- im Minus.

Nun planen Sie einen Urlaub und müssen eine Aktienposition veräußern. Welche werden Sie wohl verkaufen? Experimente mit Testpersonen belegen, dass sich die eindeutige Mehrzahl der Teilnehmer für den Verkauf der Gewinnposition entscheidet.

Anleger wollen die Verlustposition also erst Verkaufen, wenn die Kurse sich erholt haben.

Verluste führen zu Realitätsverleugnung

Ich kann mich noch gut an meine Zeit als Berater in einer Bank erinnern. Ich hatte damals einen Arbeitskollegen, der am Neuen Markt viel Geld mit Technologie-Aktien verloren hat. Hat er den Fehler eingesehen?

Nein! Er sagte mir er werde die Aktien erst verkaufen, wenn er seine Verluste aufgeholt hat. Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist. Aber wenn er bei seiner Philosophie geblieben ist, hat er die meisten Aktien wohl immer noch – jedenfalls die Aktien von Unternehmen die zwischenzeitlich nicht schon Pleite sind!

So funktioniert die Anlegerpsyche: Selbst wenn inzwischen gut Gründe für den Kurseinbruch vorliegen, belegen Studien, dass Anleger dazu neigen, solange an einer Verlustposition fest zu halten, bis Sie sich in einen Gewinn verwandelt hat.

Wie Sie mit Verlusten richtig umgehen

Wenn Sie mit einzelnen Positionen Verluste erlitten haben, betreibe Sie eine nüchterne Analyse über die Ursachen. Dabei können Sie zu zwei möglichen Schlüssen kommen.

Möglichkeit 1: Sie sind weiterhin von der Position überzeugt. Manchmal dauert es eine Weile, bis sich eine Position in die gewünschte Richtung entwickelt.

Bleiben Sie also ruhig und machen Sie sich klar, dass es zum Börsengeschehen dazugehört, wenn ein sinnvolles Investment sich kurzfristig nicht so entwickelt, wie Sie es sich wünschen.

Möglichkeit 2: Sie kommen zu dem Schluss, dass Sie mit dem Kauf der Position einen Fehler begangen haben. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und verkaufen Sie das Investment!

Sich zu irren, ist keine Schande. Selbst Warren Buffett hat schon schlechte Investments getätigt. Er hat in der Vergangenheit dann aber auch die Größe gehabt, den Fehler einzusehen und die entsprechende Aktie zu verkaufen.

Der richtige Umgang mit Verlusten kann langfristig über Sieg oder Niederlage an der Börse entscheiden. Analysieren Sie nüchtern, ob die Gründe für das Investment trotz anfänglicher Verluste immer noch bestehen und entscheiden Sie erst dann – wie Warren Buffett es tun würde.

Machen Sie auf keinen Fall den Fehler meines ehemaligen Kollegen und halten die Verlustpositionen „auf Teufel komm raus“ in Ihrem Portfolio.

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