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Droht die Celesio-Übernahme zu platzen?

Die Übernahme des Pharmahändlers Celesio schien schon fast in trockenen Tüchern.

Der US-Konkurrent McKesson hatte Ende Oktober angekündigt, Celesio zu einem Preis von umgerechnet 6,1 Miiliarden Euro übernehmen zu wollen.

Nun mischt sich ein Investor ins Geschehen ein, der dafür bekannt ist, geplante Übernahmen gezielt zu blockieren.

Investor Paul Singer steigt bei Celesio ein

Es handelt sich hierbei um den US-Investor Paul Singer. Über seinen Hedge-Fonds Elliott Management hat Singer über ein Viertel der ausstehenden Aktien aufgekauft.

Celesio ist damit eine der größten Beteiligungen. Allerdings ist es bei Singers Historie sehr zweifelhaft, dass es im Fall von Celesio um ein „klassisches“ Investment handelt, bei dem er von Wertschöpfung des Unternehmens profitieren will…

Singer gilt als „Widerholungstäter“

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Paul Singer in eine Übernahme einmischt. Vielmehr ist es Teil seiner Investment-Strategie, durch seine Beteiligung an als sicher angesehenen Übernahme-Kandidaten Druck auf den vermeintlichen Käufer auszuüben.

Vor kurzem hat Vodafone bei Kabel Deutschland zugeschlagen. Zwar hat Vodafone das Unternehmen letztlich übernommen, doch auch hier wollte Singer den Deal im Vorfeld blockieren.

Ziel von Singer ist es durch die eigene Beteiligung an Übernahme-Kandidaten eine Nachbesserung des Übernahme-Angebots durch den Käufer zu erzielen.

Bleibt ein höheres Angebot aus, droht Singer damit, seine Anteile nicht zu verkaufen und den Deal somit platzen zu lassen.

Ein Speil auf Zeit

Ob Singer sein Ziel erreicht und eine Nachbesserung des Übernahmeangebots erwirkt, ist letztlich auch eine Frage von Verhandlungsgeschick und Glaubwürdigkeit.

McKesson hat großes Interesse an der Übernahme von Celesio und ist auf das Einlenken von Singer angewiesen. Auf den ersten Blick scheint Singer die besseren Karten zu haben.

Doch bei McKesson weiß man auch, dass Singer durch sein Aktien-Paket in Celesio eigenes Kapital bindet, das er ansonsten für anderweitige Investments verwenden könnte.

Würde sich die Übernahme zu lange hinziehen, könnte Singer theoretisch irgendwann die Segel streichen und sein Vorhaben aufgeben. Dann hätte McKesson für die Übernahme zu dem ursprünglich angedachten Preis freie Bahn.

Auf der anderen Seite könnte sich herausstellen, dass das Interesse McKessons an Celesio groß genug ist, dass der Preis für die Übernahme ordentlich nachgebessert wird.

Letztlich ist es von beiden Seiten ein Spiel auf Zeit. Es gewinnt der, der den längeren Atem hat.

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