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Eli Lilly: Schwarzer Tag für US-Pharmariese

Das war ein wahrlich schwarzer Tag in der Unternehmensgeschichte des US-Pharmakonzerns Eli Lilly. Denn der Traum eines neuen Blockbuster-Medikaments hat sich vorerst ausgeträumt.  Das Hoffnungspräparat für Alzheimer-Patienten Solanezumab hat sich in Forschungstest als wirkungslos ergeben. Kein Wunder also, dass die Reaktion der Anleger deutlich ausfiel. Mit einem Kursminus von über 10% lösten sich mehr als 7 Milliarden Dollar Börsenwert sprichwörtlich in Luft auf.

Was der Rückschlag in der Forschungspipeline zu bedeuten hat und wie die mittelfristige Perspektive aussieht, erfahren Sie jetzt.

Alzheimer ist schwer zu knacken

Der Rückschlag erwischte viele Anleger auf dem falschen Fuß. Mit dem Medikament zur Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit war der US-Konzern Eli Lilly bereits in der sogenannten Phase-III mit seinen klinischen Studien. Das bedeutet, dass der Konzern das Arzneimittel bereits an einem größten Patientenkollektiv testete.

Ziel der Phase III ist es zu sehen, ob sich die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit des Medikaments auch bei vielen Patienten bestätigen lässt. Nach positivem Abschluss dieser Phase hätte Eli Lilly die Marktzulassung bei der Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) beantragen können. Doch daraus wird wohl erst einmal nichts. Denn die Ergebnisse fielen eindeutig aus. Bei Patienten, die mit dem Alzheimer-Präparat behandelt wurden, konnten leider keine statistisch belastbare Verlangsamung im Krankheitsverlauf erzielt werden.

Was wäre wenn….

Im Erfolgsfall hätte Eli Lilly richtig abräumen können. Denn Solanezumab wäre das erste Präparat einer neuen Kategorie von Alzheimer-Medikamenten gewesen. Das Besondere an dem Arzneimittel war, dass es nicht nur die Symptome von Alzheimer verlangsamen, sondern auch den Verlauf der Krankheit deutlich verlangsamen sollte. Das Absatzpotenzial wurde von Experten auf einen zweistelligen Milliardenbetrag taxiert.

Ein doppelter Rückschlag also. Denn auch die Forschung an dem Medikament dürfte bislang bereits 150 Millionen Dollar verschlungen haben. Die Patienten müssen also weiter hoffen. Denn zuletzt erwies sich der Kampf gegen Alzheimer als äußerst zäh.

Weltweit sind 40 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen, Tendenz steigend. In den vergangenen 15 Jahren gab es leider keine bahnbrechenden Erfolge mehr. Die bisherigen Bemühungen mit Medikamenten und Impfstoffen sind alle wegen fehlender Wirksamkeit oder schwerer Nebenwirkungen gescheitert. Die letzten Neuzulassungen gab es in den 90er-Jahren.

Deutlicher Umsatzrückgang in den letzten Jahren

Dabei wäre ein neuer Blockbuster genau das gewesen, was Eli Lilly gebraucht hätte. Denn mit einem Jahresumsatz von zuletzt von 19,59 Milliarden Dollar lagen die Erlöse deutlich unter dem Niveau von 2011. Hier gingen bei dem Pharmariesen noch 24,28 Milliarden Dollar durch die Bücher. Auslaufende Patente hatten die Geschäftsentwicklung deutlich gebremst.

Auch beim Gewinn musste Eli Lilly Abstriche machen. Mit 2,40 Milliarden Dollar Gewinn erreichte das Unternehmen eine Gewinnspanne von 12,07%. Damit war der Pharmakonzern meilenweit von seinen alten Rekordmargen von über 20% entfernt.

Analysten sehen Talsohle dennoch erreicht

Mitte Dezember will Lilly nun eine überarbeitete Prognose für das Gesamtjahr und einen Ausblick für 2017 veröffentlichen. Die Analysten rechnen trotz des Rückschlags mit positiven Zuwächsen in den kommenden Jahren. Von 3,53 Dollar je Aktie soll der Gewinn bis auf 4,85 im Jahr 2019 nach oben klettern. Das durchschnittliche Kursziel sehen die Analysten mit 86,71 Dollar deutlich über dem aktuellen Börsenkurs von 68 Dollar (keine Kaufempfehlung).

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