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Facebook Aktie: Was ist durch die WhatsApp-Übernahme zu erwarten?

In der vergangenen Woche beherrschte die Übernahme des Kurznachrichten-Diensts WhatsApp durch das Online-Netzwerk Facebook die Schlagzeilen.

Wenn Sie selbst WhatsApp auf Ihrem Smartphone installiert haben, ist Ihnen der Vorteil dieser Anwendung bekannt: Für weniger als einen Dollar im Jahr können Sie so viele Kurznachrichten versenden, wie Sie möchten.

Dass dieser „Kampfpreis“ gut für Sie als Verbraucher ist, erklärt sich von selbst. Doch die Frage bleibt offen, was die Übernahme von WhatsApp für Facebook-Aktionäre bedeutet. Schließlich hat Facebook mit 19 Milliarden $ einen stolzen Preis für ein Unternehmen hingeblättert, dass derzeit gerade einmal rund 55 Mitarbeiter beschäftigt.

19 Milliarden $: Ein hoher Preis für geringe Umsätze

Alle großen IT-Firmen sind im harten Wettbewerb darauf angewiesen, den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verpassen. Es liegt daher nahe, dass sich ein Unternehmen wie Facebook für ein kleineres, populäres Unternehmen wie WhatsApp interessiert. Die Frage ist bloß, ob der hohe Kaufpreis gerechtfertigt ist.

Einfache Rechnung: WhatsApp hat derzeit 450 Millionen Nutzer. Jeder Nutzer zahlt pro Jahr einen Preis von ca. 1 $ für die Versendung von beliebig vielen Kurznachrichten. Bei einem Kaufpreis von 19 Milliarden $ für das Unternehmen zahlt Facebook also 42 $ pro Nutzer – und würde 42 Jahre benötigen, um den Kaufpreis wieder hereinzuholen.

Die Frage bleibt also offen, wie Facebook-Chef Zuckerberg mit dem WhatsApp genug Geld verdienen will, um den hohen Kaufpreis zu rechtfertigen.

WhatsApp: Der Vergleich mit Youtube und Skype

Wenn große IT-Unternehmen kleinere, aufstrebende Wachstumsunternehmen aufkaufen, kann dies zwar gut gehen – muss es aber nicht.

Im Jahr 2005 übernahm eBay die Internettelefoniefirma Skype für 2,6 Milliarden $. Umgerechnet legte eBay damals 48 $ pro Nutzer auf den Tisch. Der Deal rechnete sich für eBay schließlich nicht. Skype wurde später weiterkauft.

Dass es auch anders laufen, zeigt das Beispiel Youtube. Google kaufe die Video-Plattform im Jahr 2006 für 1,6 Milliarden $. Im vergangenen Jahr wurde der Wert von Youtube auf 21,3 Milliarden $ geschätzt.

Ausgehend vom Kaufpreis, den Google gezahlt hat, hat sich der Wert von Youtube also mehr als verzwölffacht – ein hervorragendes Investment für Google.

Eine Frage des Preises und der zukünftigen Erträge

Der Zukauf von WhatsApp kann sich für Facebook natürlich als sinnvoll herausstellen. Zum einen ist das eine Frage des Preises. Zum anderen muss Facebook eine nachhaltige Strategie entwickeln, wie man mit WhatsApp in Zukunft höhere Erlöse erzielen will.

Werbung scheidet hier wohl aus. Facebook-Chef Zuckerberg hat bereits klargemacht, das WhatsApp auch weiterhin werbefrei bleiben soll.

Wenn Sie über den Kauf der Facebook-Aktie nachdenken, sollten Sie diesen nicht allein wegen der WhatsApp-Übernahme tätigen, sondern weil Sie vom sonstigen Geschäftsmodell von Facebook überzeugt sind.

Die WhatsApp-Übernahme selbst als Kaufargument der Aktie lässt aus meiner Sicht heute noch zu viele Fragen offen.

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