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Fresenius-Aktie: Gesundheitskonzern im Kaufrausch

Jetzt macht Fresenius Firmenchef Stephan Sturm Ernst. Kaum ist die mit dem Kauf des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud für 5,8 Milliarden Euro größte Übernahme der Firmengeschichte unter Dach und Fach, folgt der nächste Schlag. In einem spektakulären Milliarden-Deal verstärkt sich jetzt der hessische Gesundheitskonzern in den USA. Den Anlegern scheint der Zukauf zu gefallen. Die Aktie notiert trotz der kräftigen Zugewinne der vergangenen Tage weiter nahe ihrem Allzeithoch.

Das Geld sitzt locker

Innerhalb weniger Monate meldet der Bad Homburger Gesundheitskonzern erneuten Vollzug. Für 34 Dollar je Aktie schluckt Fresenius den auf Nachahmer-Medikamente spezialisierten US-Konzern Akorn. Das entspricht einem Unternehmenswert rund 4,4 Milliarden Dollar.

Zusätzlich übernimmt der Konzern Schulden im Wert von rund 410 Millionen Euro. Sollten bestimmte Entwicklungszielen in den kommenden Jahren erreicht werden, müsste Fresenius weitere 500 Millionen Euro auf den Tisch legen.

Attraktives Angebot für die Anleger

Dabei ist der Deal für den US-Wettbewerber durchaus attraktiv. Zum Zeitpunkt von den Verhandlungen war das Unternehmen noch 1 Milliarden Dollar weniger wert. Für den stolzen Kaufpreis verleibt sich Fresenius einen Generikakonzern mit mehr als 2.000 Mitarbeitern ein, der im vergangenen Jahr einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Dollar erzielte.

Bei einem Nettogewinn von 184 Millionen Dollar betrug die Gewinnmarge 16,50%. Aber auch für Fresenius sollte sich der Zukauf rechnen. Immerhin peilt die Konzernführung jährliche Synergieeffekte von 100 Millionen Dollar ein. Darüber hinaus erhält Fresenius guten Zugang zu kleineren amerikanischen Klinken.

Überraschender Deal mit Merck verkündet

Der Akorn-Zukauf ist aber nicht die einzige Überraschung. Denn Fresenius gab gleich einen weiteren Deal bekannt. Für 170 Millionen Euro schluckt die Generika-Sparte Kabi nämlich das Biosimilar-Geschäft, also den Bereich mit Nachahmermedikamenten, des Darmstädter Pharmariesen Merck. Auch hier könnten weitere 500 Millionen Euro fällig werden, sollte die übernommene Sparte bestimmte Meilensteine erreichen.

In diesem Geschäft rechnet Fresenius aber erst ab 2023 mit einem deutlich positiven Ergebnisbeitrag. Bei den Umsätzen wollen die Hessen einen hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich erreichen. Dafür sind aber erst einmal kräftige Investitionen notwendig. Kaufpreis und Meilensteinzahlungen inklusive will Fresenius 1,4 Milliarden Euro in das Geschäft stecken. Dabei gilt der Bereich als Wachstumssegment, da in den kommenden Jahren einige der größten Marken-Biopharmazeutika ihren Patenschutz verlieren.

Übernahmen sollen mit Fremdkapital finanziert werden

Die Zukäufe werden sich nach Einschätzung des Konzerns ab 2021 positiv auf das Ergebnis auswirken. Auf eine Kapitalerhöhung will der Konzern allerdings verzichten. Die Übernahmen will Fresenius nämlich mit Fremdkapital finanzieren.

Management hält an Gewinnzielen fest

Unterdessen hält das Management an den Gewinnzielen fest und erhöht diese nicht. Die Erlöse sollen um mehr als die Hälfte auf 43 bis 47 Milliarden Euro steigen. Dabei sind die jetzt erfolgten Zukäufe noch nicht eingerechnet. . Für 2020 bestätigte das Management sein ausgegebenes Gewinnziel von 2,4 bis 2,7 Milliarden Euro. Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Gesellschaft einen Umsatz von 29,08 Milliarden Euro.

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