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Kraft Foods-Aktie: Starinvestor Warren Buffett fädelt neuen Milliarden-Deal ein

Das Übernahmekarussell dreht sich immer weiter. Diese Woche wurde ein neuer Milliarden-Deal angekündigt.  Gemeinsam mit dem brasilianischen Finanzinvestor 3G will Warren Buffett den Lebensmittelriesen Kraft mit seiner Beteiligung Heinz zusammenführen.

Mit dem Zusammenschluss des Ketchup-Herstellers Heinz und Kraft Foods entsteht der drittgrößte Nahrungsmittel- und Getränkekonzern Nordamerikas. Mit Umsätzen von rund 28 Mrd. US-Dollar belegt der neue Gigant weltweit den fünften Platz. Auf Platz eins liegt unverändert der Schweizer Riese Nestle mit umgerechnet 95 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz.

Das Sagen im fusionierten Unternehmen werden die Heinz-Aktionäre haben: Sie erhalten 51% der Anteile. An der Spitze des Konzerns soll Heinz-Chef Bernardo Hees stehen.

Die Kraft-Aktionäre werden mit 49% beteiligt sein. Sie sollen zusätzlich zu einer Vergütung in Aktien eine Dividende von insgesamt rund zehn Mrd. US-Dollar in bar von den Heinz-Eigentümern erhalten.

Hohes Synergiepotenzial erwartet

“Das ist meine Art einer Transaktion: zwei Unternehmen von Weltklasse zu vereinen und Shareholder-Value zu schaffen”, erklärte Buffett in der Mitteilung. Er zeigte sich  begeistert über die Aussichten für das kombinierte Unternehmen.

An Synergiepotenzial rechnen 3G und Berkshire unter anderem mit Kosteneinsparungen von etwa 1,5 Mrd. Dollar bis Ende 2017. Ab 2017 wird ein positiver Beitrag zum Gewinn je Aktie erwartet. Die beiden Unternehmen wollen mit der Fusion insbesondere das Wachstum ankurbeln.

Das neu formierte Unternehmen hat alleine 8 Marken, die mehr als 1 Mrd. US-Dollar Umsatz einfahren, während 5 Marken zwischen 500 Mio. und 1 Mrd. US-Dollar liegen.

Lebensmittelmarkt wird anspruchsvoller

Die großen Hersteller kämpfen mit neuen Branchentrends, denn immer mehr Verbraucher setzen auf Gesundheitsnahrung und Naturprodukte.

Kraft selbst hatte sich im Jahr 2012 in zwei Teile aufgespalten. Die Snacksparte und das internationale Geschäft mit bekannten Marken wie Milka und Jacobs wurden unter dem Namen Mondelez ausgegliedert.

Kraft behielt dagegen das kleinere nordamerikanische Geschäft. Hierzu zählten  unter anderem die US-Getränke- und Käsesparte sowie das Fertigprodukte-Geschäft. Trotz einer Reihe etablierter Marken tat sich Kraft zuletzt schwer damit, das Umsatzwachstum anzukurbeln.

Nicht der erste Deal von Buffett und 3G Capital

Die Transaktion ist nicht die erste Zusammenarbeit der beiden Investoren. Buffett hatte sich vor 2 Jahren bereits mit den Brasilianern zusammengetan, um Heinz zu erwerben. Im Nachgang unterstützte der Milliardär 3G Capital dabei, deren Burger King Beteiligung mit der kanadischen Doughnut-Kette Tim Hortons zusammenzubringen.

Hinter 3G Capital steht der schweizerisch-brasilianische Milliardär Jorge Paulo Lemann. Zu seinen Beteiligungen gehört auch die Brauereigruppe Anheuser-Busch, zu deren Marken auch das deutsche Becks Bier gehört.

In einer ersten Reaktion zeigten sich die Anleger geradezu euphorisch. Der Aktienkurs von Kraft Foods stieg um 40% auf 86 USD.

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