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Pfeiffer Vacuum-Aktie: Großaktionär legt Offerte für Pumpenhersteller auf den Tisch

Jetzt ist das passiert, worauf viele Anleger lange spekuliert hatten. Denn die Übernahmegerüchte sind seit dem Einstieg der Busch Holding bei dem Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum vor über einem Jahr nicht mehr abgerissen. Damals hatte die Unternehmerfamilie nämlich ein Aktienpaket von 27,19% übernommen.

Die Anleger bezweifelten, dass die Busch Holding das Investment wirklich nur als finanzielle  Beteiligung  betrachtet, auch wenn der neue Großaktionär dies stets betonte. Jetzt ist die Katze aus dem Sack – die Busch Holding macht Ernst und legt ein Übernahmeangebot auf den Tisch. Die Aktie von Pfeiffer Vacuum reagierte mit einem Freudensprung und schoss über das Niveau des Übernahmepreises hinaus.

Wie ist die Übernahme einzuschätzen? Macht der Deal strategisch überhaupt Sinn? Was können die Anleger in Zukunft von Pfeiffer Vacuum erwarten?

Pfeiffer Vacuum – familiengeführter Weltmarktführer

Bevor wir auf die Details der Übernahme kommen, möchte ich Ihnen zuerst den deutschen Traditionskonzern näher vorstellen. Pfeiffer Vacuum wurde bereits im Jahr 1890 gegründet und ging 1996 als erstes deutsches mittelständisches Unternehmen an die New Yorker Börse. Das Unternehmen ist deutlicher Weltmarktführer bei Turbomolekularpumpen.

Die Produkte werden in einem breiten Spektrum von kommerziellen und analytischen Anwendungen verwendet unter anderem bei der Herstellung von Halbleitern, CDs, Computerfestplatten, optischen Linsen, Monitoren, aber auch bei Glühlampen, Autoelektronik, Autoscheinwerfern, gefriergetrockneter Nahrung oder Elektronenmikroskopen.

Unangefochtene Nummer Eins bei Turbomolekularpumpen

Pfeiffer Vacuum ist mit einem geschätzten Marktanteil von ca. 18% nach der britischen Edwards der weltweit zweitgrößte Anbieter von Vakuumtechnologie. Bei Turbomolekularpumpen zur Erzeugung eines Hochvakuums ist das Unternehmen mit einem geschätzten Anteil von mindestens 35% klarer Weltmarktführer.

Die bedeutendsten Wettbewerber des Unternehmens sind vor allem die Oerlikon Leybold Vacuum Muttergesellschaft Oerlikon) sowie Edwards (UK), Varian (US) und Osaka Vacuum (Japan). Durch die Übernahmen von Trinos und Adixen verfügt Pfeiffer Vacuum über das breiteste Produktspektrum der  Branche und ist als einziger Anbieter in der Lage, den Kunden komplette Vakuumlösungen zu offerieren.

Übernahmeangebot mit nur geringer Prämie

Nach einer längeren Seitwärtsphase der Aktie hat die Busch Holding nun ein Kaufangebot vorgelegt. Der nicht börsennotierte Konkurrent bietet 96,20 Euro je Aktie. Auf den ersten Blick kein üppiger Aufschlag.

Der Übernahmepreis liegt gerade einmal 12% über dem volumengewichteten Durchschnittskurs vor Bekanntgabe des Angebots. Bei dem Angebot handelt es sich um eine Barofferte, die an keine  Mindestannahmeschwelle gekoppelt ist.

Übernahme war absehbar

Unerwartet kam die Offerte nicht. Schon das initiale Investment im Gegenwert von gut 300 Mio. Euro durch die Unternehmerfamilie hat nicht unbedingt dafür gesprochen, dass es hier wirklich nur um finanzielle Interessen geht. Zuletzt hatte sich die Busch-Gruppe weitere Anteile gesichert und der 30%-Marke genähert. Darüber hinaus ist Busch Holding auch ein Hersteller von Vakuumtechnologie und dementsprechend gut vertraut mit dem Geschäft von Pfeiffer.

Da die Produkte überwiegend komplementär sind (Busch Holding produziert Grob- und Feinvakuumgeräte, während Pfeiffer im Bereich Fein- und Hochvakuumgeräte aktiv ist), sind Bedenken der Kartellbehörden eher unwahrscheinlich.

Verbesserung der Geschäfte erwartet

Pfeiffer hat für 2016 deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen angepeilt, nachdem der Konzern im Jahr zuvor nach dreijähriger Durststrecke zurück auf Wachstumskurs gekommen war. Bei Erlösen von 451,5 Mio. Euro verbuchte der Konzern ein Vorsteuerergebnis (Ebit) von 60,8 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote ist mit 64% weiterhin grundsolide. Die endgültigen Zahlen werden am 21. Februar erwartet.

Eine Stellungnahme der Konzernführung von Pfeiffer Vacuum zur Übernahme mit einer Empfehlung für die Anleger ist bislang noch nicht veröffentlicht. Die Anleger zeigen sich aber zuversichtlich und spekulieren unterdessen auf eine Erhöhung des Angebotspreises.

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