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Pfizer-Aktie: Pharmariese zieht Schlussstrich und legt Aufspaltungspläne ad acta

Manchmal ziehen sich Entscheidungsprozesse bei Großkonzernen über Jahre hin. So auch bei dem Pharmagiganten Pfizer. Seit 2011 prüfte das Unternehmen seine Aufspaltung in die beiden Geschäftsbereiche neuartige Arzneimittel und Generika. Jetzt hat sich Pfizer überraschend gegen diesen Schritt entschieden und die Aufspaltungspläne in der Schublade begraben.

Die Aktie nahm die Nachrichten mit einem spürbaren Kursverlust auf. Kein Wunder – hatten doch gerade die Analysten dem Konzern immer wieder nahegelegt, sich auf das profitable Geschäft mit patentgeschützten Mitteln zu fokussieren.

Was das für den Konzern bedeutet und wie die weitere strategische Stoßrichtung aussieht, erfahren Sie jetzt.

Pfizer zieht Schlussstrich

Die Aufspaltungspläne verschwinden vorerst in der Schublade, aber Firmenchef Ian Read behält sich ein Hintertürchen offen. Denn die Finanzberichterstattung soll weiterhin so erstellt werden, dass die Option für eine Aufspaltung der Geschäftsbereiche erhalten bleibt. Warum das Ganze hin und her?

In der Summe mehr Wert als alleine

Die ursprüngliche Intention der Aufspaltung war, dass die beiden Geschäftsbereiche getrennt mehr wert sein könnten als zusammen. Diese Theorie lesen Sie öfter und die Begründung leuchtet sogar ein. Je fokussierter ein Geschäftsmodell ist, desto höher fallen in der Regel die Bewertungen aus, da sich die Investoren leichter mit diesen Firmen tun.

Bei stark diversifizierten Konzernen finden Sie häufig einen sogenannten Konglomeratsabschlag, da die Summe der Geschäftsbereiche schwierig zu bewerten ist und die zukünftige Geschäftsentwicklung schwer zu prognostizieren ist.

Jetzt argumentiert Read, dass sich die Bewertungslücke geschlossen hat. Die Vorteile einer Aufspaltung seien bereits jetzt erzielt, indem die beiden Segmente mit einem eigenständigen Management separat gesteuert werden. Zugleich ist die operative Stärke größer im Gesamtkonzern.

Wachstum durch Zukäufe

An der zukünftigen Strategie des Pharmagiganten wird dies aber ohnehin nicht viel ändern. Denn Pfizer wird weiter an seiner strammen Einkaufspolitik festhalten. Gerade erst hat sich der Pharmakonzern im Bieterwettstreit um den US-Krebsspezialisten Medivation durchgesetzt und legte dafür immerhin 14 Milliarden Dollar auf den Tisch. Zugleich schluckt das Unternehmen die Antibiotika-Sparte der britischen AstraZeneca für mehr als 1,5 Milliarden Dollar.

Darüber hinaus versucht sich Pfizer, wie die Wettbewerber Bristol-Myers Squibb und Celgene, im Bereich der Gentherapien zu verstärken. Diese haben zum Ziel, korrigierende Gene in die gestörten Zellen einzusetzen.

Während die US-Gesundheitsbehörde noch keine solche Gentherapie genehmigt hat, gab es in Europa bereits zweimal grünes Licht – einmal für die Behandlung einer seltenen Immunkrankheit bei Babys, die von GlaxoSmithKline entwickelt wurde. Die zweite Zulassung erhielt uniQure zur Behandlung einer Bluterkrankung.

Seit 78 Jahren fließt die Dividende

Während die abgesagte Aufspaltung die Anleger wenig erfreut hat, so dürfte doch die Dividendenpolitik des Konzerns die Investoren besänftigen. Denn mit einer Quartalsdividende von 30 Cent je Aktie schüttet Pfizer seine 312. Quartalsdividende in Folge aus.

Auf das Jahr hochgerechnet fließen den Investoren damit 1,2 Dollar je Anteilsschein zu – auf dem aktuellen Kursniveau entspricht dies einer Dividendenrendite von 3,56%.

Gewinnrückgang von 23% –  Prognose bestätigt

Die Erlöse kletterten im zweiten Quartal um 11% auf 13,01 Milliarden Dollar. Ohne den 16 Milliarden Dollar schweren Zukauf von Hospira, den Pfizer im vergangenen Herbst abgeschlossen hatte, wäre der Umsatz nur 4% gewachsen. Unter dem Strich musste Pfizer einen deftigen Gewinnrückgang von 23% auf 2,02 Milliarden Dollar hinnehmen.

Grund waren Restrukturierungskosten und Aufwendungen für Übernahmen. An der Prognose hielt der Konzern allerdings fest. Bei einem Jahresumsatz von 51 bis 53 Milliarden Dollar soll der bereinigte Gewinn je Aktie 2,38 bis 2,48 Dollar betragen.

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