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Risikoprämien: Droht Gefahr für den Aktienmarkt?

Das Thema Schuldenkrise hat zunächst seinen großen Schrecken verloren.

Bereits im Sommer 2012 habe ich Sie in meinen Artikeln darauf hingewiesen, dass an den Kreditmärkten auf absehbare Zeit erst einmal wieder Entspannung angesagt ist.

Von dieser Entwicklung hat auch der Aktienmarkt profitiert – und auf dem Weg nach oben viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, die ihr Depot zu lange auf den „Krisen-Modus“ mit hohen Tages- und Festgeldquoten ausgerichtet haben.

Inzwischen wird der unterschätzte Konjunkturaufschwung von immer mehr Marktteilnehmern anerkannt. Doch gerade wenn die Märkte gut laufen, sollten Sie mögliche Risiko-Quellen im Blick behalten.

Losgelöst von der Schuldenkrise in Europa weisen die Kreditmärkte meistens schneller auf anstehende Krisenereignisse hin als der Aktienmarkt. Für Sie als Aktienanleger ist dies eine gute Nachricht.

Denn so können Sie durch die Entwicklung der Risikoprämien am Kreditmarkt frühzeitig erkennen, wann Sie Ihre Aktienquoten in Ihrem Depot reduzieren sollten.

Was sind Risikoprämien am Kreditmarkt?

Der Zinssatz von verschiedenen Anleihen ist neben der Laufzeit maßgeblich von der Bonität des Schuldners abhängig.

Gute Schuldner mit hoher Bonität müssen für ausgegebene Anleihen einen niedrigeren Zins zahlen als schlechte Schuldner mit niedriger Bonität. Länder wie die USA zahlen daher einen niedrigeren Zins als beispielsweise hoch verschuldetet Unternehmen.

Die Differenz zwischen den Zinssätzen von Anleihen unterschiedlich „guter“ Schuldner wird als Risikoprämie bezeichnet.

So ist z.B. die Risikoprämie zwischen Staatsanleihen der USA und den Unternehmensanleihen eines krisengeschüttelten, hochverschuldeten Stahlkonzerns sehr hoch, zwischen Staatsanleihen der USA und der BRD hingegen sehr niedrig.

Wie ist die Entwicklung der Risikoprämien zu interpretieren?

Um Ihnen zu erläutern, wie Sie aus den Risikoprämien aufziehende Gefahren für den Aktienmarkt erkennen können, möchte ich Ihnen den folgenden Chart erläutern:

Risikoprämien am Kreditmarkt

Risikoprämien_2013_12

In blau sehen Sie den Verlauf der US-Aktienmarkts (S&P 500) seit Anfang der 90er Jahre. Die farbigen Linien zeigen den Verlauf der Risikoprämien – in der Legende oben als Spreads bezeichnet – für verschiedene Anleihensegmente:

  • Gelb: Unternehmensanleihen schlechter Bonität – Sichere Staatsanleihen der USA
  • Rot: Unternehmensanleihen schlechter Bonität – Unternehmensanleihen guter Bonität
  • Grün: Unternehmensanleihen guter Bonität – Sichere Staatsanleihen der USA

Wenn die Renditen für riskante Papiere stärker steigen als für sichere Titel, so steigt auch die Risikoprämie an. Wie Sie in dem Chart sehen, kam es im Vorfeld der beiden großen Aktien-Bärenmärkte von 2001 bis 2003 und in 2008 zu einem Anstieg der Risikoprämien.

Besonders gut zu erkennen ist dieses Gefahrenzeichen beim Spread zwischen Unternehmensanleihen schlechter Bonität und den sicheren Staatsanleihen (gelb).

Hier war es in den 90er Jahren zunächst ruhig, bevor es ab Mitte 1998 und dann vor allem in 1999/2000 zu einem deutlichen Anstieg der Risikoprämien kam.

Vor dem anschließenden Bärenmarkt hätten Sie als mittel- bis langfristig orientierter Aktienanleger also rechtzeitig ihre Aktienquoten reduzieren können.

Ähnlich vor dem Bärenmarkt in 2008: Auch hier kam es zuvor im Herbst 2007 zu einem steilen Anstieg der Risikoprämien.

Derzeit keine Gefahr für den Aktienmarkt

Wenn Sie Ihren Blick jetzt auf den rechten Rand des Charts werfen, dann sehen Sie die aktuell fallenden Risikoprämien.

Das Fazit für Sie als Anleger: derzeit gehen vom Kreditmarkt keine objektiv messbaren Gefahren für Ihre Aktien-Positionen aus.

Sollten doch irgendwann wieder dunkle Wolken am Kreditmarkt aufziehen, so werde ich Sie an dieser Stelle rechtzeitig informieren.

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