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Schaeffler-Aktie: Automobil-Zulieferer nach Gewinn-Warnung im Sinkflug

Wie gewonnen, so zerronnen:

Nach einer starken Aufwärts-Bewegung von Dezember bis Ende März haben sich die Gewinne bei der Aktie des Automobil-Zulieferers mittlerweile wieder komplett verflüchtigt.

Um satte 25% ging es mit den Papieren seit April in den Keller.

Das Fass zum Überlaufen brachte gestern eine Gewinn-Warnung, die alleine für einen Tagesverlust von zeitweise über 10% sorgte. Damit liegt die Aktie seit Jahresbeginn 9% hinten.

Für Sie zum Vergleich: der MDAX (Index für mittelgroße Firmen) konnte im gleichen Zeitraum um mehr als 12% zulegen.

Weltweit führender Automobil-Zulieferer

Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender integrierter Automobil- und Industrie-Zulieferer. Zum Produkt-Portfolio des Unternehmens gehören:

  • Präzisions-Komponenten und Systeme für Motor, Getriebe und Fahrwerk
  • sowie Wälz- und Gleitlager-Lösungen für eine Vielzahl von Industrie-Anwendungen.

Als Zulieferer für die Automobil-Industrie bietet Schaeffler u. a. Folgendes an:

  • Ventilspielausgleichs-Elemente,
  • Wälzlagerungen für Motorwellen,
  • Kupplungen und Doppelkupplungs-Systeme,
  • Radlager
  • und Servolenkungen.

Für die Industrie ist der Konzern in den Sparten Mobilität, Erneuerbare Energien sowie als Systempartner bei der Entwicklung von Produktionsm-Maschinen oder Lagersystemen für die Luft- und Raumfahrt tätig.

Abgerundet wird das Angebot durch umfassende Service-Leistungen und die Bereitstellung von Ersatzteilen.

Preisdruck hinterlässt Bremsspuren

Die Gründe für die Gewinn-Warnung sind schnell erklärt:

  • Zum einen spürt der Herzogenauracher Konzern den Preisdruck der Autobauer, die diesen an ihre Zulieferer weiterreichen.
  • Zum anderen belasten teure Entwicklungs-Projekte im Bereich der E-Mobilität die Bilanz.
  • Darüber hinaus musste Schaeffler mit Engpässen bei der Belieferung der Händler mit Ersatzteilen verkraften.

Statt der angepeilten Umsatz-Rendite von 12 – 13% vor Steuern, Zinsen und Sondereffekten (Ebit-Marge) peilt Schaeffler mithin jetzt nur noch 11 – 12% an.

Im 1. Halbjahr hat die Marge bei 11% gelegen. Der freie Mittelzufluss dürfte zudem nicht bei rund 600 Mio. €, sondern nur bei 500 Mio. € liegen.

Umsatzp-Prognose bleibt bestehen

Vor dem Hintergrund der deutlichen Gewinn-Warnung trat die Bestätigung der Umsatz-Prognose durch die Konzernführung in den Hintergrund.

Auf Jahressicht peilt der MDAX-Konzern einen währungsbereinigten Anstieg der Erlöse um 4 – 5% an. Damit könnten zwischen 13,75 und 13,88 Mrd. € an Jahres-Umsatz herausspringen.

Gewinn-Warnung rüttelt komplette Branche durch

Das Brisante war das Firmenchef Klaus Rosenfeld in einer Telefonkonferenz den Preisdruck als branchenweit klassifizierte und anmerkte, dass es sich bei Schaeffler beileibe um einen Einzelfall handelt.

Das sorgte bei zahlreichen Aktien von Automobil-Zulieferern für deutliche Kurs-Abgaben.

Auffällig war hingegen, dass mit den Branchen-Größen Bosch und Continental gleich 2 Wettbewerber auf die Gewinn-Warnung reagierten und explizit an ihren Prognosen festhielten.

Analysten zeigen sich noch optimistisch

Auch die Analysten sind von der Gewinn-Warnung überrascht worden. Die Experten erwarten im kommenden Geschäftsjahr im Schnitt einen Gewinn-Anstieg von 1,65 auf 1,79 € je Aktie.

Damit ergäbe sich ein optisch günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 8 für 2018. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 17 € knapp 35% über dem aktuellen Kursniveau.

Sie können aber davon ausgehen, dass in den kommenden Tagen die Schätzungen nach unten angepasst werden.

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