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Serie Dividendenaktien: Sind Dividendentitel die besseren Aktien?

In einer kleinen dreiteiligen Serie möchte ich Ihnen in dieser Woche das Thema Dividendenaktien näher bringen.

Im ersten Teil werde ich heute auf allgemeine Fragen eingehen, die sich mit der Wertentwicklung von Dividendenaktien beschäftigen.

Sind Dividendenaktien nur in einem schwierigen Marktumfeld interessant?

Fakt ist, dass Dividendenaktien im Bärenmarkt eine deutliche Überrendite gegenüber anderen Aktien aufweisen.

Beispielsweise haben die Dividendenzahler im S&P 500 während der großen Abwärtsbewegungen der letzten vierzig Jahre im Schnitt 13,5% pro Jahr verloren.

Das sind weniger als die 16,4% Verlust des breiten Marktes und erheblich weniger als die 26% Verlust der Aktien, die keine Dividende zahlen.

Doch diese Outperformance wird im Schnitt während des folgenden Bullenmarkts nicht wieder abgegeben. Hier haben Dividendenaktien pro Jahr 20,6% erzielt, während der breite Markt 19,9% und die Nicht-Dividendenzahler nur 17,2% einbrachten.

Sind Dividendenaktien weniger attraktiv, wenn die Zinsen steigen?

Nein. Man könnte zwar meinen, der Dividendenaspekt wird weniger wichtig, wenn die Zinsen steigen und damit eher eine Konkurrenz zu Dividenden darstellen.

Doch dies ist historisch nicht richtig. In Phasen, in denen die Zinsen durch die Notenbanken angehoben wurden erzielten Dividendenaktien im Jahresschnitt eine Rendite von 2,2% während Aktien ohne Dividende um 1,8% zulegten.

Während der Zinssenkungsphasen ist aber die Outperformance von Dividendenaktien gegenüber Nicht-Dividendenzahlern am deutlichsten (+10,0% gegenüber -2,5%).

Und auch in den „neutralen“ Zinsumfeldern legen die Dividendentitel mehr zu (+12,3% gegenüber +6,2%).

Machen Dividenden im Verhältnis zu den Kursgewinnen überhaupt viel aus?

Allerdings. Man vergisst dabei leicht, dass es nicht nur auf die Dividende als solches ankommt. Durch die Dividende kann jedes Jahr ein wenig mehr neu investiert werden.

Und dieses „wenig mehr“ hat durch den Zinseszinseffekt einen erheblichen Einfluss auf den langfristigen Total Return aus – also auf das Gesamtergebnis inklusive Kursgewinne plus Dividende.

In den vergangenen Jahrzehnten hätte die Dividendenkomponente relativ zum gesamten Anlageerfolg folgende Beiträge beigesteuert:

1940er: 75%

1950er: 47%

1960er: 52%

1970er: 78%

1980er: 44%

1990er: 27%

Dividenden machen also langfristig einen erheblichen Anteil am Anlageerfolg aus.

Man lässt sich in Bezug auf die Kursgewinne hier leicht durch den Super-Bullenmarkt der neunziger Jahre blenden. Doch selbst hier haben die Dividenden rund ein Viertel der Gesamtperformance ausgemacht.

In der letzten Dekade lässt sich ein positiver Total Return nicht berechnen, da das Gesamtergebnis knapp negativ war – dass es „nur“ knapp negativ war ist auch hier den Dividenden zu verdanken.

Fazit

Dividenden sind langfristig kein „nettes Schmankerl obendrauf“, sondern ein wichtiger Bestandteil Ihres Anlageerfolgs.

Und entgegen landläufigen Meinungen, sind sie auch unabhängig vom Gesamtmarkt- und Zinsumfeld die besseren Aktien.

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