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Stada-Aktie: Geht der Übernahmekampf in die 2. Runde?

Heiß her geht es im Moment bei dem Bad Vilbeler Pharma-Konzern Stada. Wenige Tage nach dem gescheiterten 1. Übernahme-Versuch wird die Führungsetage ausgewechselt.

Zudem wird spekuliert, dass die beiden Finanz-Investoren Bain und Cinven einen neuen Übernahme-Versuch wagen könnten.

Dem Aktienkurs verleihen die Gerüchte spürbaren Rückenwind:

Mit einem Tages-Plus von über 2% steigt die Aktie wieder Richtung 64 € und hat sich damit deutlich von ihren Verlusten der Vortage erholt.

Finanz-Investoren könnten Sperrfrist umgehen

Erst wenige Tage ist es her:

Statt der Mindestannahme-Quote von 67,5% erreichten die Finanz-Investoren Bain und Cinven lediglich 65,5% der Anleger-Stimmen für ihre Übernahme-Offerte bei 66 €.

Das lag offenbar an einigen Hedgefonds, die ihre Anteile in der Hoffnung auf einen höheren Übernahmepreis nicht eingereicht hatten.

Eigentlich haben die beiden Investoren jetzt eine Sperrfrist von 1 Jahr, in der sie laut Gesetz kein neues Angebot vorlegen dürfen.

Doch das könnten die beiden Firmen geschickt umgehen: Zum einen muss bei der BaFin ein Antrag auf Befreiung von der Sperrfrist eingelegt werden.

Wenn dieser vorliegt und Stada einen neuen Anlauf unterstützen würde, dann wäre der Weg frei für ein neues Übernahme-Angebot.

Annahme-Schwelle könnte gesenkt werden

Aus informierten Kreisen ist zu hören, dass der Preis im Rahmen des neuen Angebots gleich bleiben wird. Damit wird Stada inklusive Schulden mit 5,3 Mrd. € bewertet.

Anpassungen dürfte es hingegen bei der Annahme-Schwelle geben. Diese könnte im Rahmen eines neuen Angebots auf 65% gesenkt werden.

Aufsichtsrat leitet Personal-Rochade ein

Unterdessen hat das Stühlerücken in der Chefetage bei dem hessischen Pharma-Konzern begonnen:

Wie Stada am Vormittag mitteilte, hat der Aufsichtsrat den bisherigen Vorstands-Chef Matthias Wiedenfels abgelöst und mit sofortiger Wirkung durch den früheren Boehringer-Manager Engelbert Coster Tjeenk Willink ersetzt.

Auch der Finanzchef des Vilbeler Generika-Herstellers, Helmut Kraft, muss gehen.

Sein Nachfolger ist Bernhard Düttmann, zuletzt Finanz-Vorstand des Spezialchemie-Unternehmens Lanxess. Als Hintergründe wurden persönliche Gründe angeführt.

In Wahrheit dürften aber unterschiedliche Auffassung zur zukünftigen Ausrichtung von Stada eine erhebliche Rolle gespielt haben.

Stada peilt weiteres Wachstum an

Unabhängig von allen Übernahme-Gerüchten hatte der Pharma-Spezialist zuletzt seine Prognose bekräftigt.

Für das Geschäftsjahr 2017 geht der Vorstand unverändert von weiterem Wachstum aus.

Dabei sollte der um Währungs- und Portfolio-Effekte bereinigte Konzern-Umsatz zwischen 2,28 und 2,35 Mrd. € liegen. Das entspricht einem Umsatz-Wachstum zwischen 6,5 und 9,8%.

Beim bereinigten Konzern-Gewinn peilt Stada zwischen 195 und 205 Mio. € an.

Nach dem gescheiterten Übernahme-Versuch haben die Bad Vilbeler betont auch alleine gut gerüstet für die Zukunft zu sein.

Allerdings steigt mit der aktuellen Entwicklung die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu gar nicht kommen wird.

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