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Starbucks -Aktie: Warum die Kaffeehauskette die Prognose senken muss

Jahrelang war die Aktie der Kaffeehauskette der Liebling der Anleger. Auch wenn der Kursknick nach den Zahlen am Freitag die Kurzfristbilanz schmälert, Langfristanleger wird das wenig jucken. Auf Fünfjahressicht steht immer noch ein Kursplus von 200% auf dem Papier – seit dem Börsengang im Dezember 1999 summieren sich die Gewinne sogar auf gut 1.500%.

Aber wie geht es nach den enttäuschenden Zahlen weiter? Warum hat der Konzern seine Prognosen wirklich gesenkt? Was könnte das für die Aktie langfristig bedeuten?

Langfristbilanz tadellos

Soviel vorab: Die langfristige Geschäftsentwicklung der weltweit führenden Kaffeehauskette ist wahrlich beeindruckend. Seit 2002 explodierten die Umsätze regelrecht von 3,28 Milliarden Dollar auf 21,31 Milliarden Dollar im vergangenen Geschäftsjahr.

Noch beeindruckender als das Umsatzwachstum ist aber die Entwicklung der Gewinne. Zuletzt erzielte Starbucks bei einem Gewinn von 2,81 Milliarden Dollar eine Gewinnspanne von immerhin 13,22% und damit 10 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2008.

„Nur“ 5,6% Umsatzplus und ein 9%iger Gewinnanstieg….

Die herausragende Bilanz der zurückliegenden Jahre hat die Anleger verwöhnt und zugleich höchst anspruchsvoll gemacht. Denn die Zahlen des ersten Quartals waren gar nicht mal schlecht. Immerhin kletterten die Umsätze um weitere 5,6% auf 5,7 Milliarden Dollar in die Höhe. Während sich die operative Marge auf 19,8% erhöhte, verbesserte sich der Konzerngewinn auf 752 Millionen Dollar (+9%).

……ist den Anleger nicht genug

Diese Zuwachsraten reichen den Analysten aber nicht. Denn die Experten waren im Vorfeld der Zahlen von Erlösen in Höhe von 5,8 Milliarden Dollar ausgegangen. Auch beim Tempo des Wachstums zeigten sich die Analysten enttäuscht. Im Vorquartal konnte Starbucks nämlich noch mit einem Umsatzwachstum von 16% glänzen.

Vor allem im Heimatmarkt USA stößt das Wachstum zunehmend an seine Grenzen. Während beispielsweise die Umsätze in Asien um 18% kräftig anzogen, zeigte der US-Markt mit einem Plus von 3% nur eine sehr überschaubare Dynamik.

Prognose zurückgenommen

Nach dem schwächeren Startquartal rudert die Konzernführung auch bei den Jahreszielen nun zurück. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Starbucks jetzt nur noch einen Umsatzanstieg von 8 bis 10%. Vorher war das Management noch von zweistelligen Zuwächsen ausgegangen. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 2,09 Dollar und 2,11 Dollar liegen.

Weitere Filialen geplant

Unterdessen setzt der Konzern auf weitere Expansion. Wurden im ersten Quartal 649 neue Läden eröffnet sollen es im laufenden Geschäftsjahr immerhin 2.100 neue Filialen werden. Zur Zeit betreibt die Kaffeehauskette die stolze Zahl von 25.734 Filialen weltweit.

Zugleich setzt Starbucks auf die Wachstumsregion China. Der chinesische Anteil an der weltweiten Gesamtnachfrage liegt momentan bei ca. 2%. Dennoch hat sich der Konsum im Reich der Mitte in den letzten vier Jahren verdreifacht.

Der Konzern hat das Ziel ausgegeben, die Anzahl seiner Filialen in China bis zum Jahr 2021 auf 5000 Stück mehr als zu verdoppeln. Ob dies reicht, die Wachstumserwartungen der Anleger zu befriedigen, wird sich aber erst noch zeigen müssen.

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