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Trivago-Aktie: Börsenneuling nach schwacher Prognose im Abwärtssog

Gehe zurück auf Los. Dass ist zumindest der Eindruck, den Anleger beim Blick auf den Kurschart der Trivago-Aktie im Moment bekommen. Nachdem die Papiere im vergangen Dezember zu 11 Euro auf den Markt kamen und anschließend sprunghaft bis auf 24 Dollar nach oben kletterten, ist mittlerweile Ernüchterung eingekehrt.

Das vorgelegte Zahlenwerk konnte die Aktionäre nicht begeistern. Vielmehr sorgte der gesenkte Ausblick für einen regelrechten Ausverkauf der Aktie des Hotelpreisfinders aus Düsseldorf. Die Aktie notierte zeitweilig mit einem Tagesverlust von fast 30%.

Gut positioniert auf dem Online-Reisemarkt

Die Anlageidee zum Börsengang schien so simpel wie einleuchtend. Mit Trivago wollten die Anleger auf ein rasantes Wachstum beim weltweiten Reisemarkt setzen. Laut Experten sollen die weltweiten Erlöse nämlich von 565 Milliarden Dollar im Jahr 2016 auf 818 Milliarden Dollar bis 2020 steigen.

Dabei spielt insbesondere der ungebrochene Trend zu mehr Onlinebuchungen dem Düsseldorfer Konzern in die Hände. Denn immer mehr Kunden buchen mittlerweile ihre Reise über das Internet. Mittlerweile machen die Onlinebuchungen 22% aller Buchungen aus – nächstes Jahr sollen es schon 30% sein.

Über die unterschiedlichen Trivago-Plattformen können Reisende aus über einer Million Hotels von 250 Buchungsportalen auswählen. Erlöse generiert Trivago durch Provisionen, die das Unternehmen von den Anbietern der Kapazitäten erhält.

Zweites Quartal noch zufriedenstellend

Dabei lief das zweite Quartal für den Reisekonzern noch einigermaßen akzeptabel. Während die Umsätze um 67% auf 298 Millionen Euro nach oben sprangen, verbesserte sich Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von knapp einer Millionen Euro auf 3,2 Millionen Euro. Trotz des starken Wachstums schaffte Trivago nicht den Sprung in die Gewinnzone. Allerdings fiel das Minus mit 3,4 Millionen Euro deutlich geringer aus als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (-49,9 Millionen Euro).

Prognose wird spürbar gesenkt

Viel stärker als das zurückliegende Quartal stieß den Investoren allerdings der reduzierte Ausblick auf. Denn statt bis bisher 45% Umsatzwachstum peilt der Konzern jetzt nur noch eine Steigerung von 40% an. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll nun sogar sinken, anstatt wie bislang prognostiziert, zu steigen.

Besonders ärgerlich. Vor gerade einmal knapp vier Wochen hatte die Konzernführung die Prognose im Rahmen der Präsentation der Halbjahreszahlen noch bekräftigt. Als Gründe für die Gewinnwarnung nennt Trivago das gute Geschäftsjahr 2016 und den starken Euro. Zudem hat Trivago weniger Geld in Marketing gesteckt, wodurch weniger Leute die Webseiten besucht haben.

Analysten zeigen sich unausgewogen

Die Anleger haben nach der Prognosekürzung ihr Urteil gefällt und die Aktie fallen gelassen wie die sprichwörtlich heiße Kartoffel. Unterdessen sehen von 10 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, drei Analysten in dem Titel eine Kaufposition. Die anderen 70% raten zum Halten der Aktie. Den Sprung in die Gewinnzone erwarten die Experten erst im Jahr 2018 (0,04 Dollar je Aktie). In 2019 liegen die Konsensschätzungen dann bei 0,13 Dollar Gewinn je Anteilsschein.

Trotz der hohen Bewertung (Kurs-Gewinn-Verhältnis 2018: 304; 2019: 97) liegt das durchschnittliche Kursziel mit 16,67 Dollar 33% über dem aktuellen Kursniveau.

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