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United Technologies-Aktie: Stühle rücken in der Luftfahrbranche – Milliardendeal ante portas

Seit einigen Monaten liefen bereits die Verhandlungen, jetzt ist es amtlich. Der US-Mischkonzern United Technologies legt eine 30 Milliarden-Dollar schwere Offerte für den Flugzeugzulieferer Rockwell Collins auf den Tisch. Im Anschluss soll der Konzern mit den eigenen in diesem Bereich tätigen Sparten zusammengelegt werden.

Mischofferte aus Cash und Aktien

Gemäß der Pressemitteilung erhält  jeder Rockwell Collins-Aktionär 93,33 Dollar pro Aktie in bar und 46,67 Dollar in Aktien von United Technologies (UTC). Das entspricht aktuell einem Rockwell-Kurs von 140 Dollar je Anteilsschein. Dabei soll der Baranteil der Transaktion durch Anleihen und Barmittel finanziert werden. Die Rockwell-Aktionäre dürfte es freuen. Bereits seit Jahresbeginn zogen die Papiere deutlich (um 40%) auf zuletzt 130 Dollar an.

Verhandlungsposition soll gestärkt werden

Was ist der Hintergrund des gigantischen Deals? Ganz einfach: Mit der Übernahme macht United Technologies einen Sprung in eine andere Größenordnung und stärkt seine eigene Verhandlungsmacht deutlich. Wenn in Zukunft Boeing oder Airbus seine Lieferanten bei Preisverhandlungen unter Druck setzen will, dürfte United Technologies deutlich bessere Karten haben.

Immerhin dürfte der Umsatz beider Firmen im Luft- und Raumfahrtbereich zusammengerechnet für dieses Jahr bei 34,7 Milliarden Dollar liegen. Davon entfällt 75% auf das zivile Geschäft und der Rest auf militärische Programme. Der Exportanteil liegt bei 55%.

30 Milliarden Dollar für 5,2 Milliarden Dollar Umsatz

United Technologies ist allerdings nicht nur in der Luftfahrt tätig. Der US-Konzern ist auch ein führender Anbieter von Aufzügen, Klimaanlagen, Heizungen und Sicherheitstechnik. Bei einem Jahresumsatz von 57,24 Milliarden Dollar erzielte das Unternehmen zuletzt einen Gewinn in Höhe von 5,05 Milliarden Dollar. Für das Objekt der Begierde, Rockwell Collins, greift der Technologieriese tief in die Schatulle. Stolze 30 Milliarden Dollar inklusive Schulden legt United Technologies auf den Tisch.

Komplementäre Produktpalette für die Luftfahrtindustrie

Dafür bekommt der Konzern eine alt eingesessene Firme (Gründung 1933), die unter anderem Kommunikations-, Kontroll- und Navigationssysteme sowohl für die zivile als auch für die militärische Luftfahrt herstellt. Im vergangenen April ist Rockwell Collins sogar selbst mit einem spektakulären Zukauf aktiv geworden. Für insgesamt 6 Milliarden Dollar hat der Konzern die Übernahme von B/E Aerospace abgeschlossen und sich damit einen Hersteller von Flugzeugsitzen und Interieur ins Haus geholt.

In 2016 erzielte Rockwell Erlöse von 5,25 Milliarden Dollar und erreichte eine Gewinnspanne von 13,84% (728 Millionen Dollar Gewinn). Nach dem Deal bietet das Gemeinschaftsunternehmen eine breite Produktpalette für die Luftfahrtindustrie an – vom Touchscreen-Bildschirm im Cockpit hin zu ganzen Triebwerken.

Steht die Aufspaltung vor der Tür?

Nach dem Megadeal machen bereits Stimmen über eine mögliche Aufspaltung von United Technologies die Runde. Der verstärkte Fokus auf den Luftfahrtsektor könnte zu Veränderungen im Portfolio führen. Die Aktionäre reagieren auf die Nachricht erst einmal zurückhalten und trennen sich von den Papieren (-3%).

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