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Volkswagen Aktie: Üppiges Übernahmeangebot an Scania-Aktionäre

Der deutsche Autobauer Volkswagen hat ein Angebot zur Komplettübernahme des schwedischen Nutzfahrzeugbauers Scania abgegeben.

Die Scania-Aktie startete daraufhin mit kräftigen Kursaufschlägen in die Börsenwoche: Am Freitag schloss sie in Stockholm noch bei 147 Schwedischen Kronen. Montag ging es nach der Handelseröffnung auf knapp 200 Kronen rauf – ein Preisaufschlag von fast 35%.

Runter ging es hingegen mit den Kursen der VW-Aktie: Um über 6% ging es am Montag auf 187 € runter.

Typische Kursreaktion bei Übernahmen

Für diejenigen Leser unter Ihnen, die mit Übernahmen noch nicht so sehr vertraut sind, möchte ich erwähnen, dass die Aktienkursreaktionen bei VW und Scania sehr typisch bei solchen Deals sind.

Das übernehmende Unternehmen bietet im Regalfall einen gewissen Aufschlag beim Kaufpreis an, um sicher zu gehen, dass ausreichend viele Aktionäre des zu übernehmenden Unternehmens der Übernahme zustimmen.

Dieser Aufschlag wird vom Markt häufig als negative Nachricht aufgefasst – entsprechend geht es mit dem Kurs – wie hier bei VW – zunächst einmal herunter.

Umgekehrt ergibt sich aus diesem Aufschlag natürlich eine hervorragende Chance für die Aktionäre des zu übernehmenden Unternehmens, die hierdurch oft ein attraktives Übernahmeangebot erhalten. Mit dem Aktienkurs geht es infolgedessen herauf – wie am Montag bei Scania.

Der Scania-Deal im Detail

Volkswagen unterbreitet den Scania-Aktionären ein Übernahmeangebot von 200 Kronen pro A-Aktie bzw. B-Aktie – umgerechnet knapp 22,4 €. Das gesamte Kaufvolumen würde bei Annahme des Angebots somit rund 6,7 Milliarden € betragen.

Das bedeutet gerechnet auf den für Übernahmen oft betrachteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate einen Aufschlag von saftigen 57% auf die A-Aktie bzw. 53% auf die B-Aktie. Die Aufschläge sind gemessen an dem, was üblicherweise für Übernahmen gezahlt wird, sehr hoch.

Zwar ist das gängige Geplänkel einzelner Aktionäre, die auf eine Nachbesserung des Angebots hoffen, nicht auszuschließen. Doch aufgrund des sehr attraktiven Übernahmeangebots dürfte die endgültige Vollzugsmeldung nicht sehr lange auf sich warten lassen.

Den Scania-Deal will Volkswagen teilweise über eine Kapitalerhöhung finanzieren. Der VW-Konzern will hierzu neue Vorzugsaktien im Umfang von 2 Milliarden € ausgeben.

Weitere Übernahme zu erwarten

Die Scania-Übernahme ist nur ein Puzzle-Stück, mit dem Volkswagen seine Marktpositionierung im Bereich der Nutzfahrzeuge weiter ausbauen will.

Der Scania-Deal bedeutet auch eine gute Nachricht für die verbleibenden Minderheitsaktionäre von MAN, die die Übernahme als wichtigen Fingerzeig seitens VWs verstehen dürfen.

Über kurz oder lang wird sich der VW-Konzern 100% von MAN einverleiben wollen. Nach dem üppigen Übernahmeangebot an die Scania-Aktionäre dürfen auch die MAN-Minderheitsaktionäre mit einem attraktiven Angebot aus Wolfsburg rechnen.

MAN-Aktionäre sollten an der Aktie festhalten und dieses Angebot abwarten.

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