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Warren Buffett: Die Erfolgsgeheimnisse von Berkshire Hathaway

Liebe Leser,

haben Sie sich schon einmal gefragt, was Warren Buffett und seine legendäre Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway so erfolgreich macht?

Der Wert der Beteiligungen seiner Holding Berkshire Hathaway ist seit 1964 um über 20% pro Jahr angewachsen.

Das bedeutet insgesamt einen Zuwachs von über 400.000%! Diese Leistung machte ihn selbst zu einem der reichsten Männer auf diesem Planeten und Aktionäre der ersten Stunde zu wohlhabenden Menschen.

Buffetts Erfolg: Nichts als Zufall?

Kritiker – auch die gibt es – sehen in Buffett einen „statistischen Ausreißer“. Von tausenden Investoren, die am Markt aktiv sind, könne es schon mal passieren, dass einer aus „Zufall“ eine Vielzahl von sehr guten Entscheidungen trifft.

Ob Sie an seine Investment-Philosophie, hochprofitable Unternehmen zu günstigen Bewertungen zu kaufen, glauben oder nicht, sei Ihnen selbst überlassen.

Fakt ist: Er hat eine Vielzahl von Aktien entdeckt, die sich deutlich besser entwickelt haben als der Aktienmarkt – mehr, als es nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung hätten sein dürfen.

Doch ein gutes Händchen bei der Auswahl von Aktien ist nicht der einzige Grund für seinen Erfolg. Heute möchte ich Ihnen zwei weitere – wissenschaftlich belegbare – Faktoren nennen, die Warren Buffett reich gemacht haben.

Wissenschaftler der New Yorker Universität haben in Kooperation mit einem bekannten Hedge-Fonds-Berater in einer Studie versucht, die Erfolgsfaktoren von Buffett zu analysieren.

Faktor 1: Low-Beta-Aktien

Buffetts Investment-Historie ist überwiegend gekennzeichnet durch Käufe von Low-Beta-Aktien – also Aktien, die deutlich weniger stark schwanken als der Markt.

Ich bin in der Newsletter-Ausgabe vom 18. Februar sehr ausführlich darauf eingegangen: Entgegen der Theorie, dass riskante High-Beta-Aktien langfristig den Markt schlagen und Low-Beta-Aktien schlechter abschneiden sollten, ist es in der Realität eben genau anders herum.

Als Beleg noch einmal der Chart aus der Newsletter-Ausgabe vom 18. Februar:

Beta_Vergleich

Quelle: Baker, Bradley, Wurgler (2011)

Hier wurden die Aktien nach der Größe ihres Betas in fünf gleich große Gruppen (Quintile) á 20% des gesamten Aktienuniversums unterteilt und regelmäßig neu eingruppiert.

Und erstaunlicherweise schneiden die riskanten Aktien („Top Quintil“) langfristig im Durchschnitt sehr viel schlechter ab als die weniger riskanten Aktien („Bottom Quintil“).

Doch warum leihen sich dann nicht einfach eine Vielzahl von Investoren Geld, um sich damit die weniger riskanten Low-Beta-Aktien zu kaufen, die langfristig eine sehr viel bessere Rendite abwerfen als der Markt?

Schließlich wäre ein somit gehebeltes Portfolio immer noch relativ schwankungsarm und die Überrendite gegenüber dem Markt wäre noch größer.

Aber dazu müsste man natürlich erstens auf diese Idee kommen und zweitens auch noch extrem günstig das Geld für die Aktienkäufe geliehen bekommen.

Zumindest auf einen Mann trifft beides zu.

Faktor 2: Billige Kredite

Gemäß der Studie wird nämlich der durchschnittliche zusätzliche Kredithebel von Berkshire Hathaway auf 60% geschätzt.

Das sehr gute Rating des Unternehmens (von 1989 bis 2009 sogar AAA) sowie freie Mittel aus den Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen im Portfolio von Berkshire Hathaway haben einen durchschnittlichen Kreditzins deutlich unter dem Zins für amerikanische Staatsanleihen ermöglicht.

Und mit dem billigen Geld hat Buffett vornehmlich in Unternehmen aus dem Bereich der langfristig renditeträchtigeren Low-Beta-Aktien investiert.

Sie sehen, nicht alles um Buffett muss einem gleich „magisch“ vorkommen. Neben seiner erfolgreichen Aktienauswahl hat er wohl einfach große Weitsicht beim Investieren gehabt und genau gewusst, was er tut.

Low-Beta-Aktien langfristig zu günstigen Konditionen zu hebeln, wird Ihnen und mir wahrscheinlich erst mal verwehrt bleiben. Doch grundsätzlich sollten Sie die Erkenntnis, beachten, dass defensive, schwankungsarme Aktien sich langfristig im Durchschnitt besser entwickeln als riskante Aktien.

Bedenken Sie also, dass in ein ausgewogenes Aktien-Depot neben gründlich ausgewählten  Wachstums-Aktien auch defensive Aktien als Basis-Investment gehören.

Herzliche Grüße

Ihr Richard Mühlhoff

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