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Alphabet-Aktie: Google-Mutter überrascht mit Rekordquartal

Die Berichtssaison ist in vollem Gange. Mit Alphabet hat jetzt auch einer der größten Technologiekonzerne seine Bilanzen vorgelegt. Die Anleger zeigten sich von den Ergebnissen erfreut und schoben die Aktie auf ein neues Rekordhoch. Denn die Erwartungen der Analysten konnten locker übertroffen werden.

Rekorderlöse und höhere Gewinnmarge

Mit Rekordumsätzen und einer verbesserten Gewinnmarge lieferte die Google-Mutter Alphabet den Cocktail auf den die Investoren gehofft hatten. Beim Umsatz ging es im dritten Quartal fast um ein Viertel auf 27,8 Milliarden Euro nach oben. Damit wächst der Konzern seit nunmehr 15 Quartalen in Folge mit zweistelligen Zuwachsraten. Noch beeindruckender fiel aber die Gewinnentwicklung aus. Der Nettogewinn kletterte nämlich auf satte 6,7 Milliarden Dollar nach oben. Das entspricht einem Zuwachs von 33% und einer Gewinnspanne von 24%.

Mit den Ergebnissen lag der Technologieriese deutlich über den Erwartungen der Analysten. Mit einem Gewinn je Aktie von 9,57 Dollar konnten die Expertenschätzungen von 8,31 Dollar locker geschlagen werden.

Cash-Kuh Google weiter auf Erfolgskurs

Dabei waren die starken Zahlen vor allem auf die Entwicklung der Tochtergesellschaft Google zurückzuführen. Denn die Werbung im Internet boomt wie nie zuvor. So kletterte die Zahl der bezahlten Klicks um 47% nach oben. Damit konnte der Preisverfall von 18% mehr als ausgeglichen werden. Unterm Strich verbesserten sich die Werbeerlöse auf 24,1 Milliarden Dollar (+21%) und erzielten damit 87% der gesamten Konzernerlöse.

Cloud-Geschäft mit kräftigem Umsatzplus

Erfreulich entwickelte sich auch das Geschäft mit den sonstigen Google-Einnahmen. Mit Verkäufen aus dem Play-Store, Hardware und Clouddiensten fuhr das Unternehmen ein Umsatzplus von 40% auf 3,4 Milliarden Dollar ein.

Bei Alphabets Zukunftswetten („Other Bets“) ging es ebenfalls aufwärts, allerdings von einem niedrigen Niveau. In dem Geschäftsbereich erhöhten sich die Umsätze um gut 50% auf 302 Millionen Dollar. Bislang verbrennt Google mit seinen Zukunftswetten (Smart Home, Drohnen, Autonomes Fahren etc.) noch Geld. Die Verluste verringerten sich nur minimal auf 812 Millionen  Dollar (Vorjahresquartal: 861 Millionen Dollar).

Bargeldreserven knacken 100 Milliarden Dollar-Marke

Durch die sprudelnden Gewinne steigt der Bargeldberg von Alphabet immer weiter. Alleine in den ersten neun Monaten konnte die Google-Mutter knapp 14 Milliarden Dollar auf die Seite legen. Damit schwillt der Cash-Berg auf 100,1 Milliarden Dollar an. Damit ist gut ein Drittel des aktuellen Börsenwerts bereits durch die vorhandene Liquidität abgedeckt.

Fortschritte bei selbstfahrenden Autos

Unterdessen versucht der Konzern sich in neuen Geschäftsfeldern zu positionieren. Einer Investition in den Fahrdienstvermittler Uber folgte jetzt eine Milliarden schwerer Deal mit dem Konkurrenten Lyft. Insgesamt pumpte Alphabets Investmentgesellschaft Capital-G eine Milliarde Dollar in das Unternehmen.

Zugleich forciert der Technologiegigant über seine Tochtergesellschaft Waymo die Entwicklung von Roboterwagen. Gerade meldete Waymo, dass die selbstfahrenden Autos im schneereichen Winter in Michigan getestet werden. Schlechte Wetterbedingungen wie Regen und Schnee gelten immer noch als Problem für die Sensoren selbstfahrender Autos. Sie können davon ausgehen, dass es hier bald schon Neuigkeiten geben wird.

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MTU-Aktie: Triebwerksbauer nach Prognoseanhebung im Rally-Modus

Die Berichtssaison ist in vollem Gange. Mit dem Triebswerksbauer MTU Aero Engines hat ein weiteres MDAX-Unternehmen seine Bücher offengelegt. Die Auswirkungen der Ergebnisse zeigt Ihnen ein kurzer Blick auf den Kurschart – um satte 5% schossen die Papiere alleine am gestrigen Tag nach oben. Damit liegen die Papiere auf Zwölfmonatssicht über 50% im Plus.

Was treibt die Anleger in die Aktie? Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven des Konzerns? Wie schätzen die Analysten die aktuelle Lage ein?

Weltweiter Triebwerksspezialist

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Münchener Konzern gerne etwas näher vorstellen. MTU ist ein führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken und Industriegasturbinen. Zu den Kunden zählen sowohl zivile als auch militärische Hersteller und Betreiber von Flugzeugen und Industriegasturbinen auf der ganzen Welt. Auch in Helikoptern kommen die Produkte von MTU Aero Engines zur Anwendung.

Darüber hinaus ist MTU in der Instandhaltung von Triebwerken tätig und nutzt ihr Know-how aus dem Triebwerksbau auch im Industriegasturbinen-Geschäft. Seine Produkte sind in rund 30% der weltweiten zivilen Flugzeugflotte vertreten. Im Neu- und Ersatzteilgeschäft liegt der MTU-Anteil in der Regel bei 15-20%.

Hohe Markteintrittsbarrieren

Die Marktstellung von MTU ist beeindruckend stabil, was zu einem großen Teil in dem Geschäftsmodell begründet liegt. Spezifisches Know-How, ausgiebige Dokumentations- und Zertifizierungsrichtlinien, hohe Anlauf-und Entwicklungskosten sowie eine Null-Toleranz für Fehler bedeuten hohe Eintrittsbarrieren.

Im Bereich  der Triebwerksinstandhaltung ist das Unternehmen der weltgrößte unabhängige Anbieter. Das gesamte Geschäft ist einerseits gekennzeichnet von hohen Anlauf-und Entwicklungskosten für neue Triebwerke. Andererseits bietet es hohe Visibilität und langfristige Mittelrückflüsse aus dem Wartungsgeschäft. Insgesamt unterhält das Unternehmen ein globales Netzwerk von 10 Reparaturstützpunkten.

MTU’s neue GTF-Technologie reduziert Kraftstoffverbrauch, CO2 und Lärmemissionen und unterstützt somit die entsprechenden Anstrengungen vieler Airlines und erlaubt darüber hinaus geringere Betriebskosten.

Erwartungen nach oben geschraubt

Jetzt lieferten die Münchener ihre Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal ab. Die Erlöse kletterten um fast 9% auf 1,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Vorsteuergewinn sackte allerdings um 7% auf 130 Millionen Euro ab. Damit fiel der Rückgang geringer aber aus als von den Analysten im Vorfeld erwartet wurde.

Für das Gesamtjahr zeigte sich die Konzernführung hingegen ausgesprochen zuversichtlich und schraubte die Prognose deutlich nach oben. Trotz Gegenwind auf der Währungsseite durch den schwachen US-Dollar soll der Gewinn stärker steigen als ursprünglich gedacht. Statt 560 Millionen Euro will MTU beim bereinigten Vorsteuergewinn (Ebit) nun 600 Millionen Euro erreichen. Für den bereinigten Überschuss nimmt Firmenchef Reiner Winkler statt 390 Millionen jetzt 420 Millionen Euro ins Visier.

Analysten hinken hinterher

Unterdessen sind die Analysten weiterhin eher skeptisch. Von den 29 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 12 zum Kauf der Papiere. Weitere 14 Analysten stufen den Titel als Halteposition ein, während drei Banker den Verkauf der Aktie empfehlen. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 133,80 Euro knapp 6% unter dem aktuellen Kursniveau. Bei einem erwarteten Gewinn von 7,44 Euro je Aktie wird das Unternehmen derzeit mit dem 19-Fachen des Jahresgewinns bewertet.

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Fuchs Petrolub-Aktie: Schmierstoffhersteller nach Gewinnwarnung im Rückwärtsgang

Da mussten die erfolgsverwöhnten Anleger wohl zweimal hinschauen. Gleich nach Börseneröffnung sackten die Fuchs Petrolub-Papiere um über 9% in den Keller. Damit markierte die Aktie kurzfristig das niedrigste Niveau seit sieben Monaten.

Was sind die Gründe für die Gewinnwarnung? Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven des Konzerns? Was sagen die Analysten nach der Prognosesenkung?

Fuchs Petrolub – weltweiter Marktführer bei Schmierstoffen

Bevor ich auf die aktuelle Meldung und die Auswirklungen für den Anleger eingehe, möchte ich Ihnen den Familienkonzern näher vorstellen. Bereits im Jahr 1931 in Mannheim gegründet, ist das Unternehmen ein richtiger Traditionskonzern. Mittlerweile beschäftigt Fuchs Petrolub knapp 4850 Mitarbeiter in 36 Ländern und verfügt über 34 Produktionsstätten.

Fuchs  Petrolub  ist  das  weltweit  führende  unabhängige Schmierstoffunternehmen.  Bei  Einbeziehung  der  erdölproduzierenden Unternehmen bekleidet es weltweit die Position des neuntgrößten Schmierstoffherstellers.  Die Gründerfamilie Fuchs hält knapp über 50% der Stammaktien des Unternehmens und stellt mit Stefan Fuchs auch den CEO der Fuchs Petrolub.

Starke Marktposition in Nischenmärkten

Das  Unternehmen  beliefert  über  100.000  Kunden  in  mehr  als  100  Ländern.  Es  hat  führende  Marktpositionen vor  allem  in margenstarken Nischenprodukten und ist Zulieferer der Automobilindustrie (Motoröl-Erstabfüllung). Wichtigste Rohmaterialien für das Unternehmen sind Grundöle, die von Rohölaffineriebetreibern und Additive, die von Unternehmen der chemischen Industrie bezogen werden.

Der Familienkonzern legt großen Wert auf die hauseigene Entwicklungsabteilung, um den Kunden maßgeschneiderte Produkte liefern zu können. Immerhin beschäftigt Fuchs Petrolub mehr  als  9%  des  Personals  im  Bereich  Forschung  und  Entwicklung. Zugleich setzt das Unternehmen gezielt auf Zukäufe, um das Wachstum zu beschleunigen.  Bislang  wurden  zumeist  Know-how  und Personal der gekauften Unternehmen, nicht aber deren Produktionsanlagen übernommen.

Starkes Wachstum und stabile Margen

In den vergangenen Jahren zeigte der Schmierstoffspezialist eine beeindruckende Geschäftsentwicklung. Seit 2002 kletterten die Erlöse von 1,06 auf immerhin 2,26 Milliarden Euro. Unterdessen verbesserte sich die Gewinnspanne von 2,17 auf 11,42%. Unter dem Strich blieben zuletzt also 259 Millionen Euro an Gewinn hängen.

Rohstoffkosten bremsen Gewinnentwicklung aus

Für das laufende Jahr tritt Firmenchef Stefan Fuchs jetzt aber auf die Euphoriebremse. Für den Umsatz im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen zwar weiterhin einen Zuwachs zwischen 7 und 10%. Das Vorsteuerergebnis (Ebit) sollen nun wegen höherer Rohstoffkosten aber nur noch knapp unter dem Vorjahresniveau von 371 Millionen Euro liegen. Sie müssen wissen: Bislang war die Gesellschaft noch von einem Zuwachs von bis zu 5% ausgegangen.

Analysten sehen trotz Korrektur kein Kurspotenzial

Trotz des jüngsten Kursrutsches sehen die Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, kein Kurspotenzial. Vielmehr liegt das durchschnittliche Kursziel  mit 44,50 Euro einige Prozent unter dem aktuellen Kursniveau. Nur ein Experte sieht in der Aktie einen Kauf, neun Analysten stufen das Papier als Halteposition ein und immerhin sechs Banker raten zum Verkauf der Aktie. Für das laufende Jahr rechnen die Experten mit einem Gewinn je Aktie von 1,95 Euro (Vorjahr: 1,86 Euro). Damit handelt die Aktie derzeit mit dem 24-Fachen des erwarteten Jahresgewinns.

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Sixt-Aktie: Autovermieter mit gutem Ergebnis auf der Überholspur

Der deutsche Autovermieter Sixt hat gerade einen richtigen Lauf. Nach der Vorlage der Neunmonatszahlen zeigten sich die Anleger begeistert und schoben die Aktie um knapp 5% nach oben. Mit über 73 Euro je Anteilsschein hat die Aktie das höchste Niveau der Firmengeschichte erreicht. Alleine seit Jahresbeginn haben die Papiere über 40% an Wert gewonnen.

Größter Autovermieter Deutschlands

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen Sixt näher vorstellen. Sixt ist der größte Autovermieter in Deutschland und die Nr. 3 in Europa. Das Unternehmen unterhält dabei eigene Aktivitäten in 10 europäischen Ländern sowie in den USA. Franchisenehmer decken über 85 weitere Märkte ab. Im Vermietungsgeschäft fokussiert Sixt sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden. Das Leasinggeschäft ist (noch) vollkonsolidiert. Sixt’s Anteil an der börsennotierten Sixt Leasing SE liegt bei nur 41,9%.

Im Leasinggeschäft gehört Sixt zu den größten herstellerunabhängigen Anbietern auf dem deutschen Markt. Der Fokus liegt auf Online-Retail-, Full-Service-Verträgen und dem Flottenmanagement. Zusammen mit BMW bietet Sixt über das Joint Venture DriveNow ein Car-Sharing-Modell in mehr als 10 europäischen Großstädten an.

Fokus auf Premiumfahrzeuge

Mit seinem Fokus auf Fahrzeuge von Premiumherstellern in der Vermietung (59% Fahrzeuganteil), einem breiten Stationsnetzwerk (z.T. über Franchisenehmer) und einer markanten Werbung hat sich Sixt erfolgreich positioniert. Zugleich erhöht die Upgrade-Wahrscheinlichkeit von 66% durch strategische Partnerschaften mit Fluglinien und Hotels sowie individuelle Bonusprogramme die Attraktivität von Sixt im Wettbewerb.

Sixt mit kräftigem Ergebniszuwachs

Auch wenn bislang nur die vorläufigen Eckdaten der Neunmonatszahlen bekanntgegeben wurden – diese hatten es in sich. Denn das Vorsteuerergebnis (EBT) schnellt um 28% auf knapp über 220 Millionen Euro nach oben. Besonders kräftig ging es mit einem Vorsteuerergebnis von 118 Millionen Euro im dritten Quartal aufwärts. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal erzielte Sixt „nur“ ein Ergebnis vor Steuern von 90,1 Millionen Euro.

Grund dafür ist ein deutlich höherer Ergebnisbeitrag aus dem Vermietungsgeschäft in Deutschland und vor allem aus dem Ausland. Offenbar verläuft die Entwicklung des US-Geschäfts besser als erwartet. Der Bereich Leasing musste voraussichtlich einen EBT-Rückgang auf 4 Millionen Euro verkraften (Vorjahresquartal: 7,6 Millionen Euro).

Firmenchef hält an Jahresplanung fest

Nach den starken Neunmonatszahlen hält die Konzernführung an den Jahreszielen fest. Geplant ist ein solides Umsatzwachstum (Vorjahr: 2,1 Milliarden Euro). Zugleich soll der Vorsteuergewinn deutlich gesteigert werden (Vorjahr: 218 Millionen Euro).

Leasing-Tochter mit Gewinnwarnung

Während die Sixt-Aktie ein neues Rekordhoch erreicht hat, musste die börsennotierte Leasing-Tochter Sixt-Leasing nach einer Gewinnwarnung am Freitag kräftig Federn lassen (-12%). Nach einer geplanten Steigerung des Vorsteuergewinns im hohen einstelligen Bereich wird nun sogar ein kleiner Rückgang erwartet. Zur Begründung für die Korrektur verwiesen die Pullacher auf höhere Investitionen vor allem in die IT sowie eine zusätzliche Risikovorsorge für die Restwerte der Leasingfahrzeuge. Hier machen sich die gesunkenen Preise im Zuge des Dieselskandals bereits bemerkbar.

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