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Dr. Snapple-Aktie: Milliardärs-Clan rückt Red Bull auf die Pelle

Der Markt für Fusionen und Übernahmen läuft weiter auf Hochtouren. Mehr als 60 Milliarden Euro gaben die Käufer alleine bei insgesamt 699 Deals mit deutscher Beteiligung aus – das ist der höchste Wert seit vier Jahren, wie die Beratungsgesellschaft EY errechnet hat. Jetzt hat die Kurspfälzer Milliardärs-Familie Reimann wieder einmal zugeschlagen und eine Milliardenofferte für den Limonadenhersteller Dr. Pepper Snapple auf den Tisch gelegt. Die Aktionäre freut’s: Der Aktienkurs von Dr Pepper ging mit einem Tagesgewinn von beinahe 40% regelrecht durch die Decke.

Kaffeekapselhersteller setzt zukünftig auf Energydrinks

Der Deal kam wie ein Paukenschlag. Der zum Reimann-Imperium gehörende Kaffeekapsel-Produzent Keurig Green Mountain übernimmt in einem mehr als 21 Milliarden Dollar schweren Geschäft den US-Limonadenhersteller Dr Pepper Snapple. Zusätzlich sollen die bisherigen Dr Pepper Snapples Aktionäre 13% des kombinierten Unternehmens halten, das den Namen „Keurig Dr Pepper“ tragen soll.

Auch wenn Ihnen Dr Pepper Snapple vielleicht nichts sagt, die Marken kennen Sie bestimmt. Mit Limonaden wie 7Up, Dr Pepper, Orangina und Sunkist kommt der Konzern immerhin auf einen Jahresumsatz von 6,4 Milliarden Dollar.

Dr Pepper –die Nummer 3 bei Energydrinks

Damit Sie den Deal noch besser einordnen können, möchte ich Ihnen noch einige Zusatzinformationen liefern. Seit 2004 hat der Limonadenhersteller Dr Pepper Snapples seinen Umsatz von 3,06 auf zuletzt 6,44 Milliarden Dollar gesteigert. Zugleich erzielte der US-Konzern einen Gewinn in Höhe von 847 Millionen Euro, was einer Gewinnspanne von 13,15% entspricht. Damit war das Unternehmen so profitabel wie zuletzt im Jahr 2005. Der Marktanteil im Limonadenbereich auf dem US-Markt lag bei 8,5%.

Damit war der Konzern nach Monster Beverages und Red Bull die Nummer 3 auf dem US-Markt für Energie- und Erfrischungsgetränke.

Schlagkräftiges Team

Zusammen bringen Keurig Green Mountain und Dr Pepper rund 11 Milliarden Dollar Umsatz auf die Waage. Keurig-Chef Bob Gamgort wird den neuen Konzern leiten. Die Beteiligungsgesellschaft der Reimanns, JAB Holding, wird den Deal durch eine Investition im Wert von neun Milliarden Dollar finanzieren. Dabei erwarten die beiden Konzerne Synergieeffekte in Höhe von 600 Millionen Dollar in den kommenden drei Jahren. Insgesamt umfasst das zusammengelegte Produktportfolio 125 Einzelmarken.

Produkte für den ganzen Tag

Nach dem Zusammenschluss kann der neue Konzern Getränke für den ganzen Tag anbieten und peilt damit einen Riesenmarkt an. Für Sie zum Vergleich: Während der Kaffeeverkauf in den USA in den vergangenen fünf Jahren um 3,7% jährlich auf zuletzt 13,8 Milliarden Dollar angewachsen ist, wuchs der Soft-Drink-Markt um 2,2% pro Jahr auf beachtliche 112 Milliarden Dollar.

Der Marktanteil von Keurig bei heißen Getränken in den USA lag zuletzt bei 7,4%. Bei einem Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Dollar blieb ein Gewinn in Höhe von 498 Millionen Dollar hängen.

Analysten erwarten kein Gegenangebot

Während die Anleger den Deal feiern, schätzen die Analysten die Wahrscheinlichkeit auf ein Gegenangebot als gering ein. Das Bord hat dem Deal einstimmig zugestimmt, die Prämie war durchaus signifikant. Auch die Wettbewerbsbehörden dürften auf Grund nicht vorhandenen Überschneidung wohl wenig Einwände gegen die Transaktion haben.

 

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Varian Medical Systems-Aktie: Krebsspezialist nach starken Zahlen mit sattem Kursplus

Besser hätte es für die Anleger von Varian Medical Systems wohl kaum laufen können. Gerade meldete der Krebsspezialist seine Quartalszahlen und die hatten es in sich. Die Markterwartungen ließ Varian mit den erzielten Ergebnissen deutlich hinter sich und der Aktienkurs kletterte nach einem Tagesgewinn von 10% auf ein neues Rekordhoch.

Nach einem Kurszuwachs von über 50% in der vergangenen 12 Monaten liegt der Börsenwert des Konzerns mittlerweile bei knapp 11,5 Milliarden Dollar.

Weltweit führend bei Strahlentherapien

Auch wenn Sie Varian Medical Systems nicht mit dem Namen kennen, die Produkte des Unternehmens kennen Sie bestimmt. Der Konzern ist nämlich weltweit führenden Hersteller von medizinischen Geräten und Software für die Behandlung von Krebs und anderen Erkrankungen, die mit Strahlentherapie, Radiochirurgie, Protonentherapie und Brachytherapie behandelt werden. Das Unternehmen ist zugleich ein führender Anbieter von Röntgenbildgebungskomponenten für medizinische, wissenschaftliche und industrielle Anwendungen.

Darüber hinaus liefert Varian Röntgenbildgebungsprodukte für Fracht-Screening und industrielle Inspektion. Das größte Geschäftssegment ist aber „Oncology Systems“, das Hard- und Softwareprodukte für die Behandlung von Krebs mit verschiedensten Strahlentherapien entwickelt und vertreibt.

Sattes Wachstum, aber rückläufige Gewinnmargen….

In den vergangenen Jahren lief es für den US-Konzern ausgesprochen gut. Seit 2003 kletterten die Umsätze von 1,04 auf zuletzt 2,66 Milliarden Dollar. Zugleich verbesserten sich die Gewinne von 130 auf 250 Millionen Dollar. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Denn die zuletzt erzielte Gewinnspanne von 9,35% im vergangenen Geschäftsjahr lag deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Für Sie zum Vergleich: Bei einem Jahresgewinn von 420 Millionen Dollar erzielte das Unternehmen in 2016 noch eine Gewinnspanne von 15,35%.

….erstes Quartal aber deutlich über den Erwartungen

Im abgelaufenen Quartal lieferte der US-Konzern hingegen eine positive Überraschung ab. Während die Umsätze auf 678,5 Millionen Dollar (+12,8% zum Vorjahreszeitraum) kletterten, erlitt Varian auf Grund der US-Steuerreform einen Dämpfer. Sie müssen wissen: Firmen, die ihr im Ausland geparktes Geld in die USA „zurückholen“ müssen eine „Strafsteuer“ zahlen.

Bei Varian machte dies im letzten Quartal 169,3 Millionen Dollar aus. Kein Wunder also, dass die Gesellschaft ins Minus rutschte und einen Verlust von 112,2 Millionen Dollar auswies. Das entspricht einem Verlust von 1,22 je Aktie, um den Sondereffekt bereinigt wäre jedoch ein Gewinn je Anteilsschein von 1,06 Dollar hängengeblieben. Das entspricht immerhin einem Zuwachs von 112% zum Vorjahr.

Damit Sie die Ergebnisse besser einordnen können: Die Analysten hatten nur einen Umsatz von 635 Millionen Dollar und einen bereinigten Gewinn von 93 Cent je Aktie erwartet.

Weitere Zuwächse in 2018 angepeilt

Für das komplette Geschäftsjahr zeigt sich das Management zuversichtlich und schraubt seine Prognose nach oben. Nach einem erwarteten Umsatzwachstum von 3 bis 5% rechnet die Konzernführung jetzt mit einem Zuwachs von 4 bis 7%. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 4,24 und 4,36 Dollar liegen.

Kein Trend bei Hedgefonds zu erkennen

Während der Aktienkurs gerade auf ein neues Allzeithoch geklettert ist, lässt sich bei der Analyse der Hedgefondsdaten kein eindeutiger Trend erkennen. Einige Top-Investoren wie George Soros oder Caxton Associates haben ihre Positionen komplett verkauft, andere wie Joel Greenblatt, Steven Cohen oder Ray Dalio reduziert. Auf der Gegenseite gab es zuletzt aber mit Columbia Wanger und First Eagle Investments zwei renommierte Großinvestoren, die ihre Anteile erhöht oder wie Jim Simmons komplett neu eingestiegen sind.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten (103,38 Dollar) hat die Aktie nach der jüngsten Kursrally (127,63 Dollar) jedenfalls längst überschritten. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie stark die Experten nach der revidierten Prognose ihre Schätzungen in den kommenden Tagen anpassen.

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Texas Instruments-Aktie: Schwache Zahlen reißen Chiphersteller in die Tiefe

Die Berichtssaison in den USA nimmt langsam an Fahrt auf. Jetzt wird es spannend, denn die gestiegenen Bewertungen der Aktien müssen durch entsprechendes Wachstum und hohe Margen untermauert werden. Die Erwartungen der Anleger sind hoch.

Das hat auch Texas Instruments, einer der größten US-amerikanischen Technologieunternehmen, gerade zu spüren bekommen. Die vorgelegten Ergebnisse konnten nicht mit den Schätzungen der Experten mithalten. Das Resultat fiel eindeutig aus. Mit einem Tagesminus von zwischenzeitlich mehr als 8% war die Aktie des Chipherstellers am vergangenen Donnerstag der zweitschlechteste Wert im gesamten S&P 500 Index (505 enthaltene Aktien).

Langfristanleger dürfte der Knick im Aufwärtstrend hingegen wenig Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Auf Sicht der vergangenen fünf Jahre notieren die Papiere immer noch mit einem kräftigen Gewinn von über 230%.

Vom ersten Transistorradio zum Weltkonzern

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen einen Abriss der durchaus interessanten Firmengeschichte von Texas Instruments geben. Immerhin handelt es sich bei dem Konzern um ein richtiges Traditionsunternehmen. Der Konzern, als Texas Instruments 1951 gegründet, ist in den 1930er Jahren als Minengesellschaft entstanden, die bei der Ölsuche auf Technologien zurückgriff, die seismische Signale verarbeiten konnten.

Aufsehen erregte Texas Instruments dann erstmalig im Jahr 1954 als an Weihnachten das von dem Unternehmen entwickelte erste Transistorradio auf den Markt kam. Später entwickelte die Gesellschaft immer kompliziertere Schaltkreise und gehörte zu den Pionieren auf dem Gebiet der Heimcomputer.

Heute ist Texas Instruments einer der größten US-Technologiekonzerne, der analoge und digitale elektronische Bauteile sowie Halbleiter herstellt. Nach Umsatz ist Texas Instruments unter den vier größten Halbleiter-Herstellern der Welt.

Geht der Halbleiterboom seinem Ende zu?

Die vergangenen Jahre waren ausgesprochen erfolgreich für den Technologieriesen. Während sich die Umsätze seit 2009 bis 2016 nur um 28% verbesserten, schnellte der Gewinn im gleichen Zeitraum um 144% auf 3,59 Milliarden Dollar in die Höhe. Vor allem das starke Geschäft mit Kunden aus der Autobranche und der Industrie sorgte für deutlichen Rückenwind.

Doch im Jahresschlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres wurde der Konzern ordentlich durchgerüttelt. Wie bei vielen anderen US-Großkonzernen hat die US-Steuerreform erst einmal für einen satten Gewinneinbruch gesorgt. Während sich der Umsatz um 17% auf 3,75 auf 3,75 Milliarden Dollar verbesserte, brach der Überschuss im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 67% auf 344 Millionen Dollar ein.

Wachstumsdynamik verlangsamt sich

Doch die Zahlen machten auch deutlich, dass die Bäume nicht jedes Quartal in den Himmel wachsen können. Konkret wurde im Schlussquartal das geringste Wachstum seit vier Quartalen erzielt. Auch beim Ausblick trat die Konzernführung etwas auf die Bremse. Im laufenden Quartal könnte laut Firmenprognose der Umsatz sogar leicht rückläufig sein.

Das Unternehmen erwartet Umsätze in einer Bandbreite von 3,49 bis 3,79 Milliarden Dollar. Dafür macht sich von nun an die Steuerreform positiv bemerkbar. So soll der Gewinn bei 1,01 bis 1,17 je Anteilsschein liegen – den Steuervorteil bezifferte der Chipriese mit rund 30 Millionen Dollar.

Analysten sind sich uneinig

Unterdessen herrscht bei den Analysten keine Einigkeit. Von 31 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 13 zum Kauf der Aktie, während 17 Banker in dem Titel nur eine Halteposition sehen und ein Analyst die Aktie als Verkauf einstuft.

Für das Gesamtjahr erwarten die Analysten einen Gewinn von 5,63 Dollar je Aktie, womit sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 ergibt. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 118,67 Dollar rund 4% über dem aktuellen Kursniveau.

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Johnson & Johnson -Aktie: Konsumgütergigant mit Bremsspuren im vierten Quartal

Liebe Leser,

was langfristig positiv ist, führt kurzfristig zu starken Einbußen. Zumindest im Fall des US-Pharma und Konsumgüterriesen Johnson & Johnson. Auf Grund der US-Steuerreform muss der Traditionskonzern eine hohe Sonderbelastung im Jahresschlussquartal verbuchen, die das Ergebnis sogar ins Minus gedrückt hat.

Am Tag der Bekanntgabe der Zahlen sackte die Johnson & Johnson-Aktie um beinahe 4% in den Keller. Für Langfristanleger aber noch lange kein Grund zu jammern. Auf Sicht der zurückliegenden fünf Jahre notieren die Papiere noch fast 100% in der Gewinnzone.

Johnson & Johnson – Porträt des Traditionskonzerns

Bei Johnson & Johnson handelt es sich um einen richtigen Traditionskonzern. Das Unternehmen Johnson & Johnson wurde im Jahr 1886 von den Johnson-Brüdern Robert, James und Edward gegründet. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit lag in den 1880er-Jahren in der Herstellung der ersten chirurgischen Verbandstoffe. Seit 1964 gehört Codman & Shurtleff, der 1838 in Boston gegründete und damit wahrscheinlich älteste Medizinprodukte-Hersteller der Welt, zu Johnson & Johnson.

Einer der weltweit größten Anbieter im Gesundheitsmarkt

Heute gehört der Konzern zu den weltweit größten Anbietern von Gesundheitsprodukten und Pharmazeutika. Damit reicht das Angebot von Baby-, Haut- und Mundpflege, Wellness-Produkten und Nahrungsergänzungsmitteln über medizintechnische Geräte bis hin zu Medikamenten unter anderem für die Bereiche Herz-Kreislauf, Infektionen, Krebs, Schmerzen und Neurowissenschaften. Zu den bekanntesten Produkten des Unternehmens zählen u.a. Neutrogena, Listerine, RoC und Acuvue. Mittlerweile agiert der US-Konzern in mehr als 50 Ländern weltweit.

Robuste Wachstumsstory

Auf Sicht der vergangenen Jahre hat der US-Konzern ein solides Wachstum hingelegt. Seit 2002 kletterten die Erlöse von 36,29 auf 76,5 Milliarden Dollar. Alleine im letzten Geschäftsjahr verbesserten sich die Erlöse um satte 6%. Dazu trug allerdings auch die Übernahme des Schweizer Biotechunternehmens Actelion bei. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich auf 7,30 Dollar, was einem Zuwachs von 8,5% entspricht.

Rückstellungen schnellen in die Höhe

Allerdings musste Johnson & Johnson im vierten Quartal unerwartet hohe Rückstellungen verbuchen. Insgesamt führte die US-Steuerreform zu einer Sonderbelastung in Höhe von 13,6 Milliarden Dollar. Grund war eine Sonderabgabe, die US-Konzerne im Zuge der Steuerreform auf im Ausland geparktes Vermögen zahlen müssen. Im vierten Quartal fiel deshalb ein Nettoverlust von 10,7 Milliarden Dollar an nach einem Gewinn von 3,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wirkten sich die neuen Steuergesetze jedoch positiv aus, betonte das Unternehmen.

Optimistisch für das laufende Geschäftsjahr

Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich die Konzernführung hingegen weiter optimistisch. Beim Umsatz wird ein Anstieg auf 80,6 bis 81,4 Milliarden Dollar angepeilt. Im Gegenzug soll der Gewinn je Aktie auf 8 bis 8,20 Dollar ansteigen. Damit wird der Konsumgüterriese momentan mit dem 17-Fachen der erwarteten Jahresgewinne bewertet.

Herzliche Grüße

Richard Mühlhoff

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