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Juli 2018: Die 3 größten Investments von Top-Investor Donald Yacktman

Heute möchte ich für Sie auf die drei größten Aktien-Positionen aus dem Portfolio des Top-Value-Investors Donald Yacktman eingehen.

Einem einzigen Großinvestor blind zu folgen, ohne die Hintergründe zu den einzelnen Aktien-Positionen zu kennen, ist sicher nicht ratsam. Doch wenn Sie auf der Suche nach aussichtsreichen Aktien mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis sind, kann sich ein Blick auf die Investments von Top-Investoren wie Donald Yacktman lohnen.

Donald Yacktman setzt überwiegend auf Aktien mit Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen – so stabil, dass sie fast schon langweilig wirken.

Doch der Erfolg gibt ihm Recht: In den vergangenen 20 Jahren hat Yacktman für seine Anleger bis heute knapp 600% Wertzuwachs erzielt. Deutlich mehr als der US-Leitindex S&P 500, der im gleichen Zeitraum inklusive Dividenden nur um gut 380% zulegen konnte.

Das sind derzeit die drei größten Aktien-Positionen seines Flagschiff-Fonds Yacktman Fund:

Procter & Gamble

Größte Position ist die Procter & Gamble-Aktie mit einer Gewichtung von rund 12%. Der US-Konsumgüterkonzern ist mittlerweile in über 70 Ländern vertreten. Das Unternehmen ist bekannt für seine Marketing-Strategie, die gezielt die einzelnen Produkte in den Vordergrund stellt, während das Unternehmen in der Werbung nicht vermarktet wird.

Procter & Gamble steht hinter einigen der auch in Deutschland bekanntesten Marken im Bereich der Haushaltsprodukte und Konsumgüter. Hierzu zählen u.a. Ariel (Waschmittel), Braun (Elektrogeräte), Gillette (Nassrasierer), Head & Shoulders (Haarpflege), Lenor (Weichspüler), Meister Proper (Waschmittel, Haushaltsreiniger) und Wella (Haarpflege). Zwei Drittel der Konzernumsätze werden außerhalb der USA erzielt. Hier setzt Procter & Gamble verstärkt auf die Schwellenländer, auf die mittlerweile bereits rund 40% der Umsätze entfallen.

Twenty-First Century Fox

Zweitgrößte Position ist die Twenty-First-Century-Fox-Aktie mit einer Gewichtung von rund 7,8%. Damit setzt Yacktman auf das amerikanische Medienunternehmen mit Sitz in New York. Der Konzern entstand durch die Aufspaltung und Umfirmierung der News Corporation.

Mit der Aufspaltung gliederte der Medienmogul Rupert Murdoch die profitablen Film- und Fernsehfirmen aus und trennte diese vom verlustreichen Zeitungs- und Buchverlags-Geschäft. Der Medienkonzern beschäftigt 20.500 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr 28,5 Mrd. Dollar Umsatz. Der Gewinn lag bei 2,95 Mrd. Dollar – damit erzielte der Konzern eine Gewinnspanne von 10,36%.

Samsung Electronics

Drittgrößte Position ist die Samsung-Aktie mit einer Gewichtung von gut 7,6%. Die Firma Samsung ist einer der weltgrößten Elektronikkonzerne und gehört zur südkoreanischen Samsung Group.

Zuletzt hat der harte Konkurrenzkampf auf dem Mobilfunkmarkt Samsung das Leben schwer gemacht. Insbesondere die Wettbewerber aus China setzen den Koreanern zu. Im Ergebnisausblick für das zweite Quartal 2018 erwartet Samsung eine Gewinnsteigerung im Jahresvergleich um 5,2% auf 11,3 Milliarden Euro. Der Umsatz soll unterdessen bei 44,3 Milliarden Euro liegen. Beides liegt unter den Analystenschätzungen, die von 11,6 und 45,6 Milliarden Euro ausgegangen waren.

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NXP Semiconductors-Aktie: Wie es nach dem Deal-Chaos weitergeht

Die Reaktion der Anleger fiel eindeutig aus. Alleine am Donnerstag ging es um mehr als 5% in den Keller – seit Mitte Juni summieren sich die Kursverluste auf 22%. Der Grund liegt auf der Hand. Die Übernahme durch den US-Konzern Qualcomm für 44 Milliarden Dollar droht nun endgültig zu scheitern.

Handelsstreit fordert erstes „Riesenopfer“

Dabei befand sich der Deal schon auf der Zielgeraden. Seit knapp 2 Jahren  setzten beiden Firmen alles daran, den milliardenschweren Zusammenschluss unter Dach und Fach zu bringen. Hierzu war allerdings die Zustimmung von insgesamt acht Ländern und deren Regierungen notwendig. Zuletzt stand nur noch die Freigabe der chinesischen Regierung aus. Sie müssen wissen: Die Regierung in Peking muss zustimmen, da beide Firmen auch in China Geschäfte macht. Immerhin hat Qualcomm im vergangenen Jahr zwei Drittel der Umsätze in der Volksrepublik erzielt.

Experten gehen davon aus, dass die Chinesen auf Grund des an Schärfe gewinnenden Handelskonflikts die Freigabe verweigert haben. Die Regierung will ihre Muskeln zeigen und macht deutlich, dass sie im Handelsstreit mit den USA alle verfügbaren Mittel einsetzen wird. Auch wenn nach Ablauf der Frist die chinesische Regierung noch eine Hintertür für Verhandlungen offengelassen hat – Qualcomm hat offiziell den Deal bereits abgeblasen.

NXP im Portrait

Die NXP Semiconductors ist ein Halbleiterhersteller, der 2006 aus dem ausgegliederten Halbleiterbereich der Royal Philips hervorging. NXP konzentriert sich auf Halbleiterprodukte und Systemlösungen für die Märkte Automobil, Identifikation, Heimelektronik, Standard-Halbleiter und Software. Das Unternehmen bietet unter anderem Halbleiter und Systemlösungen, für Fernseher oder Mobiltelefone aber auch Sicherheitslösungen etwa für elektronische Ausweise, Gesundheitskarten oder Bankkarten.

ARM-Prozessoren und Produkte für den Automobilmarkt gehören ebenfalls zu den Angeboten. NXP übernahm 2015 den US-Konkurrenten Freescale für zwölf Milliarden US-Dollar.

Deal-Schlappe schwerer Tiefschlag

Die Zukunftspläne der beiden Chip-Konzerne waren groß. Mit NXP wollte Qualcomm vor allem in neue Absatzmärkte vorstoßen und sich auf dem Zukunftsmarkt für Chips in selbstfahrenden Autos positionieren. Die starke Abhängigkeit vom Mobilfunkmarkt sollte mit der Übernahme deutlich reduziert werden.

Auch der Vorstoß in den Markt mit dem „Internet der Dinge“ und den immensen Absatzchancen stand auf der Agenda. Zusammen wären beide Firmen schlagkräftiger geworden. Mit einem Jahresumsatz von kombiniert über 33 Milliarden Dollar und zwei starken Entwicklungsabteilungen wäre der Deal eine klassische Win Win-Situation gewesen.

2 Milliarden Dollar als Trostpflaster

Ganz leer ausgehen muss der niederländische Technologiekonzern dennoch nicht. Da der Deal platzt, muss Qualcomm 2 Milliarden Dollar an Strafzahlungen leisten. Das sind immerhin 6 Dollar je Aktie und damit 6,5% des gesamten Börsenwerts der Firma. Nach dem unerwarteten Zufluss und dem Deal-Aus hat NXP auch sogleich ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 5 Milliarden Dollar bekanntgegeben.

Wachstum im zweiten Quartal – aber schwächer als der Wettbewerb

Mit der Qualcomm-Hängepartie gingen die gemeldeten Quartalsergebnisse von NXP fast unter. Im abgelaufenen Quartal steigerten die Niederländer ihren Umsatz um 4% auf 2,29 Milliarden Dollar. Das ist weniger stark als die Konkurrenz, die zuletzt ein mehr als doppelt so hohes Wachstumstempo präsentiert hat (Texas Instruments: +9%; ST Microelectronics: +18%).

Auch die Gewinnmarge zeigte sich mit 2,88% eher schwach (Nettogewinn: 66 Millionen Dollar). Der Geschäftsbereich Automotive wuchs umsatzseitig um 7%, Secure Identification Solutions ebenfalls um 7%, Secure Connected Devices sogar um 10%, während der Bereich Secure Interface & Infrastructure (SI&I) einen Rückgang um 9 % zu verzeichnen hatte. Für das dritte Quartal erwartet NXP einen Umsatz zwischen 2,35 und 2,5 Mrd. Dollar.

Aktie vorerst angeschlagen

Wie es nach dem Deal-Aus weitergeht, wird sich erst zeigen müssen. Auch wenn die Positionierung im Zukunftsmarkt für Chips für die Automobilindustrie aussichtsreich ist, lässt die Gewinnentwicklung zu wünschen übrig. Die Niederländer müssen jetzt zeigen, dass sie auch ohne einen größeren Partner zukunftsfähig sind. Der Fokus auf das Kerngeschäft und die Steigerung der Margen müssen höchste Priorität haben.

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Coca Cola-Aktie: Buffetts Liebling überrascht mit kräftigem Gewinnsprung

Mit unerwartet starken Zahlen hat der Brausegigant Coca Cola seine Anleger überrascht. Viele hatten den US-Konzern bereits abgeschrieben. Der anhaltende Gesundheitstrend, die an Popularität gewinnende Zuckersteuer und der Streit mit Verbraucherschützern sorgten zuletzt für negative Stimmung. Immer wieder sieht sich der Softdrink-Riese mit dem Vorwurf konfrontiert, mitverantwortlich für die Ausbreitung von Fettleibigkeit und Diabetes zu sein.

Dem Aktienkurs hat es bislang wenig geschadet. Nach dem jüngsten Kursaufschwung notieren die Coca Cola-Papiere nur kurz unter ihrem Allzeithoch.

Weltweit führend bei Softdrinks

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Konzern mit seiner Strategie nochmals im Detail vorstellen. Die Erfolgsgeschichte von Coca-Cola begann vor über 130 Jahren mit einem Zufall: Der amerikanische Arzt und Apotheker John Pemberton erfindet 1886 einen Sirup, der Kopfschmerzen und Müdigkeit vertreiben soll.

Gemixt mit Wasser entsteht daraus das Getränk Coca-Cola. Heute ist der Konzern einer der weltweit größten Softdrink-Produzenten. Das Unternehmen besitzt die Rechte an weltweit rund 500 Marken. Zu den Produkten gehören Erfrischungsgetränke mit und ohne Zucker, Schorlen, Eistees, Sportgetränke, Säfte, verschiedene Mineral-, Heil- und Tafelwasser sowie gekühlte, trinkfertige Kaffeespezialitäten.

Mit den Produkten Coca-Cola, Diet Coke, Sprite und Fanta gehören vier Produkte der Coca-Cola Company zu den ‚World’s top five‘ der nicht-alkoholischen kohlensäurehaltigen Getränke.

Gewinn schießt um 70% nach oben

Die gerade vorgelegten Zahlen konnten die Anleger überzeugen. Dank dem steigenden Absatz mit kalorienarmen Getränken kletterten die Gewinne im zweiten Quartal auf 2,3 Milliarden Dollar in die Höhe. Das entspricht einem kräftigen Zuwachs von 70%. Der Umsatz sank aber durch den weiteren Verkauf von Abfüllbetrieben um 8% auf 8,9 Milliarden Dollar. Sie müssen wissen: Der US-Konzern trennt sich weltweit von Soda-Abfüllern und gibt das Geschäft an andere Firmen ab. Der Hintergrund ist so simpel wie einleuchtend: Es sollen Kosten eingespart werden. Wenn Sie diese „Sondereffekte“ ausklammern, ergibt sich sogar ein Anstieg um 5%.

Zuckersteuer auf dem Vormarsch

Mit seiner Positionierung auf kalorienarme Getränke hat Coca Cola den Druck bei den zuckerhaltigen Limonaden abfangen können. Immerhin gibt es die Zuckersteuer mittlerweile in 30 Ländern. Seit April übrigens auch in Großbritannien. Ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter fällt eine Sonderabgabe von 18 pence an, ab acht Gramm Zucker sind es sogar 24 Cent. Die Einfuhr der Steuer hat den Absatz in einzelnen Märkten bereits empfindlich einbrechen lassen.

Handelsstreit macht sich bemerkbar

Bei Vorlage der Zahlen machte Firmenboss James Quincey auch auf die negativen Auswirkungen des Handelskonflikts aufmerksam. So gab es auf Grund gestiegener Stahl- und Aluminiumzölle bereits unerwartete Preiserhöhungen von den Abfüllpartnern des Konzerns.

Warren Buffett weiter mit an Bord

Über den Gewinnanstieg dürfte sich auch die Investmentlegende Warren Buffett gefreut haben, der seit Jahren zu den größten Aktionären des Konzerns gehört. Insgesamt hält Buffett Aktien im Gegenwert von 17,3 Milliarden Dollar, was immerhin 9,40% der gesamten ausstehenden Firmenanteile entspricht.

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Ebay-Aktie: Internetpionier mit Wachstumsflaute

Auch wenn der Onlinehandel boomt. Eine Garantie für den Erfolg gibt es keine. Das musste auch gerade die Online-Handelsplattform Ebay schmerzlich feststellen. Ein abflauendes Wachstum, höhere Kosten und eine gesenkte Jahresprognose waren der Cocktail, der für einen deutlichen Kurseinbruch sorgte. Alleine am Tag der Bekanntgabe der Zahlen rauschte der Kurs um 10% in den Keller.

Zweites Quartal mit Bremsspuren

Im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte der US-Konzern mit seiner Handelsplattform einen Umsatz von 2,64 Milliarden Dollar. Das entspricht zwar immer noch einem Zuwachs um 9%, kann aber nicht an die Wachstumsraten des Vorjahresquartals heranreichen. Hier lag das Plus noch bei 12%. Damit konnte Ebay weder den eigenen Ausblick noch die Erwartungen der Analysten erreichen, die von 2,66 Milliarden Dollar Quartalsumsatz ausgegangen waren.

Im Berichtszeitraum erhöhte sich Anzahl der aktiven Käufer auf den Plattformen um 4%. Damit liegt die Anzahl der weltweit aktiven Käufer laut Ebay bei 175 Millionen. Insgesamt wurden Waren im Wert von 22,6 Milliarden Dollar über die Plattform im letzten Quartal gehandelt.

Unter dem Strich verbesserte sich der Gewinn leicht unterproportional um 7% auf 533 Millionen Dollar.

Nicht nur die Konkurrenz macht Ebay zu schaffen….

Dabei ist es nicht nur die starke Konkurrenz, die für Unmut sorgt. Schon lange muss sich der Konzern gegen die übermächtig scheinenden Rivalen wie Amazon, Alibaba und Co. behaupten. Das kostet Körner. Hohe Investitionen in die Weiterentwicklung der Plattform schlagen ins Kontor.  Unterdessen tritt Ebay auf die Kostenbremse. Gerade wurde eine Entlassungswelle angekündigt. Alleine in Kalifornien müssen 300 Mitarbeiter gehen.

…..auch der Oberste Gerichtshof sorgt für Unruhe

Aber damit nicht genug. Denn es droht weiteres Ungemach. Der oberste US-Gerichtshof hat nämlich Onlinehändler dazu verpflichtet, in den US-Staaten Umsatzsteuer zu zahlen, auch wenn sie kein Filialgeschäft betreiben. Dies könnte sich im laufenden dritten Quartal erstmals negativ bei der Entwicklung des Bruttowarenvolumens bemerkbar machen.

Konzernführung streicht Jahresziele zusammen

Problembereiche gibt es also mehr als genug. Wenig verwunderlich, dass die Konzernführung bei den Erwartungen auf die Bremse tritt. Trotz hoher Ausgaben für Werbung und die Entwicklung attraktiverer Internetseiten peilt Ebay jetzt nur noch einen Jahresumsatz von 10,75 bis 10,85 Milliarden Dollar an. Bislang war der Amazon-Rivale noch von 10,9 bis 11,1 Milliarden Dollar ausgegangen.

Auch der Online-Tickethändler StubHub entwickelt sich momentan nicht wie erwartet. Die Plattform, auf der Sport- und Konzertkarten weiterverkauft werden können, hinkt hinterher. Vor allem im Sportbereich lief es schlecht. Der Start der Baseball-Saison war enttäuschend und auch beim Basketball und Eishockey wurden weniger Tickets verkauft als erwartet.

Gemischtes Bild bei den Analysten

Nach den schwachen Zahlen notiert die Ebay-Aktie 26% unter ihrem im Februar erreichten Jahreshoch. Trotzdem zeigen sich die Analysten weiterhin skeptisch. Von den 18 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, votieren die breite Mehrheit (15) zum Halten der Papiere. Bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 2,60 Dollar im nächsten Geschäftsjahr ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14. Das durchschnittliche Preisziel liegt mit 47,70 Dollar deutlich über dem aktuellen Kursniveau, dürfte aber mit der Aktualisierung der Schätzungen im Nachgang der Zahlen mit Sicherheit noch etwas sinken.

Es bleibt spannend abzuwarten, was passiert. Positiv ist in jedem Fall das anhaltende Nutzerwachstum. Sollte Ebay diese Dynamik in entsprechendes Gewinnwachstum ummünzen und die Auswirkungen der Umsatzsteuer abgearbeitet haben, dürften sich auf dem Kursniveau bald wieder Käufer für die Aktie finden lassen.

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