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Walt Disney-Aktie: Kinohits sorgen für sprudelnde Gewinne

Die Unterhaltungsbranche ist im Umbruch. Was derzeit in der amerikanischen Medienlandschaft vor sich geht, ist teilweise spannender als die vielen neuen TV-Shows. Die große Bühne besetzt der Kampf zwischen Netflix, Disney, AT&T und Amazon.

Trotz des Siegeszugs von Netflix konnte zuletzt auch das Unterhaltungsurgestein Walt Disney bei den Anlegern wieder punkten. Mit guten Zahlen im Rücken kletterte die Aktie kurz unter ihr Allzeithoch. Auch wenn die Kursentwicklung nicht mit Netflix mithalten kann, schlecht ist sie keineswegs. Auf 12 Monatssicht liegen die Papiere gut 12% im Plus, auf Sicht der zurückliegenden fünf Jahre sind es immerhin beinahe 75%.

Der König der Unterhaltungsbranche

Auch wenn Ihnen der Firmenname Walt Disney mit Sicherheit geläufig ist, möchte ich noch kurz auf die einzelnen Geschäftsbereiche eingehen. Walt Disney ist ein weltweit bekannter US-amerikanischer Produzent von Zeichentrick- und Spielfilmen und betreibt zudem auch Freizeitparks, TV-Sender, Kabelkanäle, Radiosender und Internetauftritte. Entsprechend gliedern sich die Geschäftstätigkeiten in die vier Segmente:

  • Fernseh- und Radiosender (43% Umsatzanteil 2017)
  • Freizeitparks und Hotels (30%)
  • Filme (17%)
  • Fanartikel (10%)

Die Wurzeln des Unternehmens reichen übrigens zurück ins Jahr 1923, als Walt Disney seinen ersten Zeichentrickfilm produzierte. Seit 1940 ist der Konzern börsennotiert.

Walt Disney meldet Rekordergebnis

Besonders im abgelaufenen vierten Quartal (Geschäftsjahr endet bei Walt Disney am 30. September) konnte der Unterhaltungsriese mit seinen Ergebnissen überzeugen. Erfolgreiche Kinohits wie der Marvel-Blockbuster „Ant-Man and the Wasp“ und „Incredibles 2“ haben ordentlich Geld in die Kassen gespült. So kletterte der Umsatz um 12% auf 14,3 Milliarden Dollar. Gleichzeitig verbesserte sich der Gewinn um satte 33% auf 2,32 Milliarden Dollar.

Deutlich über den Erwartungen

Je Aktie blieb ein Gewinn in Höhe von 1,48 Dollar hängen. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld lediglich von 1,34 Dollar Gewinn je Anteilsschein ausgegangen. Dabei lief es nicht nur in der Filmsparte mit einem Umsatzplus von 50% ausgesprochen gut.  Auch die übrigen Sparten – Disneys Themenparks und Resorts (+9%) sowie der TV-Bereich mit dem Sportsender ESPN (+9%) – verbuchten deutliche Zuwächse.

Auch auf Gesamtjahresbasis konnten sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen. Der Umsatz stieg um 8% auf 59,43 Milliarden Dollar. Parallel dazu erhöhte sich der Nettogewinn auf 12,6 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 40% und einer stolzen Gewinnmarge von 21,20%.

Übernahme von 21st Century Fox

Neben den aktuellen Jahreszahlen stand bei Walt Disney zuletzt die geplante 70 Milliarden Dollar schwere Übernahme großen Teilen des Rivalen 21st Century Fox aus dem Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch im Vordergrund. Walt Disney wird im Rahmen der Vereinbarung einen Teil der Entertainment-Sparte von 21st Century Fox erwerben, einschließlich Film, Kabelfernsehen und Satellitendirektübertragung. Vor wenigen Tagen erhielt der Unterhaltungskonzern die Genehmigung durch die EU-Wettbewerbshüter und nahm damit eine wichtige Hürde.

Eintritt in boomenden Streaming-Markt

In Zukunft will sich der Hollywood-Gigant verstärkt auf den boomenden Streaming-Markt konzentrieren. Damit will der Konzern dem Rivalen Netflix das Leben schwermachen. Deshalb bringt Disney Ende 2019 einen eigenen Internet-Service mit dem Namen “Disney+” an den Start. Dort sollen zum Beispiel die lukrativen “Marvel”-Comic-Verfilmungen sowie die Filme und eine geplante neue TV-Serie aus dem “Star-Wars”-Universum verfügbar sein.

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Qualcomm-Aktie: Chipspezialist senkt den Daumen. Aktie rauscht in den Keller

Die Lage spitzt sich zu. Anleger, die auf eine Erholung der Aktie des US-Technologiekonzerns Qualcomm gesetzt haben, wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Seit Anfang September rauschten die Papiere um mehr als 25% in den Keller. Alleine am Donnerstag ging es um 8% nach unten. Schlechte Nachrichten gab es zuletzt genug. Zum einen spitzt sich der Patentstreit mit Apple immer stärker zu. Zum anderen haben die vorgelegten Quartalszahlen und insbesondere der Ausblick die Anleger vergrätzt.

Qualcomm – führender Player bei Mobilfunkchips

Qualcomm ist ein führender Technologiekonzern, der sich primär auf die Entwicklung der CDMA-Mobilfunktechnologie konzentriert. CDMA (Code Division Multiple Access) ist neben GSM (Global System for Mobile) einer der weltweit wichtigsten Mobilfunkstandards.

Des Weiteren entwickelt das Unternehmen verschiedene Lösungen für die drahtlose Sprach- und Datenkommunikation. Im Bereich Mobilfunk-Chips zählt Qualcomm weltweit zu den Marktführern. Ein Großteil der Module bei Smartphones stammt von dem Konzern.

Umsatz am oberen Ende der Erwartungen

Im vierten Quartal ging der Umsatz bei dem US-Konzern um 2% auf 5,8 Milliarden Dollar zurück. Damit konnte Qualcomm die zuvor gesteckten Erwartungen am oberen Ende erfüllen. Während die Sparte QCT einen Umsatz von knapp 4,65 Milliarden Dollar erzielte (Vorjahr: 4,65 Milliarden Dollar), sank der Umsatz im Bereich QTL (Lizenzen) um 6% auf knapp 1,14 Milliarden Dollar.

Ergebnis dreht ins Minus

Besonders enttäuschend war allerdings der Ergebniseinbruch. Unter dem Strich verzeichnete Qualcomm einen Verlust von immerhin einer halben Milliarden Dollar. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum schrieb das Unternehmen noch ordentliche Gewinne (200 Millionen Dollar).

Allerdings müssen Sie wissen: Alleine zwei Milliarden Dollar musste der Konzern auf Grund der gescheiterten Übernahme des niederländischen Chip-Konzerns NXP Semiconductor zahlen. Nach monatelangen Verhandlungen war der Deal am Widerstand der chinesischen Wettbewerbsbehörden gescheitert.

Apple zahlt nicht mehr

Die rückläufigen Umsätze sind hingegen vor allem auf die angespannte Beziehung zu Apple zurückzuführen. Apple wirft Qualcomm vor, unfaire und überhöhte Gebühren zu kassieren, der Chipkonzern konterte mit Vorwürfen der Patentverletzung. Die Folgen sind drastisch spürbar. Seit Mitte 2017 zahlt der iPhone-Hersteller keine Lizenzzahlungen mehr. Das Problem an der Sache: Zwar ist die Sparte mit dem Lizenzgeschäft deutlich kleiner als die Chipsparte, erzielt aber merklich höhere Gewinnmargen.

Patentstreit geht in die nächste Runde

Mittlerweile sind die Streitigkeiten der beiden Konzerne eskaliert. Zuletzt wurden die Hoffnungen auf ein baldiges und gütliches Ende vollends zunichte gemacht. Laut Apple wird es auf keiner Ebene mehr nennenswerte Verhandlungen mit Qualcomm geben. Zugleich setzt Apple bei seinen neuen iPhone-Modellen jetzt auf Chips des Rivalen Intel.

Auf der anderen Seite wirf Qualcomm Apple den Verrat von Quellcode und geheimen Informationen vor. Die ausstehenden Zahlungen des Smartphone-Giganten beziffert Qualcomm auf mittlerweile 7 Milliarden Dollar.

Da keine Einigung erzielt werden konnte, geht der Patent- und Lizenzstreit nun vor Gericht. Der Prozessauftakt ist für Anfang 2019 angesetzt.

Umsatzprognose bleibt deutlich hinter Erwartungen zurück

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2019 prognostiziert der Chiphersteller, dass sein Gewinn auf bereinigter Basis zwischen 1,05 und 1,15 Dollar pro Aktie liegen. Das liegt über den Analystenerwartungen von aktuell 94 Cent pro Anteilsschein. Allerdings war die Umsatzprognose eine herbe Enttäuschung.

Der US-Technologiekonzern rechnet mit Erlösen zwischen 4,5 bis 5,3 Milliarden Dollar. Bislang waren die Analysten von 5,59 Milliarden Dollar im Jahresauftaktquartal ausgegangen. Bis sich die Situation mit Apple geregelt hat, dürfte die Aktie daher weiterhin von hohen Schwankungen begleitet sein.

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Etsy-Aktie: Onlineplattform mit kräftigem Wachstum – Aktie geht durch die Decke

Der Online-Riese Amazon ist als Platzhirsch im Internethandel nicht mehr wegzudenken. Die Marktmacht ist gigantisch und hat sogar den US-Präsidenten dazu veranlasst, öffentlich über eine Zerschlagung des Konzerns nachzudenken. Die Zeitungen sind voll von Artikeln über Firmen, die im Kampf gegen Amazon den Kürzeren gezogen haben. Nicht so die Onlineplattform Etsy. Hier treffen sich Verkäufer und Käufer von handgemachten Produkten. Dass sich der Konzern erfolgreich gegen die „Amazon-Handmade“-Plattform durchsetzen kann, haben die gerade vorgelegten Zahlen gezeigt.

Satte Zuwachsraten und die nach oben revidierte Prognose sorgten für Feierlaune unter den Anlegern. Zwischenzeitlich schoss die Aktie um 25% in die Höhe. Damit dürften sich vor allem mutige Langfristanleger freuen: Wer im Frühjahr 2016 bei Kursen von unter 6,50 Dollar zugegriffen hat, kann sich jetzt über eine Vervielfachung des eingesetzten Kapitals freuen. Mittlerweile notieren die Papiere mit 51,60 Dollar nur noch knapp unter ihrem Allzeithoch.

Führende Internetplattform für Handgemachtes

Etsy ist eine 2005 gegründete E-Commerce-Website für den Kauf und Verkauf von handgemachten Produkten, Vintage und Künstler-Bedarf. Der Hauptsitz befindet sich in dem New Yorker Stadtbezirk Brooklyn. Das Angebot an handgemachten Produkten umfasst u. a.: Kunst, Fotografie, Mode, Schmuck, Kosmetik-Produkte     und Spielzeug.

Um als „Vintage“ zu gelten, müssen angebotene Artikel mind. 20 Jahre alt sein.

Mittlerweile tummeln sich auf der Plattform über 1,9 Mio. aktive Verkäufer und 33 Mio. Käufer. Insgesamt stehen über 50 Millionen Artikel zum Verkauf.

Umsatz springt um 41% in die Höhe

Die gerade vorgelegten Ergebnisse konnten die Anleger überzeugen und übertrafen die Erwartungen der Analysten. Insgesamt wechselten im dritten Quartal Waren von 922,5 Millionen Dollar den Besitzer (+20,8%). Etsy selbst verdient nach der Preiserhöhung im Juli auf aller verkauften Waren einen Provisionssatz von 5% (vorher 3,5%). Entsprechend sprang der Quartalsumsatz um 41,3% auf 150,4 Millionen Dollar nach oben.

Nettogewinn deutlich über Vorquartal

Der Nettogewinn von 19,9 Millionen Dollar lag zwar um 22,9% unter dem Vorjahreswert, stieg aber deutlich gegenüber dem Nettogewinn von 3,4 Millionen Dollar im zweiten Quartal.

Dawanda vollständig integriert

Dabei wächst Etsy nicht nur organisch, sondern auch über Übernahmen. So hat der US-Konzern im August den deutschen Online-Marktplatz Dawanda geschluckt. Dabei wurden die Händler auf die eigene Plattform migriert, jedoch nicht die Mitarbeiter oder Vermögensbestände von Dawanda. Das Aus von DaWanda nutzt Etsy also für eine längst überfällige Deutschland- und Europa-Expansion. Der deutsche Markt war schon lange einer von Etsys Kernmärkten.

Ausblick angehoben

Nach dem starken Quartal hat Etsy seine Prognose für das Gesamtjahr angepasst. Für 2018 soll das Umsatzplus bei 35 bis 36% liegen (alte Prognose: 33-35%). Darüber hinaus strebt das Management nun einen Anstieg der Bruttowarenumsätze um 19% bis 20% an, gegenüber einer früheren Prognose von 18% bis 20% Wachstum. Beim Jahresumsatz peilt Etsy nun ein Niveau zwischen 596 und 600 Millionen Dollar an.

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Kraft Heinz-Aktie: Anleger fliehen nach Gewinneinbruch aus Aktie des Ketchup-Herstellers

Dass auch vermeintlich stabile Geschäftsmodelle nicht immun gegen starke Kursschwankungen sind, müssen Anleger momentan bei der Heinz Kraft-Aktie am eigenen Leib erfahren. Alleine am Freitag verloren die Papiere nach Vorlage der Geschäftszahlen um beinahe 10%. Damit summieren sich die Verluste seit Jahresbeginn auf mittlerweile 35%, seit dem Kurshoch im letzten Jahr sind es sogar 47%.

Für Sie zum Vergleich: Bei dem S&P 500 Index (in dem die Kraft Heinz-Aktie auch enthalten ist) steht seit Jahresanfang noch ein Zuwachs von 1% auf dem Kurszettel, seit dem Kurshoch der Kraft Heinz-Aktie sind es immerhin 16%.

Was war der Auslöser für die schwache Entwicklung? Ist in den nächsten Quartalen Besserung in Sicht? Wie steht der Großanleger Warren Buffett zur Entwicklung seiner Position?

Kraft Heinz im Portrait

Der Kraft Heinz-Konzern entstand 2015 durch die Fusion der Kraft Foods Group und der H. J. Heinz Company. Kraft Heinz mit Sitz in Chicago ist nach eigenen Angaben der fünftgrößte Lebensmittel- und Getränkehersteller der Welt. Zur Produktpalette zählen Fertiggerichte, Erfrischungsgetränke, Kaffee, Käse und weitere Lebensmittel.

Das Portfolio umfasst einige der beliebtesten Lebensmittelmarken Nordamerikas: Kraft, Heinz, ABC, Capri Sun, Classico, Jell-O, Kool-Aid, Lunchables, Maxwell House, Ore-Ida, Oscar Mayer, Philadelphia, Planters, Plasmon, Quero, Weight Watchers Smart Ones und Velveeta.

Massiver Gewinneinbruch sorgt für schlechte Stimmung

Der Grund für den jüngsten Kursrutsch liegt in den präsentierten Quartalszahlen, die unerwartet schwach ausgefallen sind. Dabei konnte die Umsatzentwicklung sogar noch überzeugen. Mit einem Zuwachs von 1,6% auf 6,37 Milliarden Dollar im dritten Quartal konnten die Erwartungen der Analysten übertroffen werden (6,31 Milliarden Dollar).

Allerdings musste der Ketchup-Hersteller beim Gewinn massive Abstriche machen. Unter dem Strich schmolz der Gewinn von 944 auf nur noch 630 Millionen Dollar zusammen. Pro Aktie ergab sich damit ein bereinigter Gewinn von 78 Cent. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld der Zahlen von 81 Cent je Anteilsschein ausgegangen.

Hohe Rohstoffkosten verhageln die Bilanz

Dabei gab es gleich mehrere Punkte, die dem US-Konzern die Bilanz verhagelten. Auf der einen Seite litt Kraft Heinz unter gestiegenen Rohstoffkosten. Auf der anderen Seite belasteten höhere Kosten für Transport und Werbung den Konzern. Zugleich sorgten Rabattaktionen und höhere Investitionen für eine gesunkene Gewinnmarge.

Warren Buffett hält dem Konzern die Treue

Der gesunkene Aktienkurs dürfte auch die Investmentlegende Warren Buffett ärgern. Denn Buffett hält 325 Millionen Aktien des Lebensmittel- und Getränkespezialisten. Das entspricht einem Gegenwert von 20,5 Milliarden Dollar – damit stecken immerhin 10,46% seiner gesamten Vermögenswerte in der Position. Buffett hält übrigens 26,71% aller Kraft Heinz-Aktien und ist damit der mit Abstand größte Einzelaktionär der Gesellschaft.

Management gibt keine exakte Prognose

Den Kursverfall dürfte aber auch aus einem anderen Grund heraus beschleunigt worden sein. Firmenboss Bernardo Hess hat nämlich keine konkrete Prognose für seine Anleger geliefert. Der Konzern erwarte „lediglich“ ein organisches Umsatzwachstum (also ohne Zukäufe), dass sich auch im kommenden Jahr fortsetzen wird.

Zugleich peilt Kraft Heinz laut Finanzvorstand David Knopf ein besseres Gleichgewicht zwischen Umsatz- und Ergebniswachstum an. Die warmen Worte der Vorstände waren den Anleger aber offenbar nicht genug. Denn sie lassen weiterhin viel Raum für Unsicherheit und Spekulation. Beides Punkte, die den Anlegern nicht gefallen.

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