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BlackBerry-Aktie: Ehemaliger Smartphone-Pionier trotz schwacher Zahlen satt im Plus

Liebe Leser,

oftmals sind es nicht die Zahlen an sich, die für Kurssprünge sorgen. Viel entscheidender ist, ob die vorgelegten Ergebnisse die Erwartungen der Anleger übertreffen können oder nicht. Bestes Beispiel ist die Aktie des ehemaligen Smartphone-Pioniers BlackBerry. Trotz eines massiven Geschäftseinbruchs feierten die Investoren die präsentierten Geschäftszahlen mit einem Kurszuwachs von über 12%. Damit kletterte die Aktie auf das höchste Niveau der vergangenen drei Jahre.

Wie fielen die Zahlen aus? Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven des US-Konzerns? Was sagen die Analysten momentan zu der Aktie?

Umsatz rauscht um 25% in den Keller

Zuerst die negative Nachricht. Mit einem Umsatz von 226 Millionen Dollar erzielte der kanadische Softwareanbieter BlackBerry im jüngsten Quartal 25% weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Allerdings hatten die Anleger mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Sie müssen wissen: Mittlerweile erzielen die Kanadier primär ihre Umsätze mit Software- und Servicedienstleistungen.

Alleine 75% der Gesamterlöse im vergangenen Quartal gingen auf das Konto wiederkehrender Erlöse. Besonders erfreulich lief es im Bereich mit Firmensoftware. Aufträge der Deutschen Bank und der Nato sorgten für Rückenwind und schoben die Erlöse um 11,5% nach oben.

Besonders auf der Gewinnseite waren die Ergebnisse eine richtige Überraschung. Auf den ersten Blick fiel zwar ein Verlust in Höhe von 275 Millionen Dollar an – dieser war jedoch auf hohe negative Einmaleffekte zurückzuführen. So gingen alleine 149 Millionen Dollar auf das Konto eines Rechtsstreits mit Nokia. Dabei ging es um ein Lizenzabkommen für Smartphonetechnik aus dem Jahre 2012. BlackBerry hat offenbar die Lizenzen nicht gezahlt, die Nokia bereits bilanziert hatte.

Ohne Sondereffekten gelingt der Sprung in die Gewinnzone

Ohne die ganzen Einmaleffekte erzielte der kanadische Konzern ein Nachsteuerergebnis von 16 Millionen Dollar beziehungsweise 3 Cent je Aktie.  Auch auf der Bilanzseite sieht es mittlerweile wieder besser aus. Abzüglich aller Verbindlichkeiten sitzt Blackberry auf einem Cash-Bestand von 1,9 Milliarden Dollar. Das entspricht beinahe 30% des gesamten Börsenwerts.

Betriebssystem wird eingestampft

Bereits im September hat BlackBerry verkündet, keine Telefone mehr mit dem eigenen Betriebssystem herzustellen. Kein Wunder: Der Marktanteil war zuletzt auf 0,1% gesunken. Jetzt will das Unternehmen auch das Geschäft mit der Software nicht mehr vorantreiben. Zum Ende nächsten Jahres sollen beide Plattformen (BlackBerry OS und der App Store BlackBerry World) nicht mehr unterstützt werden. In Zukunft wird es nur noch Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android geben.

Transformation des Geschäftsmodells abgeschlossen

Damit scheint die Umstellung des Geschäftsmodells vorerst abgeschlossen. BlackBerry hat sich aus der Hardwareproduktion verabschiedet. Die Rechte an der Smartphone-Marke BlackBerry hat sich der chinesische Hersteller TCL Communication Technology gesichert. TCL kümmert sich um das Design und alle Verkaufs- und Vertriebsmaßnahmen der Smartphones. BlackBerry steuert auf der anderen Seite seine selbst entwickelten Sicherheitslösungen bei.

Entsprechend optimistisch zeigt sich die Konzernführung. Für das laufende Jahr erwartet der Technologiekonzern einen Umsatz zwischen 920 bis 950 Millionen Euro und ein positives Ergebnis je Aktie (ohne Sondereffekte).

Kursziel der Analysten schon überschritten

Unterdessen zeigen sich die Analysten zurückhaltend. Von 18 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, rät die Mehrheit (11 Analysten) zum Halten der Aktie. Lediglich 4 Analysten sehen in dem Papier einen Kauf und 3 Banker stufen den Titel als Verkaufsposition ein. Bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 9,4 Cent für das nächste Geschäftsjahr ergibt sich ein stolzes Kurs-Gewinn-Verhältnis von beinahe 130. Die Bewertung preist also einen erfolgreichen Turnaround bereits ein. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt mit 11,09 Dollar knapp 9% unter dem aktuellen Kursniveau.

Herzliche Grüße

Richard Mühlhoff

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