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Campbell Soup-Aktie: Übernahmealarm im Snackmarkt

Das Übernahmekarrusell dreht sich munter weiter. Das niedrige Zinsniveau, solide Bilanzen und auf Wachstum drängende Anleger sind nur einige der Faktoren, die den Markt für Fusionen und Übernahmen momentan befeuern. Nun hat mit Campbell Soup einer der weltweit größten Hersteller von Dosensuppen zugeschlagen. Der US-Konzern streckt mit einer Milliardenofferte seine Fühler nach dem Snackhersteller Snyder aus South Carolina aus.

4,9 Milliarden Dollar für Brezelhersteller

Der Hintergrund des Deals ist klar. Auf Grund des schwächelnden Geschäfts mit Suppenverkäufen will Campbell will mit dem Zukauf in den Markt für Snacks vordringen. Zuletzt stockte es nämlich bei der Umsatzentwicklung von Campbell. Seit 2014 fielen die Erlöse des Konzerns von 8,26 auf zuletzt 7,89 Milliarden Dollar.

Auf der Gewinnseite konnte die Ertragskraft hingegen ausgebaut werden. Mit einem Jahresgewinn von 887 Millionen Dollar erreichte der Suppenspezialist zuletzt eine Gewinnspanne von 11,24% und damit das höchste Niveau seit 2011.

Campbell kauft sich Wachstum ein

Sollte der Deal durchgehen, würde Campbell einen der größten US-Hersteller von Salzgebäck schlucken. Bislang erzielte Campbell rund 31% seiner Erlöse mit Snacks. Nach der Transaktion dürfte der Anteil auf beinahe 46% nach oben klettern. Für Sie zur Information: Seit 2002 steigerte Snyder, das Objekt der Begierde, seine Erlöse von 543 Millionen Dollar auf 2,10 Milliarden Dollar im vergangenen Geschäftsjahr. Allerdings sorgt der Zukauf für eine spürbare Verwässerung der Gewinnmarge. Denn Snyder erreichte im letzten Jahr mit 15 Millionen Dollar gerade mal so die Profitzone.

Einkaufstour nimmt wieder an Fahrt auf

Mit dem Zukauf nimmt die Schoppingtour des Suppenkonzerns wieder an Geschwindigkeit auf. Den letzten Milliardenkauf gab es im Jahr 2015 als Campbell den Gemüsekonzern Bolthouse Farms für 1,55 Milliarden Dollar schluckte.

In diesem Monat finalisierte der Suppenriese einen weiteren Deal. Für 700 Millionen Dollar kaufte das Unternehmen den Hersteller von Bio-Brühen und Suppen Pacific Foods. Damit setzt Campbell auf den schnell wachsenden Markt für Bio-Lebensmittel, der in den letzten vier Jahren mit 15,7% pro Jahr gewachsen ist.

Snyder’s Aktienkurs geht durch die Decke

Der Kaufpreis für Snyder liegt bei knapp 4,9 Milliarden Dollar und ist der größte Zukauf in der 148-jährigen Firmengeschichte von Campbell. Pro Snyder-Aktie legt der US-Konzern damit 50 Dollar in bar auf den Tisch. Das entspricht einem Aufschlag von rund 27% auf den letzten Snyder’s-Schlusskurs vor den ersten Berichten über die Übernahme. Campbell will den Deal durch die Aufnahme von Krediten in Milliardenhöhe stemmen. Die Akquisition soll Anfang des zweiten Quartals 2018 abgeschlossen werden.

Stolzer Kaufpreis

Für die Verbreiterung des Produktportfolios greift Campbell tief in die Tasche. Immerhin bewertet die Offerte den Snackhersteller Snyder mit dem 35-Fachen der erwarteten Gewinne im nächsten Jahr. Das Kursziel der Analysten von 41,69 Dollar hat die Snyders-Aktie damit deutlich übertroffen. Dennoch dürfte die Konsolidierungswelle nach dem Deal noch lange nicht abebben. Der anhaltende Preisdruck und der Markteintritt des Onlineriesen Amazon dürfte die Branche auch in den kommenden Quartalen durcheinanderwirbeln.

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