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Cronos-Aktie: Nach Zahlen und Analysten-Updates deutlich schwächer

Hanfaktien eignen sich nur für hartgesottene Anleger. Wer das Risiko scheut, sollte sich von diesem Sektor besser fernhalten. Denn die Kursschwankungen und die Bewertungen der Firmen könnten extremer kaum sein.

Nehmen Sie die Aktie des Cannabisspezialisten Cronos: War die Aktie im Sommer 2016 noch für 0,18 CAD zu haben, mussten Anleger Anfang Märze bereits über 31 Dollar für einen Anteilsschein auf den Tisch legen. Damit kletterte der Börsenwert auf sage und schreibe über 5,6 Milliarden CAD, obwohl der Jahresumsatz zuletzt nur bei bescheidenen 17,14 Millionen CAD lag.

Bei solchen Bewertungen dürfte allen klar sein: Hier wird ausschließlich die Zukunft gehandelt und auf eine rasante Expansion spekuliert. Extreme Ausschläge sind vorprogrammiert. Allein von Oktober bis Anfang März schossen die Papiere um 250% bis auf 31,77 CAD in die Höhe. Seither stockt es allerdings im Getriebe. Nach Vorlage der Geschäftszahlen ging die Aktie in den Korrekturmodus über und rutschte bis auf 23,61 CAD in den Keller.

Cronos im Portrait

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Hanfkonzern näher vorstellen. Die Cronos Group ist ein kanadischer Cannabis-Züchter und -Vertriebshändler. Wie die meisten Marihuana-Aktien hat auch die Cronos Group aufgrund der in Kanada für den Eigengebrauch stattgefundenen Cannabis-Legalisierung ein gestiegenes Marktinteresse wahrgenommen.

Durch Altria-Einstieg beflügelt

Zuletzt haben auch zahlreiche Deals den Cannabis-Markt beflügelt. Nach dem Getränke-Hersteller Constellation Brands stieg im Dezember letzten Jahres auch die Marlboro-Mutter Altria ins Business ein und sicherte sich 45% an Cronos. Die Branche ist de facto weiter kräftig in Bewegung. Im Rahmen des Einstiegs zahlte Altria rund 16,25 CAD je Aktie. Zusätzlich erhielt der Tabakriese die Option zum Kauf weiterer 10% der Firma zu 19 CAD je Anteilsschein.

248% Umsatzwachstum im Schlussquartal

Unterdessen befindet sich die Branche im Wachstumsmodus. Die zunehmende Legalisierung in immer mehr Bundesstaaten treibt die Geschäfte. So konnte Cronos den Umsatz im vergangenen Quartal auf 5,6 Millionen CAD (+248% zum Vorjahresquartal) steigern. Allerdings rutschte das Ergebnis mit 11,61 Millionen CAD in die Verlustzone. Für Sie zum Vergleich: Im letzten Jahr wurde noch ein Gewinn in Höhe von 2,06 Millionen CAD erzielt.

Grammpreis um 17% angestiegen

Im Schlussquartal stieg der durchschnittliche Nettoveräußerungspreis pro Gramm um 17% auf 5,39 CAD, während die Herstellungskosten vor Marktwertanpassung um 9% auf 3,02 CAD sanken. Zugleich explodierten aber die Kosten für Forschung und Entwicklung um 2,35 Millionen CAD. Ebenso erhöhten sich die Marketing- und Vertriebskosten massiv, was sich negativ auf das Ergebnis auswirkte.

Cronos rutscht in die Verlustzone

Im Gesamtjahr erzielte der Hanfspezialist einen Umsatz von 11,69 Millionen CAD (Vorjahr: 3,20 Mio. CAD). Unter dem Strich reichte das aber nicht, um in der Gewinnzone zu bleiben. Es fiel ein Jahresverlust von 19,20 Millionen CAD an.

Analysten senken den Daumen

Zuletzt mehrten sich nach dem rasanten Kursanstieg die skeptischen Stimmen der Analysten. So taxierte der Broker Canaccord sein Kursziel mit 17 CAD und stufte die Aktie auf Verkaufen herab. Zwei weitere Analysten schlugen verhaltene Töne an und stuften die Papiere auf Neutral zurück.

Vor allem die fehlende Transparenz dürfte den Experten nicht gefallen. So differenziert Cronos im Geschäftsbereich weder nach dem Umsatz, der mit Freizeit- und Medizinhanf erzielt wurde, noch werden die Erlöse nach Regionen aufgegliedert dargestellt. Zudem ist fraglich, wie der aktuelle Produktionsengpass kurzfristig behoben werden soll. Cronos kann derzeit auf annualisierter Basis rund 40.000 Kilogramm Cannabis anbauen. Die größte Initiative des Unternehmens zur Kapazitätserweiterung ist das Joint Venture Cronos GrowCo, das voraussichtlich rund 70.000 Kilogramm pro Jahr produzieren wird, aber erst 2020 verfügbar sein wird.

Fazit: Zweifelsohne sind die Marktchancen auf dem Hanfmarkt riesig, die Unsicherheit aber auch. Kein Experte wird beurteilen können, wie schnell sich die einzelnen Märkte entwickeln und wie realistisch die Marktprognosen wirklich sind. Vor diesem Hintergrund dürften die Aktienkurse der Firmen auch zukünftig extremen Schwankungen unterliegen.

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