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Fitbit-Aktie: Hersteller von Fitnessarmbändern nach Zahlen weiter im Rückwärtsgang

Wie gewonnen so zerronnen. Die Euphorie war groß als der Marktführer für Fitnessarmbänder im Jahr 2015 den Sprung auf das Börsenparkett wagte. Der Emissionspreis von 20 Dollar gehörte schnell der Vergangenheit an. Innerhalb weniger Wochen schossen die Papiere auf über 51 Dollar in die Höhe. Damit war der US-Konzern auf einen Schlag fast 11 Milliarden Dollar wert. Doch schwache Zahlen und eine immer stärker werdende Konkurrenz sorgten schnell für Ernüchterung.

Daran konnten auch die gerade vorgelegten Geschäftszahlen nichts ändern. Die Anleger quittierten die Ergebnisse mit einem regelrechten Abverkauf und schickten die Papiere um über 12% in den Keller. Mittlerweile notiert die Aktie mit 4,95 Dollar nur noch knapp über ihrem Allzeittief. Der Börsenwert liegt nur noch bei 1 Milliarde Dollar.

Fitbit im Portrait

Fitbit ist eine amerikanische Firma, die sogenannte Fitness-Tracker anbietet. Die Firma mit Sitz in San Francisco, Kalifornien, produziert die gleichnamigen elektronischen Geräte, mit denen die Kunden ihre Trainingseinheiten verfolgen und aufzeichnen können. Die einfacheren Modelle sind reine Schrittzähler, teurere Modelle können auch weitere Körperparameter wie die Herzfrequenz oder die Schlafqualität messen.

Die gemessenen Daten können via Mobiltelefon oder Computer ins Internet übertragen werden, um sie auszuwerten. Neben reinen Fitnesstrackern bietet Fitbit auch Smartwatches, kabellose Fitness-Kopfhörer und intelligente Waagen an. Fitbit hat über 25 Millionen aktive Nutzer und weltweit mehr als 76 Millionen Geräte verkauft.

Dem Hype folgt die Ernüchterung

Die Geschäftsentwicklung von Fitbit war zunächst wirklich beeindruckend. Von 2012 bis 2016 explodierten die Umsätze regelrecht von 76 Millionen Dollar auf 2,16 Milliarden Dollar. In 2017 musste allerdings ein Umsatzeinbruch von 25% auf nur  noch 1,61 Milliarden Dollar verkraftet werden. Zudem verharrt Fitbit seit zwei Jahren in der Verlustzone. Im zurückliegenden Geschäftsjahr fiel ein Verlust von 277 Millionen Dollar und damit deutlich mehr als im Vorjahr an (-103 Millionen Dollar). Das letzte Mal erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2015 einen Gewinn (176 Millionen Dollar).

Fitbit mit schwachem Jahresstart

Auch zum Jahresauftakt hat sich die Situation nicht geändert. Mit 247,9 Millionen Dollar lag der Umsatz deutlich unter dem Vorjahresniveau (298,9 Millionen Dollar), was immerhin einem Rückgang um 17% entspricht. Insgesamt wurden nur 2,2 Millionen Geräte verkauft (Vorjahresquartal: 3 Millionen Geräte), allerdings stieg der durchschnittliche Verkaufspreis von 96,50 auf 112 Dollar an.

Zugleich wurden die Verluste ausgeweitet. Unterm Strich fiel ein Verlust von 80,9 Millionen Dollar im ersten Quartal an. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es nur 60,1 Millionen Dollar.

Übernahme von Twine Health

Unterdessen versucht Fitbit mit allen Mitteln wieder auf den Wachstumspfad zurückzukommen. So hatte der Konzern im Februar Twine Health übernommen, einen Anbieter einer Gesundheits-Management-Plattform. Die in Cambridge/ Massachusetts ansässige Twine Health bietet eine Cloud-basierte Gesundheits-Management-Plattform an, die künftig mit den Smartwatches bzw. Fitness-Trackern von Fitbit kombiniert werden soll.

Twine Health will neben Gesundheits-Coaching auch Arbeitgebern dabei helfen, Gesundheitskosten am Arbeitsplatz zu senken. Über die Gesundheitsplattform sollen insbesondere auch chronisch kranke Menschen ihre Krankheit wie Diabetes und Hypertonie besser managen können. Auch will die Plattform Menschen beim Abnehmen und Raucher bei der Entwöhnung helfen.

Kooperation mit Google soll Austausch von Fitnessdaten verbessern

Zugleich hat Fitbit eine Kooperation mit Google geschlossen. Der Suchmaschinenriese soll den Hersteller von Fitness-Gadgets künftig vor allem beim Datenaustausch unterstützen. Dazu dient die hauseigene Cloud als Grundlage. Es geht bei der Zusammenarbeit aber nicht nur um die Übermittlung von Fitness- und Gesundheitsdaten, sondern auch um deren bestmögliche Auswertung.

Mit Fitbit Versa gegen Apple

Ein Problem von Fitbit ist die zunehmende Konkurrenz vor allem durch Großkonzerne wie Apple, die mit der Apple Watch Fitbit die Kunden abgräbt. Als Antwort auf die Apple-Uhr hat Fitbit das Modell Versa auf den Markt gebracht. Mit ihrem großen Display mit abgerundeten Kanten erinnert die Fitbit-Uhr schon optisch an das Apple-Pendant.

Die Fitbit Versa wird per Bluetooth mit einem Android- oder iOS-Smartphone gekoppelt und dient dann sowohl als Begleiter im Alltag als auch beim Sport. Auf der einen Seite ermöglicht der eingebaute NFC-Chip bargeldloses zahlen, auf der anderen überwacht ein Sensor die Herzfrequenz. Die Versa zeigt darüber hinaus Benachrichtigungen an, bietet verschiedene anpassbare Ziffernblätter und unterstützt Apps, um auf der Uhr beispielsweise Nachrichten zu lesen. Direkt auf der Uhr kann außerdem Musik gespeichert und per Bluetooth wiedergegeben werden.

Fazit: Die Zahlen waren eindeutig schwach. Auch für das laufende Quartal rechnet Fit mit weiteren Einbußen durch den anhaltenden Nachfragerückgang bei Fitness-Trackern. Fit rechnet mit einem Umsatz zwischen 275 und 295 Millionen Dollar. Im Gegenzug versucht der Konzern mit seiner Smartwatch wieder Boden gut zu machen.

Immerhin machten die Uhren im letzten Quartal bereits 30% der Umsätze aus, was einer Verdopplung zum Vorquartal entspricht. Fitbit Versa hat gute Bewertungen bekommen und der Preis im Vergleich zur Apple Watch ist attraktiv. Sollte sich aber der Verkaufserfolg nicht einstellen, wird die Gewinnschwelle in weite Entfernung rücken und der Aktienkurs weiter unter Druck geraten.

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