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GoPro-Aktie: Actionkamerahersteller peilt Rückkehr in die Gewinnzone an – Aktie bricht trotzdem um 24% ein

In den vergangenen Jahren erlebten die GoPro-Anleger ein wahres Wechselbad der Gefühle. Die Papiere kamen zu 24 Dollar im Jahr 2014 an die Börse und explodierten innerhalb kürzester Zeit bis auf knapp 94 Dollar in der Spitze. Danach taumelte die Aktie, immer wieder durch teils kräftige Erholungsphasen unterbrochen, abwärts. Den jüngsten Rückschlag erhielten die Papiere am Freitag nach Vorlage der Geschäftszahlen. Die Aktie sackte um knapp ein Viertel in den Keller und notiert mittlerweile nur noch bei 5,44 Dollar. Seit dem Kurshoch hat die Aktie damit 94% ihres Werts eingebüßt.

Was lässt sich aus den aktuellen Zahlen ablesen? Wie steht es um die Zukunftsperspektiven und wie schätzen die Analysten die Lage ein?

Am Anfang war alles gut

Die Firmengeschichte von GoPro liest wie eine Erfolgsgeschichte aus dem Bilderbuch. Firmengründer Nick Woodman, 1975 geboren, wächst in Kalifornien auf und ist schon an der Highschool leidenschaftlicher Surfer. Nach der Gründung von zwei erfolglosen Startups gründet er den Kamerahersteller GoPro. Dabei wollte er mit seiner Firmenidee vor allem sein persönliches Problem lösen – Woodman wollte eine gute Kamera, um seine eigenen Wellenritte zu filmen.

Da es keine geeigneten wasserfesten Kameras auf dem Markt gab, entwickelte er selbst ein Modell und brachte im Jahr 2004 die erste GoPro-Kamera („Hero 35mm“) auf den Markt. Die Produkte fanden reißenden Absatz. Schließlich boten die auf den Helmen und anderen Stellen angebrachten Kameras bisher nie dagewesene Aufnahmen von extremen Sprüngen, Tauchgängen und vielen anderen besonders spannenden Aktivitäten.

Führender Hersteller von Actionkameras

Mittlerweile umfasst das Produktsortiment des Unternehmens neben Kameras auch entsprechendes Zubehör, das teilweise unter dem Label BacPac vertrieben wird. Hierzu zählen Produkte wie Ersatzbatterien, Ladegeräte, Kabel, Beschlagschutzmittel, Rettungsschwimmkörper, Tauchfilter, Video-Transmitter und Mikrofone.

Für den Bereich Bergsteigen offeriert GoPro beispielsweise auch Helme, Führungsrollen, Sturzbügel. Haltegriffe, Dreifuß-Halterungen, Handgelenkschutz und Brustgurte sowie anderes Accessoires. Softwarelösungen wie GoPro Studio, das Nutzern ein Tool zum Bearbeiten von Videos bereitstellt, die mit GoPro-Kameras gemacht worden sind, runden das Produktsortiment ab.

Gefährliche Abhängigkeit

Zu Beginn schrieb Firmenboss Woodman eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Immerhin explodierten die Umsätze regelrecht von 234 Millionen Dollar im Jahr 2011 bis auf 1,62 Milliarden Dollar in 2015. Den höchsten Gewinn erzielte GoPro in 2013, als der Konzern mit 128 Millionen Profit eine Gewinnspanne von 9,19% erreichte.

Doch seither geht es bergab. Eine Marktsättigung, verstärkte Konkurrenz und ein kostspieliger Ausflug in das Drohnengeschäft sorgten für kräftigen Gegenwind. GoPro litt unter der Abhängigkeit von nur einem Produkt. In den beiden zurückliegenden Geschäftsjahren schrieb der Konzern sogar Verluste. Trotz eines Jahresumsatzes von zuletzt 1,8 Milliarden Dollar schaffte es GoPro nicht in die Gewinnzone (2017: -183 Millionen Dollar).

Umsatzrückgang von 13% im dritten Quartal

Im zurückliegenden Quartal musste GoPro abermals einen Umsatzrückgang verkraften. Unter dem Strich sanken die Erlöse um 13% auf 286 Millionen Dollar. Zugleich verharrte der Kameraspezialist in der Verlustzone (-27,1 Millionen Dollar).

Firmenboss weckt Hoffnungen

Die Anleger setzen starke Hoffnung in die neue Kamerageneration, die in den letzten Tagen des Quartals auf den Markt gekommen ist. GoPro setzt besonders auf das Spitzenmodell Hero 7 Black, das unter anderem mit wackelfreien Bildern und erstmals auch einer Livestreaming-Funktion punkten soll. Ohne genauere Zahlen hieß es zuletzt, das Gerät habe sich im ersten Monat so gut verkauft wie keine andere GoPro-Kamera bisher.

Jetzt geht es für die Firma um eine gute Entwicklung im wichtigen Weihnachtsquartal. Firmenchef Nick Wooodman erwartet einen Umsatz zwischen 360 und 380 Millionen Dollar. Für Sie zum Vergleich: Das wäre zwar mehr als Vorjahresquartal (335 Millionen Dollar), aber deutlich weniger als vor zwei Jahren, als bei GoPro noch 540 Millionen Dollar durch die Bücher gingen. Zumindest peilt der Konzernchef für das Weihnachtsquartal wieder die Rückkehr in die Gewinnzone an.

Analysten sind noch skeptisch

Dem Kursverlauf nach zu urteilen scheinen die Anleger dem Turnaround ebenso wenig zu trauen wie die Analysten. Denn die Banker stufen den Titel mehrheitlich nur als Halteposition ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 6,64 Dollar nach dem Kurssturz allerdings wieder über dem aktuellen Börsenkurs (5,45 Dollar).

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