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International Flavors & Fragrances-Aktie: Aromahersteller bringt sich mit Milliardendeal in Pole-Position

Für viele Unternehmen sind Übernahmen und Fusionen ein probates Mittel, die Marktposition zu stärken oder sich zusätzliches Wachstum einzukaufen. Doch nicht immer stoßen solche Pläne auf die Gegenliebe der Anleger. Bestes Beispiel ist der geplante milliardenschwere Zukauf des Symrise-Konkurrenten International Flavor & Fragrances (IFF). Der US-Konzern will den israelischen Rivalen Frutarom für über 7 Milliarden Dollar schlucken und damit einen der weltweit führenden Duft- und Aromahersteller schaffen.

Die Anleger zeigen sich in einer ersten Reaktion wenig begeistert und schicken die IFF-Aktie um immerhin 15% in den Keller. Damit verlor das Unternehmen innerhalb weniger Stunden 1,5 Milliarden Dollar an Börsenwert.

Spekulationen machten bereits seit Längerem die Runde

Die Gerüchte hielten sich hartnäckig. Bereits vor einigen Wochen meldete sich ein israelisches Finanzportal zu Wort und brachte Informationen über ein mögliches Kaufinteresse an dem Duftspezialist Frutarom in den Umlauf. Jetzt gibt es Gewissheit. Der US-Duft und Aromenhersteller IFF hat für Frutarom ein 7,1 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot auf den Tisch gelegt.

Im Rahmen der Vereinbarung erhalten die Aktionäre von Frutarom 71,19 US-Dollar in bar und 0,249 eines IFF-Stammkapitals für jeden ihrer Anteile. Das Angebot schätzt Frutarom auf 106,25 USD pro Aktie – eine Prämie von 11% auf den Schlusskurs der israelischen Gruppe vor Bekanntgabe des Deals.

Dem Marktführer auf den Fersen

Der Zukauf soll in den kommenden sechs bis neun Monaten über die Bühne gehen. Wenn alles glatt läuft, dann macht IFF damit einen gewaltigen Schritt nach vorne und rückt dem Marktführer Givaudan gehörig auf die Pelle. Aktuell ist IFF weltweit die Nummer zwei unter den Herstellern von Düften und Aromastoffen – in etwa gleichauf mit dem Schweizer Konkurrenten Firmenich.

Wie der IFF-Firmenboss Andreas Fibig verlauten ließ, ergänzen sich die Geschäftsbereiche hervorragend. Sie müssen wissen: IFF beliefert vor allem die Parfüm- und Kosmetikindustrie. Frutarom liefert vornehmlich Zusatzstoffe für Lebensmittel und Getränke.

Mit dem Zusammenschluss will IFF zu einem der weltweit führenden Anbieter von Aromen, Düften und Nahrungsergänzungsmittel aufsteigen. Zusammen kommen beide Firmen auf einen Jahresumsatz von 5,3 Milliarden US-Dollar.

Anleger stufen Übernahme als zu teuer ein

Der Deal macht strategisch durchaus Sinn und mit dem Zusammenschluss bringt sich IFF eine aussichtsreiche Position, um von dem strukturellen Wachstum im Bereiche Düfte und Aromen zu profitieren. Warum fällt der IFF-Kurs dann so deutlich? Ganz einfach: Die Anleger stufen den gebotenen Preis als zu teuer ein.

In diesem Jahr will Frutarom, das mehr als 70.000 Produkte an mehr als 30.000 Kunden in mehr als 150 Ländern verkauft, einen Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar erzielen. Bis 2020 soll die Erlöse dann auf 2,25 Milliarden Dollar nach oben klettern. Damit zahlt IFF fast das 4,5-Fache der erwarteten Umsätze.

Frutarom stark bei Naturprodukten

Der Konzern verweist bei dem Deal auf das interessante Produktportfolio. Sie müssen wissen: Frutarom erzielt über 75% seiner Erlöse mit Naturprodukten, die bei den Verbrauchern stark im Kommen sind. Damit sind die Israelis vor allem bei schnell wachsenden kleinen und mittelgroßen Kunden im Boot. Im ersten Jahr soll der Zukauf ergebnisneutral sein – im zweiten Jahr wird ein Gewinnbeitrag im zweistelligen Prozentbereich erwartet.

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