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Kraft Heinz-Aktie: Anleger fliehen nach Gewinneinbruch aus Aktie des Ketchup-Herstellers

Dass auch vermeintlich stabile Geschäftsmodelle nicht immun gegen starke Kursschwankungen sind, müssen Anleger momentan bei der Heinz Kraft-Aktie am eigenen Leib erfahren. Alleine am Freitag verloren die Papiere nach Vorlage der Geschäftszahlen um beinahe 10%. Damit summieren sich die Verluste seit Jahresbeginn auf mittlerweile 35%, seit dem Kurshoch im letzten Jahr sind es sogar 47%.

Für Sie zum Vergleich: Bei dem S&P 500 Index (in dem die Kraft Heinz-Aktie auch enthalten ist) steht seit Jahresanfang noch ein Zuwachs von 1% auf dem Kurszettel, seit dem Kurshoch der Kraft Heinz-Aktie sind es immerhin 16%.

Was war der Auslöser für die schwache Entwicklung? Ist in den nächsten Quartalen Besserung in Sicht? Wie steht der Großanleger Warren Buffett zur Entwicklung seiner Position?

Kraft Heinz im Portrait

Der Kraft Heinz-Konzern entstand 2015 durch die Fusion der Kraft Foods Group und der H. J. Heinz Company. Kraft Heinz mit Sitz in Chicago ist nach eigenen Angaben der fünftgrößte Lebensmittel- und Getränkehersteller der Welt. Zur Produktpalette zählen Fertiggerichte, Erfrischungsgetränke, Kaffee, Käse und weitere Lebensmittel.

Das Portfolio umfasst einige der beliebtesten Lebensmittelmarken Nordamerikas: Kraft, Heinz, ABC, Capri Sun, Classico, Jell-O, Kool-Aid, Lunchables, Maxwell House, Ore-Ida, Oscar Mayer, Philadelphia, Planters, Plasmon, Quero, Weight Watchers Smart Ones und Velveeta.

Massiver Gewinneinbruch sorgt für schlechte Stimmung

Der Grund für den jüngsten Kursrutsch liegt in den präsentierten Quartalszahlen, die unerwartet schwach ausgefallen sind. Dabei konnte die Umsatzentwicklung sogar noch überzeugen. Mit einem Zuwachs von 1,6% auf 6,37 Milliarden Dollar im dritten Quartal konnten die Erwartungen der Analysten übertroffen werden (6,31 Milliarden Dollar).

Allerdings musste der Ketchup-Hersteller beim Gewinn massive Abstriche machen. Unter dem Strich schmolz der Gewinn von 944 auf nur noch 630 Millionen Dollar zusammen. Pro Aktie ergab sich damit ein bereinigter Gewinn von 78 Cent. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld der Zahlen von 81 Cent je Anteilsschein ausgegangen.

Hohe Rohstoffkosten verhageln die Bilanz

Dabei gab es gleich mehrere Punkte, die dem US-Konzern die Bilanz verhagelten. Auf der einen Seite litt Kraft Heinz unter gestiegenen Rohstoffkosten. Auf der anderen Seite belasteten höhere Kosten für Transport und Werbung den Konzern. Zugleich sorgten Rabattaktionen und höhere Investitionen für eine gesunkene Gewinnmarge.

Warren Buffett hält dem Konzern die Treue

Der gesunkene Aktienkurs dürfte auch die Investmentlegende Warren Buffett ärgern. Denn Buffett hält 325 Millionen Aktien des Lebensmittel- und Getränkespezialisten. Das entspricht einem Gegenwert von 20,5 Milliarden Dollar – damit stecken immerhin 10,46% seiner gesamten Vermögenswerte in der Position. Buffett hält übrigens 26,71% aller Kraft Heinz-Aktien und ist damit der mit Abstand größte Einzelaktionär der Gesellschaft.

Management gibt keine exakte Prognose

Den Kursverfall dürfte aber auch aus einem anderen Grund heraus beschleunigt worden sein. Firmenboss Bernardo Hess hat nämlich keine konkrete Prognose für seine Anleger geliefert. Der Konzern erwarte „lediglich“ ein organisches Umsatzwachstum (also ohne Zukäufe), dass sich auch im kommenden Jahr fortsetzen wird.

Zugleich peilt Kraft Heinz laut Finanzvorstand David Knopf ein besseres Gleichgewicht zwischen Umsatz- und Ergebniswachstum an. Die warmen Worte der Vorstände waren den Anleger aber offenbar nicht genug. Denn sie lassen weiterhin viel Raum für Unsicherheit und Spekulation. Beides Punkte, die den Anlegern nicht gefallen.

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