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Micron Technology: Schwache Prognose reißt Chipsektor in die Tiefe

Kaum einen Sektor hat es in den vergangenen Wochen so gebeutelt wie den Halbleitersektor. Die Angst eines bald endenden Zyklus und eines eskalierenden Handelsstreits lasteten schwer auf dem Chip-Sektor. Dabei dürften die jüngsten Meldungen Wasser auf die Mühlen der Skeptiker sein. Denn das Schwergewicht Micron Technology hat nicht nur schwache Zahlen zum letzten Quartal präsentiert. Zusätzlich wurden, sehr zum Leidwesen der Anleger, auch die Prognosen zurechtgestutzt.

Die negativen Nachrichten wurden von den Investoren mit deutlichen Abverkäufen quittiert. Alleine am Donnerstag verlor die Aktie beinahe 8% und rutschte bis auf unter 32 Dollar in den Keller.

Micron Technolgy – Top Player auf dem internationalen Halbleitermarkt

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den US-Technologiekonzern aber erst einmal näher vorstellen. Micron Technology hat seinen Hauptsitz in Boise, Idaho in den USA und gehört zu den fünf größten Halbleiterherstellern der Welt.

Der Konzern stellt vor allem NAND Flash-, DRAM- und NOR-Flash-Speicher und andere Speichertechnologien her, aber auch Verpackungslösungen und Halbleiter-Systeme für den Einsatz in Computer-, Verbraucher-, Netzwerk-, Automobil- und Industrieprodukten. Darüber hinaus fertigt das Unternehmen Halbleiterbauelemente für CMOS-Bildsensoren und andere Halbleiterprodukte.

Gewinn hui – Umsatz pfui

Trotz all der Wachstumssorgen war das abgelaufene Quartal durchaus passabel. Der Gewinn kletterte um 23% auf 3,29 Milliarden Dollar oder 2,81 Dollar je Aktie. Bereinigt verdiente das Unternehmen 2,97 Dollar je Anteil und lag damit über den Erwartungen der Analysten. Diese waren im Vorfeld von einem Gewinn je Anteilsschein in Höhe von 2,94 Dollar ausgegangen.

Bei den Umsätzen verzeichnete Micron hingegen lediglich einen Zuwachs von 16% auf 7,91 Milliarden Dollar. Das war für die Anleger eine Enttäuschung. Denn zuvor hatte die Konzernführung eine Bandbreite von 7,9 bis 8,3 Milliarden Dollar in den Raum gestellt.

Massiver Gegenwind erwartet

Für noch mehr enttäuschte Gesichter sorgte aber die aktualisierte Jahresprognose. Offensichtlich gibt es spürbaren Gegenwind. Sowohl Anpassungen bei den Lagerbeständen als auch saisonale Effekte sorgen laut dem Management für Bremsspuren. Insbesondere der DRAM-Markt ist betroffen.

Sie müssen wissen: Hier erzielt Micron Technology immerhin 68% seiner Gesamterlöse. Die DRAM-Produktion sieht Micron-Boss Sanjay Mehrotra nun etwa 15% höher (bisher rund 20%). Erst im zweiten Halbjahr 2019 soll die Nachfrage wieder anziehen.

Investitionen werden gekappt

Für das laufende Quartal erwartet der US-Konzern jetzt einen Umsatz von 5,7 bis 6,3 Milliarden Dollar. Analysten hatten bisher deutlich mehr erwartet. Parallel dazu soll der bereinigte Gewinn zwischen 1,65 und 1,85 Dollar je Aktie liegen. Für Sie zum Vergleich: Im Durchschnitt erwarteten die Analysten bereinigten Gewinn von 2,39 US-Dollar und Umsatz von 7,26 Milliarden US-Dollar. Unterdessen wird Micron die Ausgaben für das laufende Jahr spürbar kappen. Insgesamt werden die geplanten Ausgaben um 1,25 Milliarden Dollar auf 9 bis 9,5 Milliarden Dollar zusammengestrichen.

Fazit: Nach dem schwachen Ausblick kam die Micron Technology-Aktie abermals deutlich unter Druck. Trotz der reduzierten Prognose ist die Aktie alles andere als teuer. Wenn man die Gewinnentwicklung für das laufende Quartal auf den restlichen Jahresverlauf hochrechnet, dann dürfte unter dem Strich ein Jahresgewinn von mindestens 7 Dollar je Aktie erreichbar sein. Wenn Sie dann den Netto-Cash-Bestand von über 3 Milliarden Dollar von dem Börsenwert abziehen, handelt die Micron-Aktie gerade einmal mit dem 4-Fachen des Jahresgewinns. Die Anleger scheinen also davon auszugehen, dass sich die Lage erst einmal verschlechtert, bevor wieder Besserung eintritt.

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