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MTU-Aktie: Triebwerksbauer nach Prognoseanhebung im Rally-Modus

Die Berichtssaison ist in vollem Gange. Mit dem Triebswerksbauer MTU Aero Engines hat ein weiteres MDAX-Unternehmen seine Bücher offengelegt. Die Auswirkungen der Ergebnisse zeigt Ihnen ein kurzer Blick auf den Kurschart – um satte 5% schossen die Papiere alleine am gestrigen Tag nach oben. Damit liegen die Papiere auf Zwölfmonatssicht über 50% im Plus.

Was treibt die Anleger in die Aktie? Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven des Konzerns? Wie schätzen die Analysten die aktuelle Lage ein?

Weltweiter Triebwerksspezialist

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Münchener Konzern gerne etwas näher vorstellen. MTU ist ein führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken und Industriegasturbinen. Zu den Kunden zählen sowohl zivile als auch militärische Hersteller und Betreiber von Flugzeugen und Industriegasturbinen auf der ganzen Welt. Auch in Helikoptern kommen die Produkte von MTU Aero Engines zur Anwendung.

Darüber hinaus ist MTU in der Instandhaltung von Triebwerken tätig und nutzt ihr Know-how aus dem Triebwerksbau auch im Industriegasturbinen-Geschäft. Seine Produkte sind in rund 30% der weltweiten zivilen Flugzeugflotte vertreten. Im Neu- und Ersatzteilgeschäft liegt der MTU-Anteil in der Regel bei 15-20%.

Hohe Markteintrittsbarrieren

Die Marktstellung von MTU ist beeindruckend stabil, was zu einem großen Teil in dem Geschäftsmodell begründet liegt. Spezifisches Know-How, ausgiebige Dokumentations- und Zertifizierungsrichtlinien, hohe Anlauf-und Entwicklungskosten sowie eine Null-Toleranz für Fehler bedeuten hohe Eintrittsbarrieren.

Im Bereich  der Triebwerksinstandhaltung ist das Unternehmen der weltgrößte unabhängige Anbieter. Das gesamte Geschäft ist einerseits gekennzeichnet von hohen Anlauf-und Entwicklungskosten für neue Triebwerke. Andererseits bietet es hohe Visibilität und langfristige Mittelrückflüsse aus dem Wartungsgeschäft. Insgesamt unterhält das Unternehmen ein globales Netzwerk von 10 Reparaturstützpunkten.

MTU’s neue GTF-Technologie reduziert Kraftstoffverbrauch, CO2 und Lärmemissionen und unterstützt somit die entsprechenden Anstrengungen vieler Airlines und erlaubt darüber hinaus geringere Betriebskosten.

Erwartungen nach oben geschraubt

Jetzt lieferten die Münchener ihre Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal ab. Die Erlöse kletterten um fast 9% auf 1,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Vorsteuergewinn sackte allerdings um 7% auf 130 Millionen Euro ab. Damit fiel der Rückgang geringer aber aus als von den Analysten im Vorfeld erwartet wurde.

Für das Gesamtjahr zeigte sich die Konzernführung hingegen ausgesprochen zuversichtlich und schraubte die Prognose deutlich nach oben. Trotz Gegenwind auf der Währungsseite durch den schwachen US-Dollar soll der Gewinn stärker steigen als ursprünglich gedacht. Statt 560 Millionen Euro will MTU beim bereinigten Vorsteuergewinn (Ebit) nun 600 Millionen Euro erreichen. Für den bereinigten Überschuss nimmt Firmenchef Reiner Winkler statt 390 Millionen jetzt 420 Millionen Euro ins Visier.

Analysten hinken hinterher

Unterdessen sind die Analysten weiterhin eher skeptisch. Von den 29 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 12 zum Kauf der Papiere. Weitere 14 Analysten stufen den Titel als Halteposition ein, während drei Banker den Verkauf der Aktie empfehlen. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 133,80 Euro knapp 6% unter dem aktuellen Kursniveau. Bei einem erwarteten Gewinn von 7,44 Euro je Aktie wird das Unternehmen derzeit mit dem 19-Fachen des Jahresgewinns bewertet.

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