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Nike-Aktie: Sportgigant kämpft mit schwächelnden Margen

Viele Jahre konnten Sie als Anleger mit der Nike-Aktie wenig falsch machen. Wer im Jahr 1990 bei den Papieren des US-Konzerns zugriff, konnte sich die Aktie noch für unter 80 Cent ins Depot legen. Im Jahr 2015 mussten Sie für einen Anteil schon bis zu 67 Dollar berappen. Oder anders ausgedrückt: Wer 1990 gut 12.000 Dollar in Nike investierte und 25 Jahre Geduld bewies, konnte sich zwischenzeitlich über eine Mio. Dollar schwere Nike-Position im Portfolio freuen.

Doch seit Herbst 2015 stockt es im Getriebe. In 2016 sackten die Papiere um 19% in den Keller. Bis Oktober verharrte die Nike-Aktie bei 52 Dollar bevor eine dynamische Aufwärtsbewegung die Kurse wieder bis auf 63 Dollar beförderte.

Was war der Grund für die jüngste Kursrally? Wie steht es um die langfristigen Perspektiven? Wie verhalten sich die Gurus unter den Anlegern?

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

Bevor wir aber auf die aktuellen Zahlen eingehen, möchte ich mit Ihnen einen Blick in die Vergangenheit werfen. Denn in den letzten Jahren ritt der Sportkonzern auf einer regelrechten Erfolgswelle. Seit 2003 kletterten die Umsätze von 10,69 auf 34,35 Milliarden Dollar im vergangenen Geschäftsjahr.

Zugleich verbesserte sich der Gewinn von 474 Millionen auf beeindruckende 4,24 Milliarden Dollar. Sie müssen wissen: Mit einer Gewinnmarge von 12,34% deklassierte Nike nicht nur seine Rivalen, sondern erreichte letztes Jahr auch das höchste Niveau der kompletten Firmengeschichte.

Zweites Quartal – schrumpfende US-Geschäfte

Zuletzt musste Nike allerdings Einbußen verkraften. Zwar zeigte der Sportgigant mit einem Umsatzanstieg um 5% auf 8,6 Milliarden Dollar im vergangenen Quartal wieder Wachstum, aber ausgerechnet auf dem wichtigen Heimatmarkt in den USA lief es miserabel. Dort musste der Konzern sogar einen Rückgang der Erlöse um 5% ausweisen. Der Konzern kämpft hier mit scharfer Konkurrenz durch den kleineren Wettbewerber Under Armour, insbesondere aber durch den wieder erstarkten Rivalen Adidas.

Besser lief es hingegen auf den internationalen Absatzmärkten. In China und Europa legten die Umsätze zweistellig zu, auch im Nahen Osten und Afrika sah es ähnlich positiv aus. Im wichtigen lateinamerikanischen Markt gab es ein Umsatzplus von 6%.

Mehr Umsatz, weniger Gewinn

Die Schwäche auf dem wichtigen Heimatmarkt hinterließ auch bei der Gewinnentwicklung deutliche Bremsspuren. Unterm Strich erzielte Nike mit einem Gewinn von 767 Millionen Dollar einen Gewinneinbruch von beinahe 9%. Kein Wunder also, dass die Konzernführung reagiert hat. Bereits im Juni wurden Stellenstreichung bekanntgegeben. Zugleich sollen die Geschäftsfelder reduziert und die Zahl der Schuhmodelle um satte 25% verringert werden.

Langristziele verschieben sich nach hinten

Die langfristigen Ziele des US-Konzerns sind mehr als sportlich. So hatte der Sportgigant vor zwei Jahren noch versprochen, den Umsatz bis 2020 auf 50 Milliarden Dollar steigern zu wollen. Nun rudert die Firmenspitze zurück und peilt für das Ziel das Jahr 2022. Aber auch das dürfte mehr als eng werden.

Denn im Schnitt müsste Nike ein jährliches Wachstum von 8% erzielen, um dieses Ziel zu erreichen. Danach sieht es im Moment nicht aus. Besonders vor dem Hintergrund der schärfer werdenden Konkurrenz auf dem wichtigen Heimatmarkt dürfte zudem das Wachstum nicht ohne negative Folgen auf die Profitabilität zu erzielen sein.

Großinvestoren zeigen gemischtes Bild

Unterdessen scheinen sich auch die Großanleger uneins zu sein. Während im vergangenen Quartal Hedgefondsriesen wie Julian Robertson, Steven Cohen und Lee Ainslie die Aktie komplett aus ihren Portfolio schmissen, bauten renommierte Adressen wie Ray Dalio, Ken Fisher und Larrry Robbins ihre Positionen weiter aus. Es bleibt also abzuwarten, ob es dem US-Unternehmen in den kommenden Quartalen gelingt, beim Wachstum wieder einen Gang raufzuschalten und zugleich die Margen stabil zu halten.

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