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Nvidia-Aktie: Bitcoin-Crash schickt Chipspezialisten in Korrekturmodus

Die Reaktion fiel heftig aus. Zeitweilig sackte die Aktie des ehemaligen Anlegerlieblings Nvidia am vergangenen Freitag um ein Fünftel ab. Am Ende verblieb ein Tagesverlust von satten 18,76%. Damit notieren die Papiere nur noch bei 164 Dollar und haben seit Anfang Februar beinahe 43% an Wert verloren. Damit haben sich mal eben knapp 74 Milliarden Dollar an Börsenwert in weniger als zwei Monaten in Luft aufgelöst.

Was war der Auslöser des Crashs? Wie steht es um die langfristigen Perspektiven des Konzerns? Wie schätzen die Analysten die Lage nach dem Kurssturz ein?

Führender Grafikkarten-Anbieter

Die Nvidia Corporation ist einer der größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen für Personal Computer und Spielkonsolen. Der Hauptsitz liegt in Santa Clara, Kalifornien. Nvidia besitzt keine eigenen Fertigungsstätten und arbeitet somit nach dem Fabless-Prinzip.

Chips für Roboterautos

Auch beim Boom-Thema selbstfahrende Autos mischt der US-Konzern mit. Erst kürzlich hat Nvidia „Xavier“ präsentiert, einen neuen Computer, der dem autonomen Fahren einen kräftigen Schub geben könnte. Mit Volvo gibt es auch bereits einen Großkunden, der das System ab 2020 für seine autonomen Fahrzeuge einsetzen will. Es sei für das sogenannte Level 2 geeignet, die Fahrer können sich damit zumindest auf Autobahnen gemütlich zurücklehnen.

Erfolgsgeschichte bekommt erste Risse

Mit seiner Positionierung schrieb Nvidia in den zurückliegenden Jahren eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Seit 2004 kletterten die Umsätze von 1,82 auf 9,71 Milliarden Dollar im vergangenen Geschäftsjahr. Gleichzeitig beeindruckte Nvidia mit stolzen Gewinnmargen. Bei einem Jahresgewinn von 3,04 Milliarden Dollar erreichte der Technologiekonzern in 2017 eine Gewinnmarge von 31,37%.

Einbruch der Kryptowährungen schlagen ins Kontor

Doch mit den Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal konnte Nvidia erstmals seit Langem die hochgesteckten Erwartungen der Anleger nicht mehr erfüllen. Trotz einer Umsatzsteigerung um 20% auf 3,18 Milliarden Dollar wurden die Erwartungen verfehlt (3,24 Milliarden Dollar). Hierfür war vor allem die Verbindung zur Krypto-Industrie verantwortlich. Je weiter der Krypto-Markt sinkt, desto unrentabler wird das Mining. Und ein beträchtlicher Teil des Umsatzes von Nvidia stammt von Krypto-Mining-Hardware, die Miner nutzen, um komplexe mathematische Formeln zu lösen.

Trotz der Nachfrageschwäche aus dem Kryptobereich erzielte Nvidia einen Quartalsgewinn in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von rund 47% zum Vorjahr entspricht.

Prognose deutlich unter den Erwartungen

Noch viel mehr als die Quartalsergebnisse sorgte der reduzierte Ausblick für enttäuschte Gesichter unter den Anlegern. Denn im laufenden Quartal rechnet Firmenboss Jen-Hsun Huang nur noch mit Umsatz von 2,7 Milliarden Dollar.

Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren bislang von Erlösen in Höhe von 3,4 Milliarden Dollar ausgegangen. Damit ist die beeindruckende Serie von positiven Überraschungen erst einmal gebrochen. Denn die Prognose impliziert einen Umsatzrückgang von 7% im vierten Quartal. Gleichzeitig rechnet Huang mit dem Einbruch des operativen Gewinns um satte 28%.

Analysten sind geteilter Meinung

Nach der gesenkten Prognose zeigen sich auch immer mehr Analysten skeptisch. Gut ein Drittel der Experten rät lediglich zum Halten der Position oder sogar zum Verkauf der Papiere. Bei einem geschätzten Gewinn je Aktie von 6,95 Dollar (2019e) wird die Firma momentan mit dem 23-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 241 Dollar noch deutlich über dem aktuellen Kursniveau (164 Dollar), dürfte sich aber noch etwas ändern, wenn alle Experten ihre Schätzungen überarbeitet haben.

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