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Tesla-Aktie: Düstere Aussichten schicken Aktie auf Talfahrt

An der Tesla-Aktie scheiden sich seit Jahren die Geister. Während die Liebhaber der Aktie auf die Transformation im Automobilmarkt verweisen, stellen Kritiker die operationellen Probleme und die weiterhin hohe Bewertung der Firma in den Vordergrund.

Dabei dürften die jüngsten Nachrichten Wasser auf die Mühlen der Skeptiker sein. Denn Firmenboss Elon Musk hat seine Anleger gerade auf einen Gewinnrückgang eingestellt und seiner Belegschaft einen riesigen Stellenabbau verkündet.

Die Aktionäre reagierten enttäuscht und schickten die Aktie am Freitag in einem starken Marktumfeld um mehr als 12% in den Keller. Trotz des Kursknicks liegt der Börsenwert weiterhin knapp über der 50 Milliarden Dollar-Marke und damit nur knapp unter dem Niveau des Rivalen General Motors.

Schwarze Zahlen im vierten Quartal

Zuerst die gute Nachricht: Tesla wird laut aktuellem Stand im Jahresschlussquartal wohl schwarze Zahlen geschrieben haben. Jetzt die schlechte Nachricht. Im Vergleich zum dritten Quartal wird der Gewinn gesunken sein. Im Vorquartal war mit 312 Millionen Dollar noch der höchste Gewinn der Firmengeschichte erzielt worden.

Dennoch könnte Tesla damit zum ersten Mal ein Geschäftsjahr im Plus abschließen. Bislang verbrannte der Konzern nämlich massig Geld. Alleine im vorherigen Geschäftsjahr fiel bei einem Jahresumsatz von 11,75 Milliarden Dollar ein Verlust von 1,96 Milliarden Dollar an.

Elon Musk dämpft Erwartungen

Für das laufende Quartal nimmt der Firmenboss Musk den Anlegern aber jegliche Hoffnung auf baldige Besserung. Wenn alles gut läuft, dann hält er mit Ach-und-Krach einen kleinen Gewinn für möglich.

Tesla enttäuschte schon kurz nach dem Jahreswechsel mit seinen Produktionszahlen und erschreckte die Investoren außerdem mit Preissenkungen für die gesamte Modellpalette. Nach einer Kürzung der staatlichen Förderprämie für Elektroautos hatte Tesla angekündigt, die Preise in den USA um 2000 Dollar pro Fahrzeug zu senken. Skeptiker sehen darin einen Hinweis, dass die Nachfrage nach den Elektroautos von Tesla doch nicht so enorm ist wie bislang angenommen. Im vierten Quartal brachte Tesla insgesamt 90.700 Fahrzeuge an die Kundschaft, davon entfielen 63.150 auf das Model 3.

Tesla setzt den Rotstift an

Um die negativen Auswirkungen auf die ohnehin schwache Bilanz des Konzerns zu begrenzen, setzt der Elektroautopionier jetzt auf massive Sparmaßnahmen. Insgesamt will Musk sich von 3.150 Mitarbeitern trennen. Das sind immerhin 7% der gesamten Belegschaft.

Das Ziel liegt klar auf der Hand: Der Arbeitsplatzabbau soll helfen, Kosten zu sparen und so die Herstellungskosten für das wichtige Model 3 zu senken. Unter dem Strich will Tesla den Verkaufspreis auf 35.000 Dollar für ein Model 3 in der Standardversion senken. Bislang war das Fahrzeug mit einem Einstiegspreis von 44.000 Dollar deutlich teurer angeboten worden. Um damit den Massenmarkt zu erobern und die ehrgeizigen Absatzziele zu erreichen, muss Musk aber an der Preisschraube drehen.

Förderung wird ab Juli halbiert

Die Preisanpassung wird umso wichtiger, weil ab dem ersten Juli in den USA die staatliche Förderung für Tesla erneut halbiert wird. Damit wird ohnehin schon jedes Auto für den Käufer um 1.875 teurer. Ab Ende 2019 gibt es für Tesla-Käufer dann gar keinen Kaufanreiz mehr. Dieser besteht dann nur noch für neuere Elektroauto-Hersteller, was die Konkurrenzsituation für Tesla weiter anfachen wird.

Ob es also zu einer schnellen Erholung der Aktie kommen wird, hängt stark davon ab, ob der Konzern seine Kosten in den Griff bekommt und seinen technologischen Vorsprung behalten kann. Die Konkurrenz jedenfalls steht mit zahlreichen Elektroautomodellen in den Startlöchern. Jetzt muss Tesla zeigen, ob der Konzern dauerhaft Gewinne erzielen und seine Absatzziele erreichen kann.

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