Produkt Logo

Texas Instruments-Aktie: Ausblick reißt Chip-Branche in die Tiefe

Die Nerven der Anleger liegen blank. Seit Jahren erleben die Chiphersteller einen ungeahnten Höhenflug. Der Halbleiterboom sorgte für rasant steigende Umsätze und satte Gewinnmargen. In immer mehr Geräten kommen die Halbleiter zum Einsatz. Ob vernetzte Maschinen, das Internet der Dinge, Roboter oder in der Automobilindustrie. Es werden immer mehr leistungsfähige Chips benötigt.

Doch zuletzt sorgten sich die Anleger immer stärker darum, ob der Chipsektor womöglich am Beginn eines zyklischen Abschwungs stehen könnte. Während der europäische Chiphersteller STMicroelectronics zuletzt noch von einer anhaltend hohen Nachfrage berichtet, dämpft der US-Konzern Texas Instruments die Erwartungen. Der getrübte Ausblick des Konzerns sorgte am Mittwoch für einen Kurseinbruch von über 8% und zog den gesamten Sektor in die Tiefe. Seit Juni hat der Konzern damit über 25 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren.

Weltweit sechstgrößter Chiphersteller

Texas Instruments ist ein weltweit führender Chip-Hersteller. Kernkompetenzen liegen in den Bereichen digitale Signalprozessoren und analoge Technologien. Das Portfolio besteht aus mehreren zehntausend unterschiedlichen Halbleiterprodukten. Das Unternehmen verkauft sowohl vorgefertigte als auch maßgeschneiderte Produkte. Letztere sind nach speziellen Kundenwünschen gefertigt und werden für gewöhnlich direkt an den Kunden verkauft.

TI Analog-Chips werden in einer Vielzahl von elektronischen Geräten eingesetzt, deren Palette von tragbaren Ultraschallgeräten bis hin zu Settop-Boxen reicht, von eBooks bis Computerservern, und von der Robotik bis zu LED-Straßenleuchten.

Drittes Quartal im Rahmen der Erwartungen…..

Im abgelaufenen Quartal entwickelten sich die Geschäfte noch wie von den Analysten erwartet. Der vor allem auf Komponenten für die industrielle Produktion und Autos ausgerichtete Konzern erhöhte seinen Umsatz um 4% auf 4,3 Milliarden Dollar. Zeitgleich verbesserte sich der Gewinn auf 1,6 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 22% und einer Gewinnspanne von 37%.

Allerdings sollten Sie beachten, dass ein Großteil auch auf die im Zuge der Steuerreform gesenkten Abgaben zurückzuführen war. Unter dem Strich sprang das Ergebnis je Aktie um 25% auf 1,59 Dollar nach oben.

…..aber enttäuschender Ausblick

Doch für das Jahresschlussquartal dämpfte Firmenboss Rich Templeton die Erwartungen der Anleger.  Der Halbleiterspezialist peilt nun einen Umsatz zwischen 3,6 und 3,9 Milliarden Dollar an. Der Gewinn je Aktie soll unterdessen zwischen 1,14 und 1,34 Dollar liegen. Für Sie zum Vergleich: Bislang waren die Analysten bei einem Umsatz von 4 Milliarden Dollar von einem Gewinn je Anteilsschein von 1,38 Dollar ausgegangen. Sollte das Ergebnis am unteren Ende der Spanne liegen, dann wäre das der erste Rückgang seit dem ersten Quartal 2016.

Fazit: Der gesenkte Ausblick von Texas Instruments hat die komplette Chipindustrie zuletzt belastet. Verständlich, gilt der sechstgrößte Halbleiterhersteller mit seiner breiten Produktpalette doch als Frühindikator für die gesamte Branche. Dem Firmenboss Templeton zufolge machen sich die negativen Auswirkungen des bestehenden Handelskonflikts jetzt bemerkbar.

Bislang sind die negativen Indikationen noch auf Einzelfälle im Halbleitermarkt beschränkt. Ob sich hieraus ein zyklischer Abschwung ergibt, wird sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Bis dahin dürften die Aktien von Chipherstellern weiterhin hohen Schwankungen unterliegen.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertungen)
Loading...