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Under Armour-Aktie: Wie es nach dem Kurssprung weitergeht

Das war wirklich beeindruckend. Um satte 30% schoss die Aktie des Bekleidungskonzerns Under Armour nach Vorlage der Zahlen in die Höhe. Die starken Ergebnisse euphorisierten die Anleger und kamen gerade zur rechten Zeit. Denn in den letzten Quartalen war der Sportartikelhersteller durch ein zu schnelles Wachstum in die Krise gestürzt.

Under Armour im Portrait

Das Unternehmen wurde im Jahr 1996 von Kevin Plank im Keller des Hauses seiner Großmutter in Washington, D.C. gegründet. Der damals 23-jährige Plank war College-Football-Spieler und fand die Kleidung seines Teams unzureichend. Mit einem Startkapital von 17.000 Dollar, die er als Blumenlieferant während seines Studiums verdient hatte, entwickelte er ein Funktions-Shirt und gründete Under Armour. 2005 ging Under Armour an die Börse.

Ursprünglich als reine Marke für Kampfsportbekleidung und Thermo-Sportunterwäsche unter Trikots, in Sportarten wie Baseball und Basketball, und für Shoulderpads (American Football, Eishockey, Lacrosse etc.) entwickelt, gibt es von Under Armour mittlerweile auch Freizeit-T-Shirts, -Hosen, -Schuhe und -Kappen.

Beeindruckende Wachstumsstory

Mit seiner Positionierung ritt der Konzern in den vergangenen Jahren auf einer Erfolgswelle. Sie müssen wissen: Die Umsätze explodierten regelrecht von 115 Millionen Dollar in 2003 bis auf 4,97 Milliarden Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr. Allerdings schmolz die Gewinnmarge in den letzten Jahren zusammen. Seit 2012 bröckelten die Marge von 7,02% bis auf 5,33% in 2016 ab. Im letzten Jahr musste Under Armour sogar einen Verlust in Höhe von 48 Millionen Dollar ausweisen.

Sportartikelhersteller setzt den Rotstift an

Doch die Konzernführung steuert dagegen und greift beherzt durch. Erst im September war bekannt geworden, dass es mehr als 400 Stellen, bzw. 3% der weltweiten Arbeitsplätze gestrichen werden, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Die Aufwendungen für das Sparprogramm werden aber erstmal die Ergebnisse belasten. Das Unternehmen rechnet mittlerweile damit, dass 2018 insgesamt Restrukturierungskosten vor Steuern von 200 bis 220 Millionen Dollar anfallen.

Lichtblick im dritten Quartal

Im abgelaufenen dritten Quartal gab es aber auch operativ erste Lichtblicke. Während die Umsätze nur leicht auf 1,4 Milliarden Dollar anstiegen (+2%), verbesserte sich der Gewinn deutlich überproportional auf 75,3 Millionen Dollar (+38%).

Dabei lief es besonders auf den Auslandsmärkten gut. Dort kletterten die Erlöse um 15%, während sie im Heimatmarkt um 2% zurückgingen. Aktuell stammen 78% der Gesamterlöse aus den USA. Gestiegen ist der Umsatz im Segment Bekleidung (+4%), während die Erlöse mit Schuhen lediglich auf Vorjahresniveau lagen.

Prognose wird angepasst

Nach dem erfreulichen dritten Quartal passt der Sportartikelhersteller seine Jahresplanung an. Je Aktie will der Konzern nun 0,19 bis 0,22 Dollar als bereinigten Gewinn verdienen. Bislang hatte Under Armour jeweils 3 Cent weniger auf dem Zettel gehabt. Aber Sie müssen beachten: Die Kosten für den Konzernumbau sind bei dieser Prognose ausgeklammert. Inklusive dieser Aufwendungen wird vermutlich ein Verlust von 50 bis 55 Millionen Dollar anfallen.

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