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Xerox-Aktie: Carl Icahn kam, sah und siegte

Der streitlustige aktivistische Großinvestor Carl Icahn hat es wieder einmal gepackt. Trotz seines stolzen Alters von 82 Jahren denkt die Investorenlegende nämlich kein bisschen an den Ruhestand. Seine zum Teil spektakulären Investments haben ihn laut dem Forbes Magazine auf den Platz 26 der wohlhabendsten Menschen weltweit befördert.

Immerhin verfügt Icahn über ein geschätztes Vermögen von 16,6 Milliarden Dollar. Dass er es immer noch „drauf“ hat, zeigt sein jüngster Coup. Beim Druckerhersteller Xerox hat Icahn gerade die Übernahme durch den Partner Fujifilm vereitelt. Alles im Interesse der Anteilseigner – zu denen Icahn natürlich selbst gehört.

Carl Icahn hat seine Position in den letzten beiden Jahren deutlich ausgebaut

Carl Icahn ist bereits im vierten Quartal 2015 bei dem Druckspezialisten Xerox eingestiegen. Damals sicherte er sich 7,13% aller Anteile des Unternehmens und stieg zum zweitgrößten Aktionär der Gesellschaft auf. Dabei durchlebt der US-Konzern gerade harte Zeiten. Das Unternehmen versucht, sich stärker auf Software und Dienstleistungen zu konzentrieren, weil viele Firmenkunden Druckkosten sparen wollen. Privatanwender wenden sich unterdessen verstärkt Smartphones und Tablet-PCs zu, von denen seltener als von herkömmlichen Rechnern gedruckt wird.

Zuletzt hat Icahn seine Position nochmals deutlich ausgebaut. Mittlerweile hält der Investor 24,75 Millionen Aktien und damit 9,72% aller Xerox-Anteile.  Das entspricht einem aktuellen Gegenwert von über 700 Millionen Dollar.

Xerox – Traditionskonzern mit bewegter Geschichte

Mit Xerox setzt Icahn auf einen richtigen Traditionskonzern, der bereits vor 112 Jahren gegründet wurde. In der Unternehmensgeschichte des Konzerns finden Sie einige Meilensteine. So hat Xerox 1959 das Leasing erfunden. Das Druckermodell 914 wog eine Tonne und die Herstellerkosten beliefen sich im Jahr 1959 auf 2.000 Dollar – unvorstellbar viel Geld zu dieser Zeit. Niemand kaufte das Modell.

Xerox entschied sich dazu, dem Kunden 1000 Freikopien zu geben und pro Monat 95 Dollar Leasinggebühren zu verlangen. Ein Jahr später lag der Marktanteil in Kopiersegment von Xerox bei unglaublichen 97 % und der Umsatz bei 1 Milliarde Dollar.

Umsatz um mehr als 50% zusammengeschmolzen

Von seinen Glanzzeiten ist Xerox mittlerweile aber meilenweit entfernt. Sie müssen wissen: In 2011 lag der Umsatz noch bei 21,26 Milliarden Dollar. Bei einer Gewinnmarge von 6,09% erwirtschaftete das Technologieunternehmen einen Gewinn von 1,29 Milliarden Dollar. Im zurückliegenden Geschäftsjahr erzielte Xerox mit 10,26 Milliarden Dollar fast 52% weniger Umsatz als vor 6 Jahren. Der Gewinn schmolz unterdessen auf 195 Millionen Dollar (1,9% Gewinnspanne) zusammen.

Übernahme blockiert – Vorstand muss gehen

Jetzt wollte der langjährige Partner Fujifilm den Druckspezialisten für rund 6 Milliarden Dollar übernehmen. Das war den Großaktionären Icahn und Darwin Deason, die zusammen rund 15% der Anteile halten, aber zu wenig. Sie peilen eher einen Firmenwert von 10 Milliarden Dollar an. Jetzt greifen die beiden Investoren durch. Das Management um Vorstandschef Jeff Jacobsen wurde komplett entmachtet, Jacobsen und ein Großteil der Führungsspitze mussten gehen. Zugleich ziehen Icahn und Deason in den Verwaltungsrat ein.

Zahlt ein Finanzinvestor den geforderten Preis?

Kaum ist das Management ausgetauscht, machen schon die Spekulationen die Runde. Demnach ist offenbar der Private Equity-Riese Apollo Management an einem Deal interessiert. Ob allerdings die Preisvorstellungen der beiden Großanleger in Zeiten der kriselnden Druckbranche durchsetzbar sind, darf zumindest bezweifelt werden. Die übrigen Anleger haben ihr Urteil vorerst gefällt und trennen sich von den Anteilen. Nach einem Kursminus von über 4% liegt der Xerox-Marktwert momentan bei 7,35 Milliarden Dollar.

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